EDF ELECTRICITE DE FRANCE, FR0010242511

BERLIN / PARIS - Mit Blick auf die stark steigenden Energiepreise fordert die Linke ein Aussetzen von deutschen Stromexporten ins EU-Ausland.

26.08.2022 - 14:15:29

Linke fordert Stopp von Stromexporten - Frankreich im Visier. "Wir brauchen ein Moratorium auf Stromexporte aus Deutschland ins europäische Ausland", sagte Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). "Es ist den Bürgerinnen und Bürgern kaum zu erklären, warum hierzulande der Sparzwang und explodierende Preise gelten sollen, wenn gleichzeitig in Größenordnungen Strom exportiert wird", kritisierte er.

zu Jahresbeginn teils Mängel festgestellt hatte.

EDF musste angesichts der außer Betrieb genommenen Meiler seine voraussichtliche Stromproduktion für dieses Jahr bereits nach unten korrigieren. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, werden die Wartungsarbeiten an vier der Meiler bis November oder Dezember und damit länger als geplant dauern - mitten in der Energiekrise keine gute Nachricht. Voraussichtlich werden in diesem Jahr den Angaben nach etwa 280 bis 300 Terawattstunden produziert. Wenn alle Kraftwerke laufen, liegt die Kapazität bei 430 Terawattstunden.

Grundsätzlich plant Frankreich eine Renaissance der Atomkraft mit dem Bau von acht neuen Kraftwerken bis 2050. Der Stromkonzern EDF soll in diesem Zuge wieder komplett verstaatlicht werden. Zugleich sollen aber auch erneuerbare Energien ausgebaut werden.

Linken-Politiker Bartsch forderte unterdessen auch, die Steuer auf Strom in Deutschland zu senken. "Strom muss vom Luxus- wieder zum Allgemeingut werden", sagte Bartsch. "Dafür darf der Strompreis nicht weiter steigen: die Stromsteuer muss auf das Mindestmaß reduziert werden, ein kostengünstiges Grundkontingent - orientiert am Durchschnittsverbrauch - eingeführt werden."

@ dpa.de