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Regierungen, Deutschland

BERLIN - Wegen der geplanten Pflicht von medizinischen Masken in Bussen, Bahnen und Supermärkten fordern Sozialverbände finanzielle Unterstützung für ärmere Menschen.

22.01.2021 - 05:45:28

Sozialverbände fordern Masken-Geld für ärmere Menschen. "Es kann nicht sein, dass Menschen, die bereits jetzt jeden Tag schauen müssen, wie sie etwas zu essen auf den Tisch bekommen, zwingend notwendige Schutzausrüstung aus der eigenen Tasche finanzieren müssen", sagte der Präsident des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, der Deutschen Presse-Agentur. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, forderte "100 Euro sofort für Grundsicherungsempfänger, damit sie sich FFP2-Masken leisten können". Menschen, die wenig Geld zu Verfügung hätten, bräuchten einen Zugang zu vergünstigten Masken.

"Wirksamer Infektionsschutz darf keine Frage des Geldbeutels sein", sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, der dpa. Eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken ohne Gewährung finanzieller Soforthilfen für einkommensarme Menschen führe zu massiver sozialer Diskriminierung. "Wer es sich leisten kann, wird die teuren FFP2-Masken kaufen (...). Alle anderen werden genötigt, die günstigeren OP-Masken zu kaufen und sich damit weiter dem Risiko einer Ansteckung auszusetzen."

Bund und Länder hatten am Dienstag vereinbart, dass künftig überall in Deutschland in Bussen, Bahnen und Supermärkten entweder FFP2-Masken oder die günstigeren OP-Masken getragen werden sollen, die selbstgenähten Behelfsmasken sollen nicht mehr erlaubt sein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Donnerstag darauf verwiesen, dass die Regierung für 34 Millionen Menschen, darunter alle über 60-Jährigen, die besonders gut schützenden FFP-2-Masken für den Winter zur Verfügung gestellt habe. Vorgesehen ist ein Eigenanteil von zwei Euro für je sechs Masken. Sollten die Einschränkungen jedoch noch lange anhalten, müsse man "natürlich auch darüber nachdenken, ob wir an der Stelle nochmal helfen müssen", sagte Merkel.

@ dpa.de

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