Regierungen, Deutschland

BERLIN - Die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eindringlich für ein rasches konzertiertes Vorgehen von Bund und Ländern gegen die vierte Corona-Welle geworben.

10.11.2021 - 19:48:30

Merkel: Rasche gesamtstaatliche Kraftanstrengung gegen Corona-Welle. "Wir brauchen hier wieder eine gesamtstaatliche Kraftanstrengung", sagte Merkel am Mittwochabend vor Beratungen mit dem portugiesischen Premierminister António Costa und dem lettischen Ministerpräsidenten Krisjanis Karins im Gästehaus der Bundesregierung in Meseberg nördlich von Berlin. Man müsse schnellstmöglich zu einer Ministerpräsidentenkonferenz mit Bund und Länder zusammenkommen, "um ein harmonisches, gleichlautendes Verhalten und gleichlautende Maßnahmen in Deutschland durchzuführen".

"Das Coronavirus nimmt keine Rücksicht darauf, ob wir gerade eine geschäftsführende Regierung haben, ob wir gerade Koalitionsverhandlungen haben", sagte Merkel. Die Impfrate in Deutschland sei "nicht hoch genug, um ein schnelles Ausbreiten des Virus zu verhindern. Wir haben das gewusst, das Robert Koch-Institut hat uns das gesagt." Jede Impfrate der Gesamtbevölkerung unterhalb von 75 Prozent sei damit verbunden, dass man ein exponentielles Wachstum mit zuviel Belegung der Intensivbetten haben werde. "Das heißt, wir brauchen Maßnahmen, um den Anstieg einzudämmen."

Neben der Frage, ob noch mehr Menschen geimpft werden könnten, gehe es darum, dass vor allem die über 60-Jährigen schnell eine Auffrischungsimpfung erhielten, sagte Merkel. Dies seien etwa 24 Millionen Menschen, wenn man die Pflegekräfte dazurechne, sogar noch mehr. "Diese Impfung muss schnell erfolgen, weil die Wirkung nachlässt und die Impfungen oft schon länger als ein halbes Jahr zurückliegen." Die Kanzlerin betonte: "Das bedarf also einer wirklichen gemeinsamen nationalen Kraftanstrengung." Zudem müssten zusätzliche Maßnahmen wie etwa 2G (geimpft oder genesen) eingesetzt werden, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. "Denn die Zahl der belegten Intensivbetten steigt steil an", sagte Merkel.

Dafür habe man den Hospitalisierungsindex festgelegt, erinnerte die Kanzlerin. "Aber wir haben keinen Maßstab, ab dem wir handeln müssen." Als das deutsche Gesundheitssystem zum Jahreswechsel 2020/21 sehr belastet gewesen sei, habe es einen Hospitalisierungsindex von 15,9 gegeben. In einigen Bundesländern sei man - abhängig von der Impfquote - "jetzt schon wieder deutlich über 10. Das heißt: Handeln muss schnell verabredet werden." Zudem müsse man zu einer Kontrolle der beschlossenen Maßnahmen kommen.

Die Pandemie zeige derzeit in ganz Europa wieder ihre Wintereigenschaften, sagte Merkel. Portugal habe eine fantastische Impfrate, 86 Prozent der gesamten Bevölkerung seien geimpft. Dies bedeute im Gegenzug, dass dort die Zahl der Fälle geringer sei. Lettland sei dagegen durch eine sehr schwere Zeit gegangen, in der viele Menschen verstanden hätten, dass es besser sei, sich impfen zu lassen - so dass man sich, aber auch die Gemeinschaft schütze.

@ dpa.de

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