Indikatoren, Deutschland

BERLIN - Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Yasmin Fahimi, hat eine grundsätzliche Kehrtwende in der deutschen Flüchtlingspolitik gefordert.

22.05.2022 - 13:55:28

DGB-Chefin für grundsätzliche Kehrtwende in der Flüchtlingspolitik. Sie solle sich an den Regelungen für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine orientieren. "Ich denke an den schnellen Anspruch auf Grundsicherung, aber vor allem auch den direkten Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag).

"Mir ist nicht wirklich erklärlich, warum wir dieses System der Unterscheidung zwischen Grundsicherung und Asylbewerberleistungen immer noch aufrechterhalten", erklärte sie. Zugleich beklagte Fahimi bürokratische Hürden bei der Integration ukrainischer Flüchtlinge. "Bevor die Geflüchteten irgendwelche Leistungen in Anspruch nehmen können, müssen sie zur Ausländerbehörde, um sich den Aufenthalt bestätigen zu lassen. Dafür brauchen sie einen persönlichen Termin - und das ist im Moment das Nadelöhr. Das dauert oft viele Wochen."

Das sei eine gefährliche Phase, in der die Menschen aus der Ukraine "nicht wohlgemeinte und zum Teil illegale Job-Angebote" bekämen, sagte Fahimi. Sie mahnte, die Flüchtlinge nicht als Lösung für den Fachkräftemangel in Deutschland zu sehen. Wie lange die Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland blieben, könne niemand sagen. "Wer glaubt, das Fachkräfteproblem in Deutschland durch die Ukrainerinnen und Ukrainer zu lösen, der ist schief gewickelt", sagte Fahimi.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt im Juni wegen Ukraine-Effekts. Mit 102,9 Punkten habe das Barometer im Juni 2,4 Punkte weniger gezeigt als noch im Mai, teilte das Institut am Dienstag in Nürnberg mit. Dies sei der zweitstärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung - lediglich auf dem Höhepunkt des ersten Corona-Lockdowns im April 2020 fiel der Rückgang noch deutlicher aus. NÜRNBERG - Die Aufnahme der Ukraine-Flüchtlinge in die Grundsicherung hat das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg deutlich fallen lassen. (Wirtschaft, 28.06.2022 - 12:16) weiterlesen...

Ifo: Ostdeutsche Wirtschaft sollte trotz Turbulenzen expandieren. Der Ausblick in der Weltwirtschaft habe sich seit Dezember 2021 zwar deutlich eingetrübt, teilte das Institut am Dienstag mit. Dennoch dürfte die Wirtschaft in Ostdeutschland weiterhin expandieren. Allerdings versah das Institut seine Vorhersage mit einem Fragezeichen. Denn die Prognose sei vor Mitte Juni abgeschlossen worden - als die Gas-Krise so noch nicht absehbar war. DRESDEN - Die ostdeutsche Wirtschaft wird nach einer Prognose des Dresdner Ifo Instituts trotz aller Turbulenzen in diesem und im kommenden Jahr wachsen. (Wirtschaft, 28.06.2022 - 12:00) weiterlesen...

Deutsche Firmen zeigen sich robust. Dennoch ist eine Pleitewelle ausgeblieben. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen war im ersten Halbjahr sogar rückläufig, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Dienstag berichtete. Allerdings befürchten die Experten angesichts der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen in der zweiten Hälfte eine Trendumkehr. NEUSS - Der Ukraine-Krieg und seine wirtschaftlichen Folgen stellen die Unternehmen in Deutschland vor große Herausforderungen. (Wirtschaft, 28.06.2022 - 11:36) weiterlesen...

Deutschland: Zahl der Firmenpleiten trotz Ukraine-Krieg weiter rückläufig. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform registrierte im ersten Halbjahr 7300 Unternehmensinsolvenzen, wie sie am Dienstag mitteilte. Das waren 2,8 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allerdings befürchten die Experten angesichts der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen in der zweiten Jahreshälfte eine Trendumkehr. NEUSS - Trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen durch den Ukraine-Krieg ist die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland gesunken. (Wirtschaft, 28.06.2022 - 11:11) weiterlesen...

WDH/Deutschland: Zu- und Abwanderungen nähern sich dem Niveau vor Corona (Tippfehler in der Überschrift behoben: Niveau) (Wirtschaft, 28.06.2022 - 09:49) weiterlesen...

Deutschland: Zu- und Abwanderungen nähern sich dem Nivea vor Corona. Damit näherte sich die Nettowanderung wieder dem Niveau vor der Corona-Pandemie, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Im ersten Corona-Jahr 2020 hatte es nur 220 000 mehr Zu- als Fortzüge gegeben. WIESBADEN - Im vergangenen Jahr sind knapp 330 000 Personen mehr nach Deutschland zugezogen als fortgezogen. (Wirtschaft, 28.06.2022 - 09:44) weiterlesen...