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Regierungen, Deutschland

BERLIN - Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstagmorgen 14 714 neue Corona-Infektionen gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland.

24.10.2020 - 19:37:58

14 714 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert. Da es allerdings am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Infektionszahlen gekommen war, könnten in der jüngsten Zahl der Neuinfektionen entsprechende Nachmeldungen enthalten sein. Auch am Samstagmorgen gab es zeitweise Unstimmigkeiten bei den angegebenen Zahlen.

Der deutliche Anstieg der Corona-Neuinfektionen um fast 3500 im Vergleich zum Freitag beruht auf einer Panne: "Aufgrund eines Serverausausfalls am RKI am 22.10.2020 wurden nicht alle Datensätze von den Gesundheitsämtern und zuständigen Landesbehörden übermittelt", hieß es am Samstag auf der RKI-Seite. "Damit wurde gestern die Differenz zum Vortag unterschätzt. Die Fälle wurden im Verlauf des gestrigen Tages nachübermittelt, wodurch die Differenz zum Vortag heute auch die nachübermittelten Fälle enthält und dadurch überschätzt wird." Betroffen von der Panne waren unter anderem Corona-Hotspots in Nordrhein-Westfalen.

Generell sind die derzeit sehr hohen Infektionszahlen jedoch nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar. Mittlerweile wird wesentlich mehr getestet - und damit werden auch mehr Infektionen entdeckt. Seit Beginn der Pandemie haben sich laut RKI in Deutschland 418 005 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 24.10., 00.00 Uhr).

Demnach sind 10 003 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben - es waren am Samstag 49 mehr als am Vortag. Mehr als 314 000 Menschen sind den Angaben zufolge wieder genesen. Demnach sind derzeit rechnerisch etwa 94 000 Menschen infiziert.

Die Inzidenz lag nach RKI-Angaben bundesweit bei 68,4 Fällen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Die höchsten Werte hatten demnach Berlin (112,8), Bremen (100,6), Hessen (93,9), Nordrhein-Westfalen (87,5), Bayern (74,4) und das Saarland (70,9) - die niedrigsten hatten Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit jeweils knapp über 24.

Intensivmedizinisch behandelt wurden am Samstag nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) 1203 Covid-Patienten. Fast die Hälfte von ihnen (533 Patienten; 44 Prozent) wurden invasiv beatmet.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,36 (Vortag: 1,23). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Samstag bei 1,38 (Vortag: 1,30). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

@ dpa.de

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