Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Regierungen, Deutschland

BERLIN - Zusätzliche Freizeitangebote, deutlich mehr Schüler-Nachhilfe, Extra-Geld für den Nachwuchs ärmerer Familien - das Bundeskabinett hat am Mittwoch in Berlin ein zwei Milliarden Euro schweres Corona-"Aufholprogramm" für Kinder und Jugendliche beschlossen.

05.05.2021 - 17:09:27

Corona-'Aufholprogramm' für Kinder und Ganztagsanspruch beschlossen. Das Geld soll in diesem und im nächsten Jahr fließen und die Folgen der Corona-Maßnahmen bestmöglich abfedern. Daneben brachte das Kabinett ein zweites großes Vorhaben auf den Weg, das vielen Familien den Alltag erleichtern soll: 2026 soll der lange angekündigte bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule kommen.

WAS IM "AUFHOLPROGRAMM" STECKT

Das Programm besteht aus zwei Säulen: Rund eine Milliarde Euro sollen in Nachhilfe- und Förderprogramme für Schüler gesteckt werden. Dafür soll es Sommercamps und zusätzliche Nachhilfekurse geben, unter Mithilfe von Vereinen, kommerziellen Anbietern oder auch pensionierten Lehrern und Nachwuchslehrkräften im Studium.

Eine weitere Milliarde ist für die Aufstockung verschiedener sozialer Projekte vorgesehen, die Kinder, Jugendliche und Familien unterstützen, um auch in diesem Bereich Krisenfolgen abzufedern. Dabei geht es um mehr Geld für Sprachförderung in Kitas in sogenannten sozialen Brennpunkten, weil viele Kinder die Einrichtungen nicht besuchen konnten, um mehr Sozialarbeit an Schulen sowie eine Aufstockung von Freizeitangeboten und kostengünstigen Ferienfahrten.

NACHHILFEBEDARF BEI JEDEM VIERTEN SCHÜLER

Es wird davon ausgegangen, dass rund ein Viertel der rund elf Millionen Schüler in Deutschland Lernrückstände aufzuholen hat, weil sie mit dem sogenannten Fernunterricht kaum oder nur schlecht erreicht wurden. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) plädiert dafür, dass die Länder sogenannte Lernstandserhebungen an ihren Schulen machen, um festzustellen, wer Nachhilfebedarf hat. Im nächsten Schuljahr solle es dann "zwei oder vier Stunden Nachhilfe in der Woche" geben. Das sei machbar, ohne die Kinder zu überfordern, sagte sie am Mittwoch in Berlin. Karliczeks Angaben zufolge soll das in Abstimmung mit der Schule, aber nicht von den Lehrkräften selbst übernommen werden, damit diese nicht zusätzlich belastet werden.

BUND STELLT GELD BEREIT - LÄNDER SETZEN UM

Mit dem "Aufholprogramm" wird das Rad nicht neu erfunden. Berlin stellt vor allem Geld bereit. Wie es eingesetzt wird, wird in der Fläche entschieden: Die Bundesländer können damit bereits bestehende Nachhilfe- und Sozialprogramme aufstocken. Ein Teil des Geldes geht auch direkt an bundesweite Stiftungen und Bundesprogramme, die Kinder, Jugendliche und Familien mit Beratungs-, Freizeit- und günstigen Urlaubsangeboten sowie Hilfen bei der frühkindlichen Bildung unterstützen. Das sind zum Beispiel das Bundesprogramm "Sprach-Kitas", die "Bundesstiftung Frühe Hilfen" und die "Deutsche Kinder- und Jugendstiftung".

Vereine, Stiftungen, Kinder- und Jugendärzte, Jugendherbergen und Jugendfreizeitanbieter werden nach Angaben von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) über zusätzliche Angebote informieren. "Wir werden sämtliche Kanäle nutzen."

"FREIZEITBONUS" FÜR 2,7 MILLIONEN KINDER

Teil des "Aufholpakets" ist auch eine Sonderzahlung von 100 Euro für Kinder aus bedürftigen Familien, die sehr wenig Einkommen haben und beispielsweise auf Wohngeld oder Hartz IV angewiesen sind. Dafür sollen 270 Millionen Euro bereitgestellt werden. Rund 2,7 Millionen Kinder könnten also profitieren. Das Geld kann für Ferien-, Sport- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden oder für andere Dinge: "Ob das der Kauf neuer Turnschuhe oder Ausstattung ist, um in den Ferien an einem Ferienprogramm teilzunehmen, das wird den Familien überlassen sein", sagte Giffey.

GANZTAGSBETREUUNG AN GRUNDSCHULEN AB 2026

Die Familien- und Bildungsministerin verkündeten am Mittwoch außerdem Fortschritte bei einem "Flagschiffprojekt" dieser Regierung, wie Giffey es nannte. Nach langem Streit mit den Bundesländern wegen der hohen Kosten wurde der geplante bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule auf den Weg gebracht. Jedes Kind, das ab 2026/2027 eingeschult wird, soll bis zum Ende der vierten Klasse einen Anspruch auf einen Platz haben. In einigen Bundesländern, vor allem im Osten Deutschlands, gibt es schon flächendeckende Betreuung. In anderen Ländern muss noch viel in Räume investiert werden, außerdem werden genügend Erzieherinnen und Erzieher benötigt. Nach Angaben der Regierung geht es um rund 800 000 noch zu schaffende Ganztagsplätze.

Der Bund ist nach Angaben beider Ministerinnen den Ländern nun sowohl beim Zeitplan - der Rechtsanspruch kommt ein Jahr später als geplant

- als auch der Finanzierung des Vorhabens noch einmal entgegenkommen.

Er will sich demzufolge langfristig mit mehr als 900 Millionen Euro pro Jahr an den laufenden Betriebskosten für die Ganztagsplätze beteiligen - eine Verdreifachung der ursprünglich geplanten Summe. Die Länder müssen dem Vorhaben im Bundesrat zustimmen. Giffey und Karliczek zeigten sich optimistisch, dass es dazu auch kommen wird.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Merkel trifft Biden am Rande des G7-Gipfels zu Gedankenaustausch. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert per Twitter mit. Die Kanzlerin habe mit Biden am Mittag zwischen den Arbeitssitzungen gesprochen. Es war wegen der Corona-Pandemie das erste physische Treffen von Merkel und Biden im engsten Kreis. CARBIS BAY - Kanzlerin Angela Merkel hat den neuen US-Präsidenten Joe Biden am Samstag am Rande des G7-Gipfels im südwestenglischen Cornwall zu einem Gedankenaustausch getroffen. (Wirtschaft, 12.06.2021 - 18:19) weiterlesen...

EU setzt Johnson wegen Nordirland unter Druck. EU-Spitzenvertreter drängten den britischen Premierminister Boris Johnson am Rande des G7-Gipfels mit deutlichen Worten zur Einhaltung von Absprachen, der Regierungschef sieht hingegen die EU in der Pflicht. CARBIS BAY - Der zwischen der EU und Großbritannien geführte Streit über Brexit-Sonderregeln für Nordirland droht weiter zu eskalieren. (Wirtschaft, 12.06.2021 - 18:05) weiterlesen...

Merkel mahnt Großbritannien zur Einhaltung der Nordirland-Regeln. Sie habe im Gespräch mit dem britischen Premierminister Boris Johnson deutlich gemacht, dass es der EU um die Kontrolle des Binnenmarktes gehe, ohne dass Grenzkontrollen zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland eingeführt werden. Dieser Punkt sei vertraglich geregelt, sagte Merkel am Samstag am Rande des G7-Gipfels im südwestenglischen Carbis Bay. CARBIS BAY - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Großbritannien zur Einhaltung des Brexit-Vertrags zu Nordirland aufgefordert. (Boerse, 12.06.2021 - 17:55) weiterlesen...

Konflikte, Klima, Umwelt: Demonstrationen beim G7-Gipfel. Klima- und Umweltschützer zogen am Samstag in einem langen Protestzug durch das Küstenstädtchen Falmouth. Dort ist das Medienzentrum des G7-Gipfels untergebracht. Mit Trommeln, bunten Kostümen und Maskottchen machten sie im Zentrum auf sich aufmerksam. "Taten statt Worte" oder "Handelt jetzt - letzte Chance", war beispielsweise auf den Plakaten und Bannern der Klimaschützer von Extinction Rebellion zu lesen. FALMOUTH - Mit weniger Teilnehmern als bei früheren G7-Gipfeln, aber durchaus lautstark haben Hunderte Menschen bei der Konferenz der führenden westlichen Wirtschaftsmächte für ihre Anliegen geworben. (Wirtschaft, 12.06.2021 - 17:54) weiterlesen...

Ganz Österreich ab Sonntag kein Corona-Risikogebiet mehr. Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen entfallen unter anderem auch die letzten zwei österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg sowie Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Nur Flugpassagiere müssen noch einen negativen Test vorweisen. BERLIN - Die Liste der von der Bundesregierung ausgewiesenen Corona-Risikogebiete wird am Sonntag deutlich kürzer. (Wirtschaft, 12.06.2021 - 17:53) weiterlesen...

Johnson: 'Harte Botschaften' Bidens für Putin bei Gipfel in Genf. Er glaube und befürworte, dass Biden Putin "einige ziemlich harte Botschaften" übermitteln werde, sagte Johnson dem US-Sender CNN am Samstag am Rande des G7-Gipfels im südenglischen Cornwall. Auf die Frage, ob er - wie Biden - Putin für einen "Killer" halte, antwortete Johnson: "Ich denke auf jeden Fall, dass Präsident Putin Dinge getan hat, die skrupellos sind." Als ein Beispiel führte der Premierminister die Inhaftierung des Kremlkritikers Alexej Nawalny wegen "erdichteter Anklagen" an. Nawalny werde "praktisch gefoltert". CARBIS BAY - Der britische Premierminister Boris Johnson erwartet beim bevorstehenden Gipfel zwischen US-Präsident Joe Biden mit Kremlchef Wladimir Putin deutliche Ansagen der amerikanischen Seite. (Wirtschaft, 12.06.2021 - 17:53) weiterlesen...