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BERLIN - Tausende Menschen sind am Wochenende erneut in zahlreichen deutschen Städten auf die Straßen gegangen, um gegen Corona-Maßnahmen und eine Impflicht zu protestieren.

19.12.2021 - 15:12:30

Proteste gegen Corona-Ma√ünahmen in vielen deutschen St√§dten. Die Demonstrationen verliefen √ľberwiegend friedlich, vereinzelt kam es zu Zwischenf√§llen, h√§ufiger zu Maskenpflicht-Verst√∂√üen. Die Polizei war vielerorts mit starken Kr√§ften im Einsatz. In einigen St√§dten gab es Gegendemos und andere Aktionen, die sich gegen den Protest richteten.

Der Pr√§sident des Bundesamts f√ľr Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag), er sehe im radikalisierten Corona-Protestmilieu viel "Maulheldentum", schlie√üe aber Gewalttaten nicht aus. "√úber Gewalt zu reden und sie zu begehen, ist ein Unterschied. Aber denken Sie nur an das T√∂tungsdelikt in Idar-Oberstein, wo jemand aus der spontanen Situation heraus eine Waffe holte und in der Tankstelle einen anderen Menschen erschoss." Nach Ansicht Haldenwangs gebe es "punktuell und in manchen Regionen eine pr√§gende Einflussnahme durch Rechtsextremisten, also quasi eine "Rechtsextremisierung" des Protests". Sorgen bereiteten ihm auch √úbergriffe auf Polizisten und Journalisten bei Demonstrationen.

Den wohl größten Protest am Wochenende gab es in Hamburg: Dort zogen am Samstag nach Angaben der Polizei mehr als 11 000 Menschen in mehreren Gruppen durch die Innenstadt. "Nein zur Impflicht!", hieß es auf selbstgebastelten Plakaten. Die Veranstalter sprachen von 15 000 Teilnehmern.

Nach Angaben der Polizei protestierten in Bayern allein am Samstag rund 15 000 Menschen an verschiedenen Orten. In Traunstein wurde demnach ein Beamter leicht verletzt. Zudem gab es in mehreren Kommunen Platzverweise und Anzeigen wegen Versto√ües gegen die Maskenpflicht oder wegen Beleidigung. Am Sonntag demonstrierten zudem mehrere Tausend Menschen in N√ľrnberg. "Die "Querdenker" haben zwischen 10 000 und 12 000 Teilnehmer mobilisieren k√∂nnen", sagte ein Sprecher des Polizeipr√§sidiums Mittelfrankens.

Hitzig war die Stimmung zeitweise im brandenburgischen Cottbus: Hier protestierten am Samstag nach Polizeiangaben bis zu 4000 Menschen an mehreren Orten. Aus zwei erlaubten Demonstrationen bildeten sich mehrere nicht angemeldete Protestz√ľge, bei denen gegen die Maskenpflicht und zum Teil gegen die Obergrenze von 1000 Menschen f√ľr Demos im Freien versto√üen wurde. 15 Menschen h√§tten Feuerwerksk√∂rper gez√ľndet, gegen sie seien Strafverfahren eingeleitet worden. Die Beamten rechnen sie der rechtsextremistischen Szene zu.

Vielerorts dr√ľckten Menschen ihren Unmut gegen√ľber den Protesten aus. Eine besondere Aktion lie√üen sich Vereine und Institutionen im ostth√ľringischen Greiz einfallen: Weil die Teilnehmer der Aktion "Greiz dreht auf" nicht selbst zu einer Gegendemo auf die Stra√üe gehen wollten, um das Infektionsrisiko gering zu halten, stellten sie stellvertretend Pappfiguren mit aufgedruckten Namen auf. Man habe so all denen eine Stimme geben wollen, die hilflos und mit Bedauern die Nachrichten und Schlagzeilen der letzten Wochen zu den Protesten in der eigenen Stadt verfolgen, sagte eine Sprecherin der Stadt. Am vergangenen Wochenende waren hier bis zu 1000 Menschen, darunter Rechtsextreme aus Th√ľringen und anderen Bundesl√§ndern, ohne Anmeldung einer Demo auf die Stra√üen gegangen. 14 Polizisten wurden verletzt.

@ dpa.de

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