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BERLIN - Die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner sollten aus Sicht der Deutschen Rentenversicherung künftig möglichst vor großen Unregelmäßigkeiten bei der jährlichen Rentenanpassung bewahrt werden.

29.12.2021 - 06:04:29

Rentenpräsidentin: Glatteren Verlauf der Rentenerhöhungen ermöglichen. "Wir haben gesehen, dass es in einer länger anhaltenden Krise wie jetzt in der Pandemie Sprünge bei der Höhe der Rentenanpassung gibt", sagte die Präsidentin der Rentenversicherung, Gundula Roßbach, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Hintergrund ist, dass die Renten im neuen Jahr deutlich, aber weniger stark als zunächst vorhergesagt steigen sollen - nachdem sie 2021 coronabedingt lediglich stabil geblieben waren. Ursprünglich war für Juli 2022 eine Rentenerhöhung um 5,2 Prozent im Westen und 5,9 im Osten geschätzt worden. Die Ampelkoalition hatte aber angekündigt, dass sie den sogenannten Nachholfaktor wieder einführen will. Dies dürfte eine um rund 0,8 Prozentpunkte niedrigere Erhöhung bewirken. 2021 hatte es eine Nullrunde im Westen und plus 0,72 Prozent im Osten gegeben.

"Die Rentenerhöhung im nächsten Jahr soll gedämpft werden, indem der Nachholfaktor wieder eingeführt wird", stellte Roßbach fest. Die endgültige Höhe der Anpassung zum 1. Juli 2022 werde wie jedes Jahr allerdings erst im Frühjahr feststehen. Der Nachholfaktor wirkt sich aus, wenn wie 2021 eine Rentengarantie gegriffen hat. Ohne diese Garantie hätten die Renten 2021 aufgrund sinkender Löhne gekürzt werden müssen. Die Rentengarantie verhinderte eine Kürzung - mit dem Nachholfaktor wird dies im kommenden Jahr ausgeglichen.

Deutschlands Arbeitgeber begrüßten die Aktivierung des Nachholfaktors. "Selbstverständlich gibt es Rentner, bei denen die Rente nicht auskömmlich ist", sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der dpa. "Aber die Wahrheit ist auch, dass es die bestversorgte Rentnergeneration ist, die dieses Land jemals hatte." DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel hatte dagegen kritisiert, dass das Wiedereinsetzen des Nachholfaktors zu einer weiteren Abkopplung der Renten von der Entwicklung der Löhne führen werde.

Insgesamt zog Roßbach ein positives Fazit der Rentenentwicklung in der Coronakrise. "Die Rentenversicherung ist bisher gut durch die Pandemie gekommen und hält für das neue Jahr positive Botschaften für die Menschen in Deutschland bereit", sagte die DRV-Präsidentin. Wichtig sei, dass auf Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld Beiträge gezahlt würden. "In Krisenzeiten entstehen den Versicherten so keine Lücken in ihrer Versicherungsbiografie."

Die Einkommen, auf die Beiträge gezahlt werden, hätten sich wieder stabilisiert, so Roßbach. "Die Pflichtbeiträge aus Erwerbstätigkeit werden 2021 voraussichtlich um 3,5 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen", teilte sie mit. "Wir haben aktuell eine entsprechend hohe Rücklage, die zum Jahresende voraussichtlich um die 1,55 Monatsausgaben liegen wird, also noch über der gesetzlichen Obergrenze von 1,5 Monatsausgaben."

@ dpa.de

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