Regierungen, Spanien

BERLIN - Die deutsche Wirtschaft fordert als Reaktion auf die US-Strafzölle eine rasche Ratifizierung des Ceta-Freihandelsabkommens zwischen der EU und Kanada.

12.06.2018 - 05:21:25

Wirtschaft nach Trumps Strafzöllen für schnelle Ceta-Ratifizierung. "Es ist an der Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Wir sollten zeigen, dass Europa "deal maker" und nicht etwa "deal breaker" ist", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). Es gelte, mit Gleichgesinnten voranzuschreiten und zu zeigen, dass freier Handel für alle ein Gewinn sei.

Der Ceta-Pakt, mit dem Zölle und andere Handelsschranken abgebaut werden, wird seit September 2017 europaweit in wesentlichen Teilen vorläufig angewandt. Für ein endgültiges Inkrafttreten müssen alle nationalen EU-Parlamente zugestimmt haben, auch in Deutschland.

Die EU und Kanada haben vor der Welthandelsorganisation WTO Klage gegen die aus ihrer Sicht illegalen US-Zölle auf Stahl und Aluminium eingereicht und zudem eigene Zölle auf Produkte aus den USA angekündigt. 25 Prozent will die EU dann unter anderem auf US-Produkte wie Whiskey, Erdnussbutter, Motorräder, Jeans oder Tabakerzeugnisse erheben.

Der DIHK-Präsident plädiert im Verhältnis zu Washington für eine Doppelstrategie. "Wir müssen zeigen, dass wir uns im Rahmen der WTO wehren können - und gleichzeitig gesprächsbereit sein". Es gehe nicht darum, beleidigt zu sein: Amerika habe WTO-widrige Zölle auf Stahl und Aluminium eingeführt. Die EU-Gegenmaßnahmen ab 1. Juli seien beschlossen und sollten umgesetzt werden, forderte Schweitzer.

@ dpa.de

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