Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Haushalt, Steuern

BERLIN - Mehr Investitionen nach Afrika lenken, die Zusammenarbeit intensivieren - darum geht es am Dienstag in Berlin.

19.11.2019 - 06:16:24

Afrika - Kontinent mit mehr Chancen als Risiken? Gipfel in Berlin. Das Ziel der Konferenz "Compact with Africa" im Kanzleramt: Die Lebensbedingungen auf Europas Nachbarkontinent verbessern, Armut verringern, den Staaten beim Wandel helfen. Die Wirtschaft sieht allerdings aber noch große Hürden für mehr Investitionen, dies hat auch mit schwierigen politischen Rahmenbedingungen zu tun.

Bundeskanzlerin Angela Merkel betont vorab, Europa und Afrika könnten beide profitieren, es gebe eine "Win-Win-Situation". Afrika sei ein Kontinent, der mehr Chancen als Risiken habe, aber wo noch sehr viel zu tun sei, sagte sie dem ARD-Hauptstadtstudio. "Ich bin immer wieder überrascht, wie sehr die Jugend gerade in Afrika motiviert ist. Und deshalb glauben wir, wir sollten alles daransetzen, mit Afrika zu kooperieren, nicht über Afrika zu sprechen, sondern gemeinsam etwas zu tun." Ein Überblick:

ZUSAMMENARBEIT: Der "Compact with Africa" wurde 2017 unter der deutschen G20-Präsidentschaft ins Leben gerufen. Ziele sind bessere Bedingungen für Handel und Investitionen sowie eine "Partnerschaft auf Augenhöhe". Entwicklung in Afrika könne nur gelingen, wenn die Wirtschaft auch mit privaten Investitionen angekurbelt werde, sagt ein Sprecher des Entwicklungsministeriums. Der beim vergangenen Gipfel von Merkel angekündigte Entwicklungsinvestitionsfonds wurde mit bis zu einer Milliarde Euro eingerichtet. Zudem hat das Entwicklungsministerium mit drei der "Comapct with Africa"-Länder sogenannte Reformpartnerschaften geschlossen - Tunesien, Ghana und Republik Elfenbeinküste. Drei weitere Reformpartnerschaften wird Minister Gerd Müller am Rande des Gipfels mit Marokko, Senegal und Äthiopien unterzeichnen.

HILFSORGANISATIONEN: Die Entwicklungsorganisation ONE fordert eine Kurskorrektur von der Bundesregierung, weil die "Compacts" keine Schlagkraft erlangt hätten. Deutschland solle sich verpflichten, die Ziele und Pläne der afrikanischen Partnerländer in den Mittelpunkt zu stellen und die Initiative stärker auf die Reduzierung extremer Armut auszurichten. Es seien vor allem Investitionen in die Infrastruktur nötig.

DEUTSCHE WIRTSCHAFT: Die deutschen Direktinvestitionen in Afrika haben in den vergangenen Jahren zugelegt. 2017 lag der Bestand nach Angaben des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft bei 10,8 Milliarden Euro - das wichtigste Ziel ist Südafrika. Zum Vergleich: In China lag der Bestand deutscher Direktinvestitionen im Jahr 2017 bei 81 Milliarden Euro. China spielt auch eine starke Rolle in Afrika: Die Chinesen haben dort nach Angaben der deutschen Außenwirtschaftsgesellschaft GTAI etwa viermal so viel investiert wie Deutschland. Besonders stark ist China beim Bau neuer Brücken oder Straßen sowie bei Rohstoffen.

Das wirtschaftliche Potenzial Afrikas sei "erheblich", so das Wirtschaftsministerium. Die Außenwirtschaftsförderung sei verbessert worden. Dabei geht es um bessere Beratungsleistungen und staatliche Exportkreditversicherungen. Die deutsche Wirtschaft sieht noch große Probleme für mehr Investitionen in Afrika. "Vielfach verhindern hohe Bürokratiehürden, Korruption oder Sicherheitsfragen, dass deutsche Unternehmen den ersten Schritt nach Afrika überhaupt wagen", sagt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

WANDEL UND POLITISCHE LAGE IN AFRIKA: Für ÄGYPTEN hat beim Gipfel in Berlin das eigene Wirtschaftswachstum oberste Priorität. Der wegen der Menschenrechtslage umstrittene Präsident Abdel Fattah al-Sisi dürfte sich um noch mehr Investitionen und mehr Handel bemühen, um in der sich nur langsam erholenden heimischen Wirtschaft weitere Jobs zu schaffen. Ein Drittel der ägyptischen Bevölkerung lebt offiziellen Zahlen zufolge in Armut. Das Land ist zudem hoch verschuldet und hatte im Sommer die letzte Tranche eines zwölf Milliarden Dollar schweren Kreditpakets vom Internationalen Währungsfonds erhalten.

Al-Sisi ist sich seines Einflusses bewusst: Als bevölkerungsreichstes Land in Nordafrika ist Ägypten ein gewaltiger Markt, etwa für Energie, Konsumgüter und Waffen aus Europa. Ägypten ist außerdem - auch als Nachbarland Libyens - für viele Migranten ein Transitland auf ihrem Weg nach Europa. Ägypten gilt deshalb als wichtiger Partner der EU-Länder beim Versuch, Migrationsströme von den nordafrikanischen Küsten einzudämmen.

Auch ÄTHIOPIEN befindet sich im Wandel. Nach Jahren einer autokratischen Regierung mit einer nach innen gerichteten Politik ist nun ein junger, reform-orientierter Regierungschef an der Macht, der Äthiopien zum wichtigsten regionalen Player verwandeln möchte. Abiy Ahmed hat der Region schon zu mehr Stabilität verholfen, etwa durch den Friedensschluss mit Langzeit-Rivale Eritrea - dafür bekam er jüngst den Friedensnobelpreis. In seinem Land sieht es aber weniger rosig aus: Während seiner Amtszeit sind in dem Vielvölkerstaat ethnische Spannungen gestiegen, viele angestoßene Reformen blieben unvollendet, er hat Feinde. Abiys Regierung könnte sich mehr Rückendeckung von Berlin wünschen, um dessen Kurs zu unterstützen.

TUNESIEN: Mit Tunesien hat Deutschland bereits seit 2017 enge Beziehungen über eine sogenannte "Reformpartnerschaft". Die Partnerländer dieses Programms verpflichten sich, im Gegenzug für finanzielle Unterstützung, weitreichende Reformen umzusetzen. So hat Tunesien beispielsweise seine Antikorruptionsbehörde reformiert und ausgebaut. Deutschland zählt zu den wichtigsten Geldgebern des kleinen nordafrikanischen Landes, das trotz Reformen mit großen wirtschaftlichen Problemen kämpft.

Afrikas wichtigste Volkswirtschaft SÜDAFRIKA befindet sich nach jahrelangem Niedergang nun unter Präsident Cyril Ramaphosa auf Reformkurs und wirbt um dringend benötigte Investitionen. Das Land sucht dabei den Schulterschluss mit Deutschland als einem seiner traditionell wichtigsten Handelspartner. Der Kap-Staat gilt auch mit Blick auf den geplanten afrikanischen Binnenmarkt mit seinen 1,2 Milliarden Verbrauchern als Sprungbrett für den Kontinent.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Saudi-Arabien erwartet für 2020 wachsendes Haushaltsdefizit. Für das Geschäftsjahr 2020 werde ein Minus von 187 Milliarden Rial erwartet, kündigte das Königreich am Montag an. Das entspricht etwa 45 Milliarden Euro. Im laufenden Haushaltsjahr hatte das Defizit noch bei umgerechnet 32 Milliarden Euro gelegen. RIAD - Angesichts niedriger Preise und Förderkürzungen beim Öl rechnet Saudi-Arabien für das kommende Jahr mit einem wachsenden Haushaltsdefizit. (Wirtschaft, 09.12.2019 - 20:23) weiterlesen...

UN-Entwicklungsagentur sieht Gefahr 'neuer großer Kluft'. Zusammen mit unterschiedlichen Bildungsstandards stellten diese Felder eine Bedrohung dar, heißt es in einem am Montag in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota veröffentlichten Bericht des UNDP. Bei falschen Maßnahmen drohe eine seit der Industrialisierung nicht gesehene "neue große Kluft". NEW YORK - Das UN-Entwicklungsprogramm UNDP sieht durch den technologischen Fortschritt und den Klimawandel ein wachsendes Risiko neuer Ungleichheiten in der Welt. (Wirtschaft, 09.12.2019 - 19:12) weiterlesen...

Deutschland gibt 500 Millionen mehr für Sicherung gegen Klimaschäden. Die Klimafrage entscheide sich in den Entwicklungs- und Schwellenländern, teilte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dazu am Montag mit. MADRID - Deutschland stellt im kommenden Jahr eine halbe Milliarde Euro zusätzlich bereit, um ärmere Länder besser gegen die Folgen des Klimawandels abzusichern. (Boerse, 09.12.2019 - 17:41) weiterlesen...

Schwesig fordert bei steigendem CO2-Preis sozialen Ausgleich. "Für Mecklenburg-Vorpommern ist entscheidend, dass die Pendlerinnen und Pendler berücksichtigt werden", sagte Schwesig am Montag. "Bei uns müssen viele Menschen oft lange Wege zu ihrem Arbeitsplatz zurücklegen. SCHWERIN - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat bei einem steigenden CO2-Preis einen sozialen Ausgleich und dabei eine stärkere Beteiligung des Bundes gefordert. (Boerse, 09.12.2019 - 16:10) weiterlesen...

EU-Haushaltsrahmen: Litauen lehnt Finnlands Kompromissvorschlag ab. Der Vorschlag für den mittelfristigen EU-Haushalt von 2021 bis 2027 sei "nicht akzeptabel für Litauen", erklärte Staatspräsident Gitanas Nauseda am Montag in Vilnius. "Er ebnet den Weg für die Herausbildung eines Europas der zwei Geschwindigkeiten", hieß es in einer Mitteilung der Präsidialkanzlei. VILNIUS - Litauen lehnt den Kompromissvorschlag der finnischen EU-Ratspräsidentschaft im Streit um den künftigen EU-Haushaltsrahmen ab. (Wirtschaft, 09.12.2019 - 16:09) weiterlesen...

Spitzen von CDU und CSU warnen SPD vor weiterer Selbstbeschäftigung. Der Koalitionsvertrag werde nicht nachverhandelt, "für Selbstbeschäftigungsmaßnahmen steht die Union nicht zur Verfügung", sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nach einer Telefonkonferenz der engsten Unionsspitze am Sonntagabend in Berlin. Daran hatten neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch die Parteichefs Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Markus Söder (CSU) teilgenommen. BERLIN - Die Spitzen von CDU und CSU warnen die SPD nach deren Linksschwenk davor, mit neuen Forderungen die Zusammenarbeit in der großen Koalition zu belasten. (Wirtschaft, 09.12.2019 - 06:33) weiterlesen...