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Berlin - Weniger als die H?lfte der 15-J?hrigen in Deutschland ist in der Lage, in Texten Fakten von Meinungen zu unterscheiden.

04.05.2021 - 14:07:50

PISA-Sonderauswertung: Weniger als die H?lfte der 15-J?hrigen in Deutschland kann Fakten von Meinungen unterschieden - soziale Herkunft spielt beim Umgang mit digitalen Medien eine gro?e Rolle. Gut die H?lfte der Sch?lerinnen und Sch?ler gibt an, dass sie im Unterricht nicht lernen, subjektive oder voreingenommene Texte zu erkennen.

Berlin - Weniger als die H?lfte der 15-J?hrigen in Deutschland ist in der Lage, in Texten Fakten von Meinungen zu unterscheiden. Gut die H?lfte der Sch?lerinnen und Sch?ler gibt an, dass sie im Unterricht nicht lernen, subjektive oder voreingenommene Texte zu erkennen. Insgesamt schneiden 15-J?hrige in Deutschland bei der Lesekompetenz aber leicht ?ber dem OECD Mittel ab, wobei die Leseleistungen in der letzten Dekade praktisch unver?ndert blieben. Gleichzeitig hat die Freude am Lesen in Deutschland in den vergangenen Jahren so stark abgenommen wie in kaum einem anderen Land.

Sch?lerinnen und Sch?ler, die h?ufig B?cher analog lesen, schneiden beim PISA-Test besser ab als Sch?lerinnen und Sch?ler, die B?cher eher online lesen. Allerdings wei? ein relativ gro?er Teil der 15-J?hrigen, wie mit zweifelhaften Quellen im Internet, etwa mit Phishing Mails, umzugehen ist. Die Ergebnisse fallen aber nach sozialer Herkunft sehr unterschiedlich aus.

Dies sind die wesentlichen Ergebnisse der PISA-Sonderauswertung 'Lesen im 21. Jahrhundert: Lese- und Schreibkompetenzen in einer digitalen Welt', die OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher am Dienstag in Berlin gemeinsam mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und dem Hessischen Kultusminister R. Alexander Lorz vorgestellt hat. Der Bericht wurde von der Vodafone Stiftung Deutschland gef?rdert.

"Im 20. Jahrhundert ging es im Wesentlichen um das Verstehen linearer Printtexte, wenn Sch?ler eine Frage hatten konnten Sie diese im Lexikon nachschlagen und darauf vertrauen, dass die Antwort stimmt. Im 21. Jahrhundert finden wir bei Google tausende konkurrierender Antworten, und niemand sagt uns was richtig oder falsch ist. Lesekompetenz ist nicht mehr die Extraktion von Wissen, sondern die Konstruktion von Wissen. Die Schulen m?ssen hier noch nachziehen.", sagte Andreas Schleicher.

"Im Zeitalter sozialer Medien ist die F?higkeit Informationen abzuw?gen und ihre Glaubw?rdigkeit einzusch?tzen eine Schl?sselkompetenz f?r die Teilhabe an Demokratie und Gesellschaft. Angesichts zunehmender digitaler Desinformation ist es deshalb so wichtig, dass wir alle Jugendlichen gleicherma?en erreichen - am besten in der Schule." kommentiert Inger Paus von der Vodafone Stiftung Deutschland die Ergebnisse.

Im Rahmen von PISA 2018 hatten Sch?lerinnen und Sch?ler die Aufgabe, Passagen in einem Text als Fakten oder als Meinungen zu identifizieren. Weniger als die H?lfte der Sch?lerinnen und Sch?ler war dazu in der Lage. Besonders gut schnitten bei dieser Aufgaben Sch?lerinnen und Sch?ler in den USA, im Vereinigten K?nigreich, in der T?rkei und in den Niederlanden ab.

Die Frage, ob sie im Unterricht jemals gelernt h?tten, wie man feststellt, ob Informationen subjektiv oder voreingenommen sind, bejahten 49 Prozent der 15-J?hrigen in Deutschland. In den USA, Australien, D?nemark oder Kanada waren es ?ber 70 Prozent.

Zum ersten Mal wurden in dieser Erhebung auch Fragen zum Leseverst?ndnis im digitalen Raum aufgenommen. So mussten die Sch?lerinnen und Sch?ler unter anderem angeben, wie sie mit einer Phishing Mail umgehen w?rden. Hier schnitten die Teilnehmenden in Deutschland deutlich besser ab, als in den meisten anderen L?ndern.

Allerdings war in Deutschland auch die Spreizung nach sozialem Hintergrund besonders gro?. W?hrend Sch?lerinnen und Sch?ler aus privilegiertem Elternhaus so gut abschnitten wie in keinem anderen Land, rangierten Sch?lerinnen und Sch?ler aus benachteiligten Haushalten nur im oberen Mittelfeld. Wie auch sonst im Bereich Lesekompetenz, schneiden M?dchen bei diesen Fragen deutlich besser ab als Jungs.

Gleichzeitig gaben in Deutschland deutlich weniger Sch?lerinnen und Sch?ler als in den meisten anderen OECD-L?ndern an, dass im Unterricht digitale Fertigkeiten, wie das Erkennen von Spam und vertrauensw?rdiger Quellen oder der Umgang mit Suchmaschinen behandelt wurde.

Die Studie zeigt auch, dass insbesondere das Lesen von B?chern auf Papier mit besseren Leistungen beim Leseverst?ndnis einhergeht. In den meisten L?ndern f?hrt auch die h?ufige Lekt?re von B?chern auf digitalen Ger?ten zu besseren Leistungen, in Deutschland l?sst sich dieser Effekt aber nicht ausmachen.

Insgesamt geh?rt Deutschland zu den L?ndern, in denen Sch?lerinnen und Sch?ler vergleichsweise wenig Freude am Lesen haben. Noch geringer ist die Freude am Lesen nur in den Niederlanden, Norwegen, Belgien und D?nemark. Gleichzeitig ist Deutschland das Land in dem zwischen 2009 und 2018 die Freude am Lesen am St?rksten zur?ckgegangen ist.

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F?r R?ckfragen oder individuelle Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der Vodafone Stiftung: Laura Schubert Kommunikationsmanagerin mailto:Laura.Schubert@vodafone.com +49 172 1015 700

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