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NABU

Berlin / Hamburg - Anl?sslich der heute beginnenden Weltleitmesse der Schiffstechnologie (SMM) fordert der NABU von der Branche ein klares Bekenntnis zu effektivem Klimaschutz auf See.

02.02.2021 - 15:02:39

NABU fordert von maritimer Wirtschaft effektiven Klimaschutz auf See / Miller: Schwer?l und Uralt-Technik sind keine Antwort auf die Klimakrise

Berlin/Hamburg - Anl?sslich der heute beginnenden Weltleitmesse der Schiffstechnologie (SMM) fordert der NABU von der Branche ein klares Bekenntnis zu effektivem Klimaschutz auf See. Die Umweltsch?tzer kritisieren, dass der Sektor bisher weitestgehend von gesetzlichen Vorgaben zur Treibhausgasminderung verschont geblieben ist und auch von sich aus keinerlei erkennbare Anstrengungen zur CO2-Reduktion unternimmt. Es sei h?chste Zeit, der Schifffahrt einen verl?sslichen aber auch ambitionierten Rahmen zu geben, der den Klimazielen von Paris nicht entgegensteht.

Leif Miller, NABU-Bundesgesch?ftsf?hrer: "Schwer?l und Uralt-Technik sind keine Antwort auf die Klimakrise. Nach wie vor fehlt es der Schifffahrt an einem ?berzeugenden Fahrplan, wie sie im Jahr 2050 emissionsfrei unterwegs sein kann. Branchentreffen wie die SMM sind ein Spiegelbild dieses Versagens. Wir m?ssen den Druck offenbar deutlich erh?hen, um den Sektor endlich auf Klimaschutzkurs zu bringen. Daher ist es richtig, dass der Gesetzgeber nun auf europ?ischer Ebene Effizienzsteigerungen, die Abschaffung der Steuerbefreiung mariner Kraftstoffe sowie eine Einbeziehung der Schifffahrt in den Emissionshandel diskutiert. Viel zu lange hat man die Branche gew?hren lassen. Nun steuern wir auf ein riesiges Abgasproblem zu - auch, weil Zehntausende Bestandsschiffe noch in Jahrzehnten am Markt sein werden."

S?nke Diesener, NABU-Experte f?r Schifffahrt und Klimaschutz: "Technologische L?sungen f?r deutliche Emissionsminderungen stehen in den Startl?chern. Aber ohne eine Ver?nderung der Rahmenbedingungen werden sich die emissionsfreien Alternativen nicht durchsetzen k?nnen. Billiges ?l, niedrige gesetzliche Standards und mangelnde Kontrolle untergraben die Bem?hungen in Sachen Klima- und Umweltschutz. Die Branche scheint noch nicht verinnerlicht zu haben, dass sie nur dann eine Zukunft hat, wenn es ihr gelingt, sich in Teilen neu zu erfinden und dabei den Aspekt der emissionsfreien Antriebe ins Zentrum ihrer Bem?hungen zu stellen. Im Kern ist das auch eine wichtige industriepolitische Frage f?r den europ?ischen Standort. Schmuddel-Image und Zukunftsindustrie passen nicht zusammen. Die naheliegende Antwort lautet: gr?ne Schifffahrt made in Europe."

Hintergrund:

NABU-Schifffahrtsexperte S?nke Diesener wird am Mittwoch auf der SSM unter anderem mit Industrievertretern von MSC und dem VDMA diskutieren, wie Klima- und Umweltschutz f?r die Schifffahrt vorangetrieben werden k?nnen. Kurzfristige L?sungen werden angesichts der Klimakrise dringend gebraucht, denn auf die Schifffahrt entfallen aktuell bereits etwa drei Prozent der globalen CO2 Emissionen, Tendenz stark steigend.

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO) hat sich bislang noch nicht ausreichend zu den Pariser Klimazielen bekannt, sie will bis 2050 die Treibhausgasemissionen gegen?ber 2008 gerade einmal um 50 Prozent senken. In drei Etappen sollen kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ma?nahmen zur Erreichung dieses Ziels beschlossen werden. Im Juni 2021 soll der Effizienzstandard EEXI etwas beschlossen werden. Die Ma?nahmen reduzieren den Aussto? von Treibhausgasen bis 2030 voraussichtlich aber nur um 0,8 - 1,6 Prozent - w?hrend f?r denselben Zeitraum ein Anstieg der Gesamtemissionen von 15 Prozent prognostiziert ist.

Aufgrund des unbefriedigenden Prozesses auf IMO-Ebene hat sich die Europ?ische Union im letzten Jahr zu einem entschiedeneren Vorgehen bekannt und unter anderem versch?rfte Effizienzstandards, eine Einbeziehung in den europ?ischen Emissionshandel, die ?berpr?fung der Energiesteuers?tze f?r marine Kraftstoffe sowie eine Landstrompflicht angek?ndigt.

Pressekontakt:

S?nke Diesener, NABU-Experte f?r Schifffahrt und Klimaschutz,Mobil +49 (0)173-9001782, E-Mail: Soenke.Diesener@NABU.de

NABU-Pressestelle Julian Bethke | Britta Hennigs | Katrin Jetzlsperger | Silvia Teich Tel. +49 (0)30.28 49 84-1538 | -1722 | -1534 | -1588 Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de

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