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BERLIN - Entwicklungsminister Gerd Müller hat vor einem internationalen Aktionstag verstärkte Bemühungen im Kampf gegen Kinderarbeit angekündigt.

11.06.2019 - 16:33:24

Entwicklungsminister ruft zum Kampf gegen Kinderarbeit auf. Weltweit müssten immer noch 150 Millionen Kinder arbeiten, um ihr Überleben zu sichern, kritisierte der CSU-Politiker am Dienstag in Berlin. Gerade Entwicklungsländer seien darauf angewiesen, dass ihre Kinder lernen und ihr Potenzial voll entfalten könnten, um eine bessere Zukunft aufzubauen. Am Mittwoch ist der Internationale Tag gegen Kinderarbeit.

"Jedes Unternehmen muss bei seiner Lieferkette auf die Einhaltung grundlegender Mindeststandards achten. Ich hoffe aber auch auf ein weiteres Umdenken der Verbraucher", so Müller. Billige Schokolade, Kleidung und Bananen hätten ihren Preis. "Wenn Kinder dafür arbeiten müssen, dann ist der Preis zu hoch", erklärte Müller. In den vergangenen 25 Jahren sei Kinderarbeit bereits halbiert worden. Das Ziel sei es, Kinderarbeit ganz zu beenden.

In Afrika ist der Anteil von Kindern, die arbeiten müssen, nach Angaben aus dem Ministerium am höchsten und in den vergangenen vier Jahren gestiegen. Dort müsse jedes fünfte Kind arbeiten. Jedes zehnte Kind in Afrika sei zudem von den schlimmsten Formen von Kinderarbeit und Ausbeutung betroffen - dazu gehören Arbeit in Minen in Zentralafrika, Einsatz von Kindern als Soldaten und Missbrauch in der Prostitution.

Laut Unicef ist die Zahl der von Kinderarbeit betroffenen Jungen und Mädchen zwar zwischen 2000 und 2016 um beinahe 100 Millionen gesunken, zuletzt habe sich der Rückgang aber verlangsamt. "Um Kinder wirksam vor Ausbeutung zu schützen, müssen sich die Lebensbedingungen der betroffenen Kinder ändern", sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland.

Unicef zählt jede Tätigkeit als Kinderarbeit, für die Minderjährige zu jung sind oder die gefährlich beziehungsweise ausbeuterisch ist. Auch Arbeiten, die körperliche oder seelische Schäden hervorrufen sowie Tätigkeiten, die Kinder vom Schulbesuch abhalten, gelten laut Unicef als Kinderarbeit.

@ dpa.de

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