Regierungen, Medizintechnik

BERLIN - In der Debatte um eine allgemeine Corona-Impfpflicht haben Patientenschützer auf einen enormen Aufwand bei der Umsetzung hingewiesen.

02.12.2021 - 05:42:30

Patientenschützer warnen vor enormem Aufwand bei Impfpflicht. "Bisher sagt die Politik nicht, wie das finanziell, logistisch und personell gestemmt wird", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. Es brauchte dann eine Infrastruktur, die allein 2022 halbjährlich Impfungen für Millionen Menschen gewährleiste, erläuterte er mit Blick auf mögliche Auffrischungsimpfungen.

Es sei lebensfremd zu glauben, die Hausärzte könnten das zusätzlich leisten. "Schon jetzt laufen die niedergelassenen Ärzte mit ihrem Impfangebot heiß", sagte Brysch. "Leidtragende sind aktuell die Patienten, die medizinische Grundversorgung brauchen. Die Situation verschärft sich Tag für Tag."

Ohne den Aufbau von mindestens 400 Impfzentren werde es nicht gehen. "Schließlich handelt es sich hier um ein Angebot, das sieben Tage die Woche vorgehalten werden muss." Wer also eine Impfpflicht durchsetzen wolle, müsse Milliarden-Mehrkosten verantworten. "Noch schwieriger wird es sein, zehntausende Mitarbeiter für diese Aufgabe zu finden", sagte Brysch.

Bei einer Ministerpräsidentenkonferenz mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem designierten Nachfolger Olaf Scholz (SPD) soll es am Donnerstag auch um Vorbereitungen für die baldige Einführung einer allgemeinen Impfpflicht gehen. Scholz hatte sich dafür ausgesprochen, dass sie spätestens ab Anfang März kommt.

@ dpa.de

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