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Vermischtes, foodwatch e.V.

Berlin - Die Verbraucherorganisation foodwatch hat die Vermarktung sogenannter "Bruderhahn-Eier" kritisiert.

30.03.2021 - 14:57:45

foodwatch kritisiert Bruderhahn-Eier: Weder tierfreundlich noch nachhaltig. Die Bruderhahnzucht sei unwirtschaftlich und zementiere die katastrophalen Zust?nde in der H?hnerhaltung.

Berlin - Die Verbraucherorganisation foodwatch hat die Vermarktung sogenannter "Bruderhahn-Eier" kritisiert. Die Bruderhahnzucht sei unwirtschaftlich und zementiere die katastrophalen Zust?nde in der H?hnerhaltung. foodwatch forderte stattdessen den Umstieg auf sogenannte Zweinutzungsh?hner: Diese robusteren und weniger krankheitsanf?lligen Rassen eigneten sich sowohl f?r die Eier- als auch zur Fleischproduktion.

"Die Aufzucht der Bruderh?hne ist Augenwischerei - sie ?ndert nichts am Leid der hochgez?chteten Legehennen, sie ist weder tierfreundlich noch nachhaltig" , sagte Matthias Wolfschmidt, Veterin?rmediziner und Strategiedirektor bei foodwatch. "Es ist h?chste Zeit, dass die tierqu?lerische Hochleistungszucht gesetzlich verboten und durch die Zucht von robusteren und ges?nderen H?hnerrassen ersetzt wird."

Jedes Jahr werden Millionen m?nnlicher K?ken der Legehennenrassen direkt nach dem Schl?pfen get?tet, weil ihre Aufzucht unwirtschaftlich w?re. "Bruderhahn-Eier" stammen hingegen aus Betrieben, in denen die m?nnlichen K?ken zur Fleischerzeugung aufgezogen werden. Subventioniert wird das mit einem Aufpreis auf die Eier.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kl?ckner rief die Verbraucherinnen und Verbraucher Anfang der Woche dazu auf, beim Ostereinkauf im Sinne des Tierwohls zu Eiern aus Haltung ohne K?kent?ten zu greifen - also auch zu Bruderhahn-Eiern.

"Frau Kl?ckner tischt den Menschen ein M?rchen auf. Die Wahrheit ist: Die Verbraucherinnen und Verbraucher k?nnen das tierqu?lerische System nicht mit dem Kauf vermeintlich ethisch korrekter Ostereier reparieren. Statt die Verantwortung abzuschieben sollte die Bundesregierung ihre Arbeit machen und das im Grundgesetz verankerte Staatsziel Tierschutz umsetzen" , sagte Matthias Wolfschmidt.

foodwatch kritisierte, dass das krankmachende System der Hochleistungszucht nicht tierfreundlicher werde, nur weil man auf das K?kent?ten verzichte. Viele Millionen Legehennen litten - weil sie auf das Legen von maximal vielen Eiern gez?chtet w?rden - unter teils schwerwiegenden Krankheiten, wie Knochenbr?chen und Brustbeinsch?den. Diese genetische Veranlagung f?hre dazu, dass auch die M?nnchen nur wenig Fleisch ansetzten, aber gleichzeitig sehr viel hochwertiges Futter ben?tigten.

Ihre Mast gehe somit mit einem hohen Ressourcenverbrauch einher. Zudem entspreche das Fleisch von Bruderh?hnen lediglich der Qualit?t eines Suppenhuhns, so foodwatch. In der landwirtschaftlichen Praxis lie?en sich die Mehrkosten f?r die Bruderhahnmast mit einer bedarfsgerechten F?tterung kaum durch die Quersubventionen ?ber die Eier decken. Die F?tterung mit ungeeignetem Futter k?nne zu ern?hrungsbedingte St?rungen f?hren, etwa Federpicken, Kannibalismus und Fu?ballenentz?ndungen.

Zweinutzungsh?hner seien im Gegensatz zu den gew?hnlichen Legehennenrassen weniger krankheitsanf?llig, erkl?rte foodwatch. Die Tiere erbr?chten keine krankmachenden H?chstleistungen, k?nnten aber wirtschaftlich gehalten werden: Die Hennen legten etwa 230 bis 250 Eier im Jahr, durchschnittlich also etwa 50 bis 70 Eier weniger als eine Hochleistungshenne. Au?erdem bes??en die H?hne ein gutes Wachstumsverm?gen und eine deutlich bessere Fleischqualit?t als die eines Bruderhahns.

Quellen und weiterf?hrende Informationen:

foodwatch-Ern?hrungsfrage des Monats April: Ist die Aufzucht von "Bruderh?hnen" die L?sung f?r das K?kent?ten? (https://www.foodwatch.org/de/frage-des-monats/20 21/ist-die-aufzucht-von-bruderhaehnen-die-loesung-fuer-das-kuekentoeten/)

Pressekontakt:

foodwatch e.V. Sarah H?user E-Mail: mailto:presse@foodwatch.de Tel.: +49 (0)170 523 74 71

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/50496/4877652 foodwatch e.V.

@ presseportal.de