LUFTHANSA AG, DE0008232125

BERLIN - Vor der Ausweitung der Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf Flughäfen hat der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, die Ausstände verteidigt.

10.04.2018 - 06:31:25

ROUNDUP/Bsirske: Warnstreiks setzen deutliche Signale an Arbeitgeber. "Mit der massiven Ausweitung der Streiks setzen wir in dieser Woche deutliche Signale an die Arbeitgeber", sagte Bsirske der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Wegen der Warnstreiks strich die Lufthansa für diesen Dienstag rund 800 Flüge. Bestreikt werden die Flughäfen in Frankfurt am Main, München, Köln und Bremen. 90 000 Passagiere sollen von den Ausfällen betroffen sein.

An die Adresse der Arbeitgeber sagte Bsirske: "Wir erwarten, dass sie in der dritten Verhandlungsrunde ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen und damit eine gute Lösung am Verhandlungstisch ermöglichen." Die wahrscheinlich abschließende Verhandlungsrunde beginnt an diesem Sonntag in Potsdam. Am 17. April soll es ein Ergebnis geben.

Der kommunale Arbeitgeberverband VKA hatte den Gewerkschaften vorgeworfen, weniger die Arbeitgeberseite als die Bevölkerung unter Druck zu setzen. Der Arbeitgeberverband BDA warf den Gewerkschaften eine massive Schädigung der Volkswirtschaft vor.

Die Ausstände an den Flughäfen sollen auf Dienstag beschränkt sein. Die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb kündigten bis Freitag allerdings weitere bundesweite Warnstreiks im gesamten öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen an. Betroffen sein sollen unter anderem Kitas, der Nahverkehr und die Müllabfuhr.

Betroffene Lufthansa-Kunden sollen ihren Flug kostenfrei umbuchen oder im Inland auf die Bahn ausweichen können. An Flughäfen arbeiten auch nach Privatisierungen noch zahlreiche Beschäftigte der Kommunen. Bestreikt werden sollen unter anderem Sicherheitspersonal für Personenkontrollen und Bodenverkehrsdienste, etwa bei der Gepäckabfertigung und auf dem Rollfeld.

Verdi und dbb, der auch Angestellte vertritt, fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat.

Ab diesem Dienstag haben die Gewerkschaften unter anderem folgende weitere Warnstreiks geplant:

Bayern: Vor allem der Süden des Freistaats soll betroffen sein. Bestreikt werden Kitas, die bayerischen Wasserstraßen des Bundes, Stadtwerke, Bauhöfe, Stadtreinigungen, Müllabfuhr, Wertstoffhöfe, Abwasserbetriebe der Kommunen, kommunale Verkehrsüberwachungen, Krankenhäuser, Stadtgärtnereien und Verwaltungen.

Baden-Württemberg: Warnstreiks soll es am Dienstag in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes in Mittelbaden-Nordschwarzwald, Südbaden und Schwarzwald-Bodensee geben. Bis Donnerstag sind weitere ganztägige Arbeitsniederlegungen im Land geplant.

Hessen: Bis Freitag sind jeweils eintägige Warnstreiks in unterschiedlichen Region geplant. Am Dienstag wird in Nordhessen der gesamte öffentliche Dienst bestreikt.

Rheinland-Pfalz und Saarland: An verschiedenen Tagen werden die Verwaltungen, Kitas, öffentlichen Krankenhäuser, aber auch Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, Stadtwerke oder der öffentliche Personennahverkehr bestreikt.

Nordrhein-Westfalen: Betroffen sein sollen alle Bereiche des öffentlichen Dienstes, unter anderem Nahverkehr, Müllabfuhr, Stadtverwaltungen, Jobcenter, Kitas, Krankenhäuser, Flughäfen.

Niedersachsen/Bremen: In verschiedenen Städten wird die Arbeit niedergelegt. Ein Schwerpunkt ist für Donnerstag geplant, mit einem ganztägigen Warnstreik in Hannover und Bremen. In Hannover sollen dann keine Busse und Bahnen fahren, auch Müllabfuhr, Stadtreinigung und Kitas werden bestreikt.

Sachsen: Am Dienstag sind die Arbeitnehmer in ganz Sachsen zu Warnstreiks aufgerufen, darunter auch Beschäftigte im Kommunal- und Bundesdienst in Dresden und Freital - etwa in Kitas.

Thüringen: Am Dienstag sind alle Beschäftigten im Kommunal- und Bundesdienst in Thüringen zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Berlin und Brandenburg: Am Dienstag sind unter anderem zu Warnstreiks aufgerufen die Stadtverwaltungen Schwedt, Eberswalde und Prenzlau. Mitarbeiter unter anderem von Bundesverwaltungen und von der Charité sind zu einer Kundgebung aufgerufen. An den Folgetagen sollen weitere Städte Brandenburgs betroffen sein.

@ dpa.de

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