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Transport, Verkehr

BERLIN - Die körperlichen Angriffe auf Lokführer und Zugbegleiter haben einer Umfrage zufolge zugenommen.

30.06.2020 - 17:08:34

Gewerkschaftsumfrage: Zugpersonal wird häufiger angegriffen. Im Berufsjahr 2018 sah sich ein Zugbegleiter demnach im Schnitt zwei Angriffen auf die eigenen Person ausgesetzt, bei Lokführern war es im Schnitt eine Attacke pro Jahr, wie aus der Untersuchung der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) hervorgeht, die sie am Dienstag vorgestellt hat. Bei einer ähnlichen Umfrage, die Jahre zuvor für das Jahr 2015 durchgeführt wurde, waren es bei Lokführern noch 0,74 Angriffe und bei Zugbegleitern 1,5.

Die nun ausgewertete Befragung war bereits im Frühjahr 2019 durchgeführt worden. Teilgenommen hatten rund 2500 Beschäftigte von Eisenbahn-Unternehmen, die dafür einen mehrseitigen Fragebogen ausfüllen mussten. Lokführer bildeten dabei mit zwei Dritteln die größte Gruppe, Zugbegleiter stellen wiederum ein Drittel der Befragten. In geringem Umfang nahmen auch andere Berufsgruppen wie Bordgastronomen oder das Sicherheitspersonal an der Umfrage teil.

Aufgrund ihres direkten Kontakts zu den Fahrgästen sahen sich die Zugbegleiter in deutlich höherem Umfang Beleidigungen ausgesetzt als die Lokführer. Mehr als 97 Prozent äußerten sich als betroffen. Im Schnitt berichteten sie von mehr als 35 Beleidigungen pro Arbeitsjahr. Bei den Lokführern war es weniger als die Hälfte. Doch auch hier berichteten 85 Prozent von solchen Vorkommnissen.

"Das ist ein unhaltbarer Zustand, der mit allen Mitteln schnellstmöglich verbessert werden muss. Unsere Kolleginnen und Kollegen werden bisher nicht ausreichend geschützt", teilte GdL-Chef Claus Weselsky am Dienstag bei der Präsentation der Umfrage mit. Vor allem mit Blick auf Vorsorge sowie der Betreuung der Arbeitgeber nach solchen Ereignissen müsse sich dringend etwas ändern.

Bei der Deutschen Bahn wurden im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge 2550 Angriffe auf Mitarbeiter registriert und damit gute 60 weniger als noch 2018. "Jeder Angriff ist einer zu viel", teilte der bundeseigene Konzern am Dienstag mit. "Deeskalationstrainings gehören zur regelmäßigen Fortbildung von 20 000 Bahnmitarbeiter mit direktem Kundenkontakt."

@ dpa.de

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