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BERLIN - Die Steuerbelastung von Rentnern ist innerhalb von zehn Jahren teilweise um rund das Fünffache gewachsen.

20.11.2019 - 05:35:24

Steuerbelastung der Rentner teils deutlich gestiegen. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Das MDR-Magazin "Umschau" berichtete ebenfalls darüber. So werden bei Neurentnern auf eine monatliche Bruttorente von 1500 Euro jetzt 430 Euro Einkommensteuer pro Jahr fällig, 2010 waren es erst 79 Euro.

Bei 1700 Euro Monatsbruttorente wurden bei Rentenbeginn 2010 294 Euro fällig, in diesem Jahr sind es 758 Euro. Lagen die Bezüge bei 2000 Euro, waren es 2010 für das Jahr 679 Euro Einkommensteuer, derzeit sind es 1326 Euro. Wer eine Rente von 1200 Euro erhält, zahlt demnach erst ab diesem Jahr Einkommensteuer - nämlich 31 Euro. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte die zunehmende Rentenbesteuerung als "faktische Rentenkürzung".

Hintergrund ist eine 2005 eingeführte Änderung. Bis dahin galt ein Freibetrag von 50 Prozent der Rente. Seitdem steigt die Besteuerungsanteil der Rente um zunächst jährlich zwei Prozentpunkte. Bis zu diesem Jahr sank der Freibetrag auf 22 Prozent. Im Gegenzug können seit 2005 Rentenbeiträge mehr und mehr vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden. Geltend gemacht werden können auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und manche alltägliche Ausgaben.

Fällig wird die Steuer, wenn die Gesamteinkünfte eines Rentners über dem Grundfreibetrag (9168 Euro) liegen. Im Durchschnitt lag die Rente 2018 bei 1219 Euro.

Bartsch sagte der dpa: "In den nächsten Jahren wird die Steuerlast auch für kleine und mittlere Renten immer weiter steigen." Er forderte Finanzminister Olaf Scholz und Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) auf, ein Konzept mit deutlich höheren Freibeträgen vorzulegen, die kleine und mittlere Renten schützen.

Insgesamt flossen 2015 rund 34,65 Milliarden Euro Einkommensteuer von Steuerpflichtigen mit Renteneinkünften an den Staat.

@ dpa.de

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