Haushalt, Steuern

BERLIN - Die Deutschen schultern im Vergleich aller Industriestaaten eine überdurchschnittlich hohe Steuer- und Abgabenlast.

11.04.2017 - 19:48:33

Enorme Abgabenlast in Deutschland. Nach einer am Dienstag vorgestellten Studie der OECD zahlt ein lediger, kinderloser Durchschnittsverdiener in Deutschland durchschnittlich 49,4 Prozent seines Einkommens an den Staat. Unter allen 35 OECD-Staaten ist die Abgabenlast für diesen Personenkreis nur in Belgien noch höher als in Deutschland.

BERLIN - Die Deutschen schultern im Vergleich aller Industriestaaten eine überdurchschnittlich hohe Steuer- und Abgabenlast. Nach einer am Dienstag vorgestellten Studie der OECD fließen bei einem ledigen, kinderlosen Durchschnittsverdiener in Deutschland durchschnittlich 49,4 Prozent der gesamten Arbeitskosten an den Staat - einschließlich des Arbeitgeberanteils an den Sozialabgaben. Unter allen 35 OECD-Staaten ist die Abgabenlast für diesen Personenkreis nur in Belgien noch höher.

Bei einem verheirateten Alleinverdiener mit zwei Kindern sieht es durch Zuschüsse wie Kindergeld und Steuervorteile etwas besser aus. Für sein Arbeitseinkommen lag die Steuer- und Abgabenlast im vergangenen Jahr den Berechnungen zufolge bei 34 Prozent. Deutschland liegt damit auf Platz neun - aber noch immer über dem OECD-Schnitt von 26,6 Prozent.

Die Belastung der Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben abzüglich staatlicher Zuschüsse lag in Deutschland auch 2016 deutlich über dem Durchschnitt aller 35 OECD-Länder. Der Studie zufolge liegt das vor allem an den vergleichsweise hohen Sozialabgaben, die von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu tragen sind.

Roland Döhrn von Wirtschaftsforschungsinstitut RWI sagte bei der Präsentation einer ähnlichen Studie in Berlin, die höchste Steuer- und Abgabenbelastung werde bereits bei Jahreseinkommen ab 50 000 Euro erreicht. Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung, die die RWI-Studie in Auftrag gegeben hatte, sieht deshalb dringenden Korrekturbedarf. Vor allem die mittleren Einkommen müssten entlastet werden, sagte der stellvertretende Vorsitzende Karl-Heinz Paqué.

Der Bund der Steuerzahler forderte die sofortige Abschaffung des Solidaritätszuschlags und eine Reform des Einkommensteuertarifs. So plädierte der Verband dafür, dass der Spitzensteuersatz erst ab einem Einkommen von 80 001 Euro greift.

"Die Steuerbelastung steigt zu schnell an, und der Spitzensteuersatz greift zu früh", sagte auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Man müsse darauf achten, "dass der Faktor Arbeit in Deutschland nicht zu teuer" werde. "Das müssen alle berücksichtigen, die politische Verantwortung tragen oder tragen wollen", sagte Schäuble der "Bild"-Zeitung (Mittwoch) mit Blick auf den bevorstehenden Bundestagswahlkampf.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer warb für "mutige Strukturreformen", um die Sozialbeiträge unter 40 Prozent zu halten. "Ein weiterer Anstieg würde Beschäftigung und Wachstum stark gefährden", warnte Kramer.

Die Belastung der Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben sei im OECD-Raum insgesamt erneut leicht gesunken, sagte OECD-Experte Pascal Saint-Amans. "Allerdings ist dieser Trend vor allem das Resultat von Reformanstrengungen in einigen wenigen Ländern." Nach seinen Worten könnten Steuersenkungen speziell im Bereich der kleinen und mittleren Einkommen Arbeitsanreize schaffen und dadurch ein wichtiger Wachstumsmotor sein.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Baltenstaaten gegen Kürzungen des EU-Haushalts nach dem Brexit. "Wir sind bereit, Wege zu diskutieren, um das Niveau des derzeitigen mehrjährigen Finanzrahmens auch nach dem Brexit beizubehalten, durch höhere Beiträge und möglicherweise neue Eigenmittel zum EU-Haushalt", hieß es in einem Schreiben der drei Baltenstaaten an die anderen EU-Mitgliedsstaaten, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. VILNIUS - Estland, Lettland und Litauen haben sich gegen Kürzungen des EU-Haushalts nach dem Austritt Großbritanniens aus der Union ausgesprochen. (Wirtschaft, 16.02.2018 - 18:08) weiterlesen...

Ausgang der Italien-Wahl ungewiss - Mitte-Rechts-Lager weiter vorn. ROM - Zwei Wochen vor den Parlamentswahlen zeichnet sich in Italien eine schwierige Regierungsbildung ab. Weder eine Einzelpartei noch ein Bündnis erzielt dürfte eine regierungsfähige Mehrheit erreichen, wie am Freitag aus Meinungsumfragen hervorging. Es sind die letzten, die vor den Wahlen am 4. März veröffentlicht werden durften. Ausgang der Italien-Wahl ungewiss - Mitte-Rechts-Lager weiter vorn (Wirtschaft, 16.02.2018 - 15:34) weiterlesen...

Industrieverband BDI verlangt beim Brexit Klarheit für Unternehmen. "Die Unternehmen diesseits und jenseits des Ärmelkanals brauchen rasch Klarheit, mit welchen Handelsregeln und Zollverfahren sie Ende März kommenden Jahres rechnen müssen", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die britische Premierministerin Theresa May kommt am Freitag zu einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin, am Samstag spricht sie auf der Sicherheitskonferenz in München. BERLIN - Die deutsche Industrie wird wegen der schleppenden EU-Austrittsverhandlungen mit Großbritannien zunehmend ungeduldig. (Wirtschaft, 16.02.2018 - 08:37) weiterlesen...

Oettinger erwartet von Deutschland bis 3,6 Milliarden mehr für EU. "Es gibt neue Aufgaben für Europa, zum Beispiel den Schutz der Außengrenzen oder den Kampf gegen den Terror. Dafür braucht die EU auch mehr Geld", sagte Oettinger der "Bild"-Zeitung (Freitag). Zusätzliche Zahlungen Deutschlands könnten auch dazu beitragen, die durch den Austritt Großbritanniens aus der EU entstehende Lücke zu schließen. "Pro Kopf der Bevölkerung wären das etwa 10 Cent pro Tag mehr als jetzt", rechnete Oettinger vor. BERLIN - Der EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) erwartet von Deutschland zusätzliche Zahlungen an die EU in Höhe von "mindestens 3 oder 3,5 Milliarden Euro" jährlich. (Wirtschaft, 16.02.2018 - 05:29) weiterlesen...

Vorstoß für kostenlose Busse und Bahnen stößt auf Skepsis. Verkehrsverbünde und Kommunen verwiesen auf eine ungeklärte Finanzierung und verlangten einen stärkeren Ausbau des Nahverkehrs-Angebots. Regierungssprecher Steffen Seibert machte am Mittwoch deutlich, dass es um "zeitweilige" Gratis-Angebote in Kommunen gehe, die unterstützt werden könnten. Angaben zu Zeitplänen, Kosten und der Umsetzung in bestimmten Städten wurden nicht gemacht. BERLIN - Der Vorstoß der Bundesregierung für kostenlose Busse und Bahnen im Kampf gegen zu schmutzige Luft in deutschen Städten stößt auf breite Skepsis. (Boerse, 14.02.2018 - 16:51) weiterlesen...

Oettinger: Besserer Grenzschutz würde EU Milliardensumme kosten. Nach Berechnungen seiner Experten für ein Treffen der Staats- und Regierungschefs in der kommenden Woche würde ein umfassendes EU-Grenzschutzsystem Investitionen in Höhe von bis zu 150 Milliarden Euro erfordern. Eine einfache Verbesserung des aktuellen Außengrenzschutzes schlägt demnach über einen Zeitraum von sieben Jahren mit 20 bis 25 Milliarden Euro zu Buche. BRÜSSEL - EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger rechnet mit hohen Milliardenkosten für einen besseren Schutz der EU-Außengrenzen. (Wirtschaft, 14.02.2018 - 16:05) weiterlesen...