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Regierungen, Versorger

BERLIN - Schnellerer Kohleausstieg, deutlich mehr Tempo beim Ökostrom-Ausbau: Das sind Kernpunkte, mit denen Deutschland aus Sicht von Wissenschaftlern Klimaziele erreichen kann.

11.10.2021 - 06:35:00

Studie: Dringender politischer Handlungsbedarf beim Klimaschutz. Um Deutschland in weniger als 25 Jahren klimaneutral zu machen, müsse die nächste Bundesregierung "sehr schnell sehr viel" auf den Weg bringen.

Die starke Beschleunigung der Energiewende bis 2030 sei von "besonderer Relevanz" - also der Umstieg von fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas auf erneuerbare Energien aus Wind und Sonne. "Ohne enorme Dekarbonisierungs- und Infrastrukturmaßnahmen in diesem Jahrzehnt werden die Klimaschutzziele für 2030 verfehlt - damit würde auch das Erreichen des Langfristziels der Klimaneutralität 2045 hochgradig unwahrscheinlich werden."

Die Stromerzeugung aus Wind und Sonne müsste laut Studie bis 2030 etwa 50 Prozent größer sein als bislang angepeilt. Der Ausstieg aus der zunehmend unwirtschaftlichen Kohle würde auf einem Kurs zur Klimaneutralität bereits um 2030 erfolgen - geplant ist bisher spätestens 2038. "Der Strukturwandel in den betroffenen Regionen wird sich entsprechend beschleunigen und muss aktiv gestaltet werden", heißt es in der Studie. Zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit würden zusätzliche gas- oder wasserstoffbefeuerte Spitzenlastkraftwerke benötigt. Außerdem seien erhebliche zusätzliche Kraftanstrengungen notwendig, um die Sektorziele für Industrie, Gebäude und Verkehr zu erreichen.

Die Studie trägt den Titel: "Deutschland auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045". Darin geht es um Szenarien und Pfade in einem Modellvergleich. Die Analysen verdeutlichten die "Dringlichkeit" des politischen Handlungsbedarfs, um Klimaschutzziele zu erreichen und den Kurs auf Klimaneutralität 2045 anzupassen.

An dem sogenannten Ariadne-Projekt, das vom Bundesbildungsministerium gefördert wird, sind Wissenschaftler aus zahlreichen Instituten beteiligt - darunter das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie diverse Fraunhofer-Institute.

@ dpa.de

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