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Regierungen, Deutschland

BERLIN - Jeder vierte Beschäftigte in Deutschland verdient weniger als zwölf Euro pro Stunde.

23.07.2020 - 05:22:29

Zehn Millionen Beschäftigte mit Stundenlohn unter zwölf Euro. Insgesamt betraf dies zuletzt 9,99 Millionen Beschäftigte, wie eine Antwort des Statistischen Bundesamts zeigt, die die Linke im Bundestag angefordert hatte. Die Auswertung der Behörde liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.

In Ostdeutschland lag der Anteil der Beschäftigungsverhältnisse mit unter zwölf Euro in der Stunde bei 36,7 Prozent. In Westdeutschland einschließlich Berlin betraf dies 24,7 Prozent der Beschäftigten. Diese im Juli erstellte Statistik des Bundesamts zeigt das Bild im April 2018.

Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst lag deutschlandweit bei 19,37 Euro. Am niedrigsten war er mit 15,86 Euro in Mecklenburg-Vorpommern. Am meisten verdienen die Beschäftigten in Hamburg - dort waren es laut Statistik 21,90 Euro.

Nach Wirtschaftsabteilungen wurde in der Gastronomie mit durchschnittlich 10,99 Euro am wenigsten gezahlt - gefolgt von der Gebäudebetreuung und dem Garten- und Landschaftsbau mit 11,99 Euro.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, Sabine Zimmermann, sagte der dpa, viel zu viele Beschäftigte würden mit niedrigen Löhnen abgespeist.

Das Mindestlohnkommission hatte Ende Juni empfohlen, dass der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland bis Mitte 2022 über die Marke von 10 Euro steigen soll. Die untere Absicherung für Geringverdiener soll demnach von jetzt 9,35 Euro in vier Stufen auf bis zu 10,45 Euro pro Stunde angehoben werden. Das Gremium aus Spitzenvertretern von Arbeitgebern und Gewerkschaften gibt der Regierung Empfehlungen, die diese dann in der Regel umsetzt.

Zimmermann sagte, die jüngste Empfehlung der Mindestlohnkommission sei nicht akzeptabel und zementiere den Niedriglohnbereich. "Die Arbeitgeber haben offensichtlich eine spürbare Anhebung des Mindestlohns verhindert." Nötig sei eine Erhöhung auf 12 Euro. "Millionen Beschäftigte würden davon profitieren, vor allem im Osten."

@ dpa.de

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