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Regierungen, Deutschland

BERLIN - Vor einem Ausbildungsgipfel bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Dienstag hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rasch Klarheit bei der sogenannten Ausbildungsprämie verlangt.

23.06.2020 - 06:32:43

Industrie- und Handelskammertag will Klarheit bei Ausbildungsprämie. Diese könne "eine Motivation für Betriebe sein, auch unter schwierigen Bedingungen ihre Ausbildungsanstrengungen aufrechtzuerhalten", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Betriebe müssten nun rasch Informationen über die Details erhalten.

Schweitzer nimmt an diesem Dienstag am Treffen mit Steinmeier teil. Dazu werden auch der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Reiner Hoffmann, sowie die Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Ingo Kramer, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Dieter Kempf, und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, erwartet.

Hintergrund dieses Treffens ist die Befürchtung, dass viele Betriebe, die durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, ihre Ausbildungsaktivitäten einstellen oder reduzieren könnten.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte Anfang Mai davor gewarnt, dass die Corona-Krise den schon vorher zu verzeichnenden Rückgang der Ausbildungsplätze beschleunigen werde. Sie teilte damals mit, dass ein Minus bei den angebotenen Lehrstellen von knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet worden sei.

Die Bundesregierung will daher eine Ausbildungsprämie für kleine und mittelständische Unternehmen auf den Weg bringen. Nach den bisher bekannt gewordenen Plänen sollen Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten, die von der Corona-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind und trotzdem ihr Ausbildungsniveau halten, für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Vertrag einen einmaligen Zuschuss von 2000 Euro erhalten. Sogar 3000 Euro pro Vertrag soll erhalten, wer mehr als bisher ausbildet. Beschlossen hat dies das Kabinett allerdings noch nicht.

Schweitzer sagte der dpa: "Die Corona-Pandemie hat unsere fast 200 000 IHK-Ausbildungsbetriebe mit ihren Azubis und den ehrenamtlichen Prüfern in eine schwierige Lage gebracht. Kurzarbeit und Umsatzausfälle in vielen Betrieben, geschlossene Berufsschulen und verschobene Prüfungen haben eine Ausbildung unter normalen Umständen vielerorts unmöglich gemacht." Insgesamt 200 000 Abschlussprüfungen hätten zunächst abgesagt werden müssen, seien dann aber in der vergangenen Woche erfolgreich über die Bühne gebracht worden.

"Die in der Allianz für Aus- und Weiterbildung und im Konjunkturpaket beschlossenen Maßnahmen zur Ausbildung sind für von Corona betroffene Betriebe deshalb eine wichtige Unterstützung zur rechten Zeit", sagte Schweitzer. Das gelte außer für die Ausbildungsprämie auch für den Zuschuss während der Kurzarbeit und die finanzielle Anerkennung bei der Übernahme von Azubis aus insolventen Betrieben.

"Finanzielle Anreize können dabei nur zusammen mit einem Bündel weiterer Aktivitäten erfolgreich wirken", betonte Schweitzer. So komme es in den nächsten Wochen vor allem auch darauf an, noch suchende Jugendliche und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen, zum Beispiel über von Industrie- und Handelskammern angebotene virtuelle Speed Datings oder andere digitale Formate.

@ dpa.de

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