Haushalt, Steuern

BERLIN - Immer mehr Eltern melden sich wegen der Erkrankung eines Kindes arbeitsunfähig.

10.10.2017 - 16:20:24

Krankmeldungen wegen Kindern in zehn Jahren verdoppelt. Die Zahl der Fälle hat sich innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt: Im vorigen Jahr wurden 2,455 Millionen Fälle registriert. 2007 hatten sich noch 1,06 Millionen Eltern "kinderkrank" gemeldet, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstag) unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichtete.

Auch die Krankheitstage haben sich demnach verdoppelt, von 2,7 auf 5,5 Millionen. Die gesetzlichen Kassen zahlten dafür 223 Millionen Euro. 2007 seien es noch 106 Millionen Euro gewesen, wie aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Grünen-Anfrage hervorgeht.

Eltern können sich bis zu zehn Tage im Jahr arbeitsunfähig melden, weil ein Kind krank ist. Sie bekommen auf Antrag von der Kasse bis zu 70 Prozent des entgangenen Brutto- oder 90 Prozent des Nettolohnes erstattet. Seit 2015 gilt das auch für die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger.

Die Grünen-Familienpolitikerin Franziska Brantner, für die das Ministerium die Daten aufbereitete, erklärte, im Berufsalltag laufe nur dann alles gut, wenn niemand in der Familie krank werde. Eltern und vor allem Alleinerziehende stünden unter hohem Druck. "Wir brauchen mehr Zeit für Familien und eine familien-freundlichere Arbeitswelt."

Es reiche nicht, lediglich ein Gesetz zu schaffen, welches bestimmte Dinge auf dem Papier ermöglicht. "Man muss dafür Sorge tragen, dass dies auch in der Praxis umgesetzt werden kann und tatsächlich bei der Zielgruppe zu der versprochenen Erleichterung führt."

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer nannte es gegenüber der Zeitung erfreulich, dass immer mehr Frauen nach der Geburt eines Kindes in den Job zurückkehren. Dafür seien gute Rahmenbedingungen wichtig, wie bedarfsgerechte Ganztagskinderbetreuung in Kitas, Kindergärten und Schulen sowie ergänzend flexible Lösungen der Betriebe. "Dazu zählt auch die Option, dass Eltern ihr krankes Kind zu Hause betreuen", sagte er.

@ dpa.de

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