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Regierungen, Deutschland

BERLIN - Verbände um die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) haben Zweifel an einer drohenden Überlastung der Intensivstationen in der Coronakrise zurückgewiesen.

17.05.2021 - 19:38:00

POLITIK: Verbände weisen Vorwürfe zu Intensivstationen zurück. Für Aufsehen hatte zuvor das Thesenpapier eines Forscherteams um den Arzt und Ökonomen Matthias Schrappe gesorgt, das nach Ansicht der Verbände "auf Fehleinschätzungen und mangelnder Kenntnis der tatsächlichen Lage in Kliniken" basiert.

So behaupten die Verfasser etwa, offizielle Statistiken seien falsch oder im Nachhinein korrigiert worden. Die Autoren machen das unter anderem an der Gesamtzahl an Intensivbetten für den Stichtag 30. Juli 2020 fest. An dem Tag seien zunächst 33 367 gemeldet worden, heute findet man für das Datum in den Zeitreihen der Divi dagegen 30 340 Betten.

Dem entgegnen die Verbände, im Verlauf der Pandemie seien die Betten der Kinderintensivstationen aus der Gesamtzahl herausgerechnet worden. "Diese spielen für die Versorgung von Covid-19-Patienten keine Rolle", heißt es in einer Mitteilung. Auf die Veränderung sei "in sämtlichen Statistiken aber auch explizit hingewiesen" worden.

Im Thesenpapier ist zudem von einer Sonderstellung Deutschlands die Rede: "In keinem Land werden im Vergleich zur Melderate so viel Infizierte intensivmedizinisch behandelt." Damit wird nach Aussage der Verbände unterstellt, Patienten seien ohne Not und aus rein finanziellem Interesse auf Intensivstationen verlegt worden. Das sei ein "Schlag ins Gesicht" der Belegschaft in den Krankenhäusern.

Dem Bundesgesundheitsministerium liegen nach eigener Aussage hinsichtlich der Intensivbetten-Zahlen keine Anhaltspunkte für eine nachträgliche Manipulation vor. "Es ist auch nicht erkennbar, welche Anreize für derartige Manipulationen bestanden haben sollten", teilte ein Sprecher der "Welt" am Montag mit. Die Thesen Schrappes seien "zum großen Teil nicht durch Fakten unterlegt, sondern basieren auf Annahmen und Unterstellungen", hieß es vom Ministerium.

@ dpa.de

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