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Vermischtes, FSM e.V.

Berlin - Im letzten Jahr gingen bei der FSM-Beschwerdestelle insgesamt 6.024 Beschwerden ?ber rechtswidrige oder jugendgef?hrdende Online-Inhalte ein (2019: 5.985 Meldungen).

20.04.2021 - 13:07:46

Jugendschutz / Meldungen ?ber illegale und jugendgef?hrdende Online-Inhalte steigen weiter leicht an

Berlin - Im letzten Jahr gingen bei der FSM-Beschwerdestelle insgesamt 6.024 Beschwerden ?ber rechtswidrige oder jugendgef?hrdende Online-Inhalte ein (2019: 5.985 Meldungen). In 51 Prozent der F?lle (3.078 Meldungen) handelte es um begr?ndete Beschwerden - also Inhalte, die nach umfassender, individueller Pr?fung gegen deutsche Jugendmedienschutzgesetze versto?en.

Neben pornografischen Inhalten (50 Prozent) machten Darstellungen des sexuellen Missbrauchs Minderj?hriger mit 38 Prozent einen Gro?teil der begr?ndeten Beschwerden aus. Nach dem zuletzt starken Anstieg wurden 2020 insgesamt 1.174 begr?ndete F?lle registriert - rund 27 Prozent weniger als im Vorjahr (2019: 1.620 F?lle).

Konsequente und schnelle L?schung von Missbrauchsdarstellungen

Missbrauchsdarstellungen von Kindern oder Jugendlichen, die auf deutschen Servern gespeichert sind, leitet die FSM sofort an das Bundeskriminalamt (BKA) weiter und informiert im Notice-and-Takedown-Verfahren den Hostprovider. Dieser ist ab diesem Zeitpunkt verpflichtet, diese absolut unzul?ssigen und strafbaren Inhalte unverz?glich zu entfernen. Bis zur Abhilfe bzw. L?schung der Inhalte vergingen 2020 nach Eingang der Beschwerde bei der FSM im Durchschnitt 1,7 Tage - noch einmal weniger, als im Vorjahr (1,97 Tage). Auch im internationalen Vergleich der Beschwerdestellen z?hlt die FSM damit zu den schnellsten.

Insgesamt liegt die Entfernungsquote bei diesen Inhalten bei 100 Prozent. 85 Prozent wurden bereits zwei Tage nach der Erstmeldung entfernt.

Auch bei im Ausland gehosteten Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Minderj?hrigen informiert die Beschwerdestelle den Hostprovider. Zus?tzlich werden diese F?lle an die zust?ndige Partnerhotline im Beschwerdestellennetzwerk INHOPE weitergeleitet. Von diesen Inhalten befanden sich 2020 die meisten auf Servern in den Niederlanden (257 F?lle), gefolgt von Russland (172 F?lle). Die L?schquote der im Ausland gehosteten Inhalte lag eine Woche nach Erstmeldung bei 65 Prozent, nach vier Wochen bei 79 Prozent.

Auch gemeldete F?lle von Hasskriminalit?t steigen

Im Bereich der Hasskriminalit?t ist der Anteil der begr?ndeten Beschwerden im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent angestiegen (2020: 80 F?lle; 2019: 61 F?lle). Hierzu z?hlen neben Volksverhetzung (2020: 33 F?lle; 2019: 34 F?lle) auch Propagandamittel und Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (2020: 36 F?lle; 2019: 22 F?lle) sowie Leugnung des Holocaust bzw. Billigung, Verherrlichung oder Rechtfertigung der Naziherrschaft (2020: 11 F?lle; 2019: 5 F?lle). Waren die F?lle im Bereich Volksverhetzung nahezu gleich, so konnte in den beiden weiteren Kategorien ein teilweise deutlicher Anstieg beobachtet werden.

In 122 F?llen wurden Gewaltdarstellungen gefunden (2019: 107). Darunter fallen Gewalt- und Tierpornografie (43 F?lle), Gewaltverherrlichung (3 F?lle) sowie Verst??e gegen die Menschenw?rde (76 F?lle).

Leicht angestiegen sind in diesem Jahr ebenfalls die als jugendgef?hrdend eingestuften Inhalte (2020: 173; 2019: 125 Beschwerden). Darunter fallen bspw. alle F?lle der Entwicklungsbeeintr?chtigung (102 F?lle), d.h. sie sind f?r Kinder und Jugendliche einer bestimmten Altersstufe nicht geeignet. In 45 F?llen wurde eine offensichtlich schwere Entwicklungsgef?hrdung festgestellt, wie z.B. Angebote, die Essst?rungen wie Anorexie oder Bulimie glorifizieren. Solche Inhalte d?rfen nur Erwachsenen zug?nglich gemacht werden.

In 49 Prozent der insgesamt gemeldeten F?lle stellte die FSM-Beschwerdestelle keinen Versto? fest. Dies betrifft in der Regel F?lle, in denen das Recht auf freie Meinungs?u?erung ?berwiegt, Jugendschutzregeln nicht verletzt wurden oder Angebote zugangsgesch?tzt bzw. nicht auffindbar waren. Auch hier pr?ft und informiert die Beschwerdestelle die Melderinnen und Melder ?ber die Rechtslage, verweist auf zust?ndige Stellen oder jeweils passende Hilfs- und Beratungsangebote und gibt dar?ber hinaus Tipps zur sicheren Konfiguration von Ger?ten, die von Kindern und Jugendlichen genutzt werden.

Gemeinsam gegen illegale Online-Inhalte

Bereits seit 1998 leistet die FSM-Beschwerdestelle einen wichtigen Beitrag zur Bek?mpfung illegaler und jugendgef?hrdender Online-Inhalte. Notwendige Unterst?tzung sind hierbei die zahlreichen Hinweise der Nutzerinnen und Nutzer, die Inhalte an die FSM melden.

Um alle gleicherma?en auf dieses kostenlose Angebot aufmerksam zu machen und daf?r zu sensibilisieren, wie wichtig das Melden illegaler Inhalte im Netz ist, bietet die FSM Informationen zur Beschwerdestelle auch in Leichter Sprache sowie in einem Geb?rdensprachvideo an.

Martin Drechsler, Gesch?ftsf?hrer der FSM:

"Wir als FSM setzen uns gemeinsam mit unseren Mitgliedern daf?r ein, dass solche Inhalte aus dem Netz verschwinden bzw. f?r Kinder und Jugendliche nicht zug?nglich sind. Aber wir sind auch auf jede und jeden angewiesen, uns Inhalte zu melden. Die Voraussetzung daf?r ist, dass alle auch verstehen, an wen sie sich damit wenden k?nnen - unsere Informationen in Leichter Sprache und Geb?rdensprache sind dazu ein wichtiger Baustein."

Weitere Auswertungen und Grafiken der Statistiken finden Sie hier (https://www.fsm.de/de/statistik-beschwerdestelle-2020) .

?ber die FSM

Die FSM setzt sich daf?r ein, dass vor allem Kinder und Jugendliche mit einem sicheren und besseren Internet aufwachsen k?nnen. Dabei ist die Bek?mpfung illegaler und jugendgef?hrdender Online-Inhalte ist eine der Kernaufgaben der FSM, ebenso wie die umfangreiche Aufkl?rungsarbeit und Medienkompetenzf?rderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Dazu betreibt die FSM eine Beschwerdestelle, an die sich alle wenden k?nnen, um jugendgef?hrdende Online-Inhalte zu melden. Die FSM-Beschwerdestelle ist au?erdem Teil der International Association of Internet Hotlines - kurz INHOPE - ein weltweites Netzwerk, das sich schon seit 1999 f?r die Bek?mpfung von Darstellungen des sexuellen Kindesmissbrauchs einsetzt.

Pressekontakt:

FSM e.V., http://www.fsm.de; Wiebke Klecar, Beuthstr. 6, 10117 Berlin; Tel.: 030 24 04 84 - 43, mailto:klecar@fsm.de, Twitter: @FSM_de, Facebook: http://www.facebook.com/fsm.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/66501/4893577 FSM e.V.

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