Agrar, Dürreschäden

Berlin - Die wochenlange Dürre in vielen Regionen Deutschlands hat in der Landwirtschaft nach ersten Schätzungen aus den Ländern Schäden von mehr als einer Milliarde Euro angerichtet.

11.08.2018 - 09:30:24

Nach wochenlanger Hitze - Länder melden Dürreschäden von mehr als einer Milliarde Euro

Vor einem erneuten Bund-Länder-Treffen an diesem Montag summieren sich die Meldungen mehrerer teils stark betroffener Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bereits auf 1,1 Milliarden Euro. Der Bauernverband hat Hilfen von einer Milliarde Euro für Landwirte gefordert, die wegen der Trockenheit schwere Ernteausfälle erleiden.

Allein für Schleswig-Holstein meldete das dortige Agrarministerium einen geschätzten Dürre-Schaden von 422 Millionen Euro an den Bund. Sachsen übermittelte eine Schätzung von rund 308 Millionen Euro, Sachsen-Anhalt von 237 Millionen Euro. Für Hessen geht das Landesagrarministerium davon aus, dass die Bauern Ernteausfälle von bis zu 150 Millionen Euro zu verkraften haben. Für die Forstwirtschaft des Landes werden zudem Verluste von rund 30 Millionen prognostiziert.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte die Länder aufgerufen, über Schäden und vorgesehene Hilfen zu informieren. Am Montag wollen Ministeriumsexperten von Bund und Ländern erneut über die Lage beraten, nachdem sie Ende Juli eine erste Bestandsaufnahme gemacht hatten. Bei den Schäden beobachten auch die Länder regionale Unterschiede. Entscheidungen zu Hilfen werden vorerst nicht erwartet.

Zuständig für Nothilfen an Landwirte sind zuerst die Länder. Vor einer Entscheidung über mögliche Bundeszahlungen will Klöckner den Abschluss der Ernte und die amtliche Erntebilanz abwarten, die für Ende August vorgesehen ist. Dabei müsste festgestellt werden, dass es sich um Schäden von «nationalem Ausmaß» handelt. Zuletzt war dies 2003 wegen einer Dürre der Fall. Der Bund und mehrere Länder stellten damals insgesamt 72 Millionen Euro bereit. Viehhaltern, bei denen das Futter akut knapp wird, hat Klöckner nun schnellere Hilfen von Bund und Ländern in Aussicht gestellt.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Reiche Ernte - Obstbauern mit Apfelernte zufrieden. Auch für Verbraucher gibt es gute Nachrichten. Die Obstbauern im Norden sind zufrieden: Die Apfelernte ist fast abgeschlossen und dieses Jahr sehr gut ausgefallen. (Wirtschaft, 21.10.2018 - 09:23) weiterlesen...

Obstbauern mit Apfelernte zufrieden - reiche Ernte. Auch Verbraucher können sich freuen: Mit steigenden Preisen muss nicht gerechnet werden, sagte Helwig Schwartau von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft in Hamburg. Die Qualität der Äpfel sei dieses Jahr gut. Die Früchte aus dem Alten Land, der Region Cuxhaven und dem Süden Schleswig-Holsteins hätten dieses Jahr eine gute Größe, erklärte Schwartau. Zuvor hatten Betriebe befürchtet, dass es wegen der Trockenheit nur sehr kleine Äpfel geben würde. Hannover - Die Apfelernte in Niedersachsen ist so gut wie abgeschlossen - und eine erste Bilanz der Obstbauern fällt positiv aus. (Politik, 21.10.2018 - 07:44) weiterlesen...

Bauernverband: Dürrehilfe kommt nicht an. Das Verfahren lasse eine schnelle und effektive Dürrehilfe nicht zu, erklärte Rukwied. Die Präsidenten der Landesbauernverbände fordern deshalb von Bund und Ländern, das Hilfsprogramm zu vereinfachen. Die Bauern in Deutschland hatten aufgrund zu geringer Regenfälle und hoher Temperaturen die schlechteste Ernte seit Jahren eingefahren. Bund und Länder haben Hilfen von insgesamt 340 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Berlin - Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, hat die Umsetzung der zwischen Bund und Ländern beschlossenen Dürrehilfe für Bauern kritisiert. (Politik, 18.10.2018 - 11:34) weiterlesen...