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Vermischtes, Oberberg Kliniken

Berlin - Die Corona-Pandemie hat auch die gewohnten Schulstrukturen von heute auf morgen aufgebrochen und sorgt mit steigenden Infektionszahlen weiter f?r Besorgnis: 100 Prozent Fernunterricht f?hrte vor allem zu ?berforderten Eltern und Kindern und Jugendlichen.

09.09.2020 - 15:37:29

Schule unter Pandemie-Bedingungen: Wie die neue Normalit?t Lehrer und Sch?ler belastet

Berlin - Die Corona-Pandemie hat auch die gewohnten Schulstrukturen von heute auf morgen aufgebrochen und sorgt mit steigenden Infektionszahlen weiter f?r Besorgnis: 100 Prozent Fernunterricht f?hrte vor allem zu ?berforderten Eltern und Kindern und Jugendlichen. Teils gestresste und verunsicherte Lehrer f?hlten sich mit dem Digitalisierungsdruck durch Homeschooling ?berfordert und alleingelassen. Die Rahmenbedingungen ver?ndern sich durch neue Aufgaben, Vertrautes muss aufgegeben werden. Auch wenn gerade viele Eltern aufatmen, dass die Schulen wieder starten, ist f?r Lehrer sowie Sch?ler keine Entspannung in Sicht. Im Gegenteil. Zur?ck zur "neuen Normalit?t" bedeutet f?r sie weitere Herausforderungen und Belastungen, die im extremen Fall bis zum Burnout bei Lehrern oder Belastungssymtomen bei Kindern f?hren k?nnen: Maskenpflicht, Hygienepl?ne, Abstandsregeln, Raumenge, Gruppendichte, Lehrplanerf?llung oder Lernstoffaneignung... Besonders die Unsicherheit, wie man am besten sowohl dem zu Lehrenden und zu Lernendem als auch den pr?ventiven Hygieneempfehlungen gen?gen kann, d. h. m?glichst "normale" Schulabl?ufe ohne erh?htes Infektionsrisiko f?r sich und andere realisieren kann, wird viele Lehrerinnen und Lehrer sowie Kinder und Jugendliche stark belasten.

Warum gerade Lehrer h?ufig im Burnout landen

Schon vor der Pandemie und ihren zus?tzlichen Herausforderungen war die Situation f?r Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland schwierig. Durch die Pandemie wird sie nun noch versch?rft. Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Matthias J. M?ller, ?rztlicher Direktor und Medizinischer Gesch?ftsf?hrer der Oberberg Gruppe, wei?: "Der Anspruch an sich selbst, Sch?lern m?glichst viel beizubringen, verpassten Stoff aufzuholen in der Pandemiezeit, bedeutet eine Belastung. Genauso der Druck durch die Schlie?ung der Pr?senzschulen - h?ufig unvorbereitet - Ersatzprogramme zu etablieren und jetzt der Druck, die Schulen neben anderen Bildungseinrichtungen wieder zu ?ffnen."

Dar?ber hinaus f?hren au?ergew?hnlich hohe Interaktionsdichte zwischen Sch?lern und Lehrern, manchmal mangelnde Kooperation unter Kollegen und Kritik an der eigenen Arbeit schnell zu dauerhaftem Stress, der schlie?lich die Gesundheit gef?hrden kann. "Nicht untersch?tzen sollte man zudem die seit Jahren r?ckl?ufige ?ffentliche Akzeptanz des Lehrerberufs, die vielerorts schlechten personellen und strukturellen Ausstattungen von Schulen und die h?ufig fehlenden klaren Kommunikationen auf L?nderebene", so der Oberberg-Experte.

Wie sich die Pandemie auf Kinder und Jugendliche auswirkt

Kinder und Heranwachsende sind in Zeiten einer Pandemie seelisch mehr verwundbar. Der neue Schulalltag f?hrt zu verschiedenen Unsicherheiten. "Mit Beginn des neuen Schuljahres stehen neben der Sorge um das zu Lernende und die Wissensvermittlung vor allem Unsicherheiten und ?ngste hinsichtlich neuer Abstandsregeln und Hygienevorschriften im Fokus der Sch?ler. So wurde zun?chst eine Maskenpflicht in vielen Schulen eingef?hrt, die dann wieder wegfiel. Die Bef?rchtung, etwas falsch zu machen, stresst viele zus?tzlich. Ebenso wie der Entfall von Lehrerinnen und Lehrern, die zur Risikogruppe geh?ren und bisher ihre Bezugs- und Vertrauenspersonen darstellten. Schlie?lich kommt noch die Angst hinzu, selbst zu erkranken", erkl?rt Dr. med. Ewa Cionek-Szpak, Chef?rztin der Oberberg Fachklinik Wasserschl?sschen.

Symptome, die auf ein Burnout hinweisen k?nnen

Der Begriff "Burnout" geht einher mit einem dauerhaft hohen Stresspegel und ?berlastung und wird mit den Menschen in Verbindung gebracht, die sich durch hohes Engagement und starken Leistungsdruck auszeichnen. Wie sich ein Burnout schlie?lich bemerkbar macht, kann unterschiedlich sein: Psychische Symptome wie Lustlosigkeit, Gereiztheit und Versagens?ngste sowie k?rperliche Merkmale wie Konzentrations- und Schlafst?rungen, Nacken- und R?ckenprobleme, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden k?nnen Zeichen sein. Das Gef?hl von Ersch?pfung und Leere sowie der Wunsch nach Zur?ckgezogenheit sind au?erdem h?ufig erste Warnzeichen. Unbehandelt kann Burnout zu manifesten Erkrankungen f?hren, wie zum Beispiel zu Depression.

Wie sich Stress bei Kindern zeigt

Erste Studien zeigten eine Reihe an emotionalen und Verhaltensauff?lligkeiten. Ob sich daraus Symptome einer Posttraumatischen Belastungsst?rung (PTBS) und Depression entwickeln werden, muss in kommenden Monaten untersucht werden. Ziehen sich Kindern pl?tzlich zur?ck, sind sie h?ufiger niedergeschlagen, klagen sie ?ber k?rperliche Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen oder leiden sie unter Einschlaf- und Konzentrationsst?rungen, k?nnen dies erste ?berforderungs- und Stressanzeichen sein.

Rechtzeitig vorbeugen

Doch es gibt Strategien, um vorzubeugen. So hat ein Team aus Experten in der Oberberg Fachklinik D?sseldorf Kaarst ein Fr?hinterventionsprogramm f?r stressbedingte psychische St?rungen entwickelt. "Unser evidenzbasiertes Programm erm?glicht anamnestische Untersuchungen und Tests zur Burnout-Diagnostik sowie eine engmaschige Anbindung an Psychotherapie, Sport und Bewegung, Achtsamkeits- und Entspannungs?bungen f?r eine optimale Genesung", so Prof. Dr. Christian Lange-Asschenfeldt, ?rztlicher Direktor und Chefarzt der Oberberg Fachklinik D?sseldorf Kaarst. Ziel ist es, mit den Betroffenen Strategien zur besseren Bew?ltigung und Linderung der psychischen Belastung zu erarbeiten. Werden Warnzeichen rechtzeitig erkannt und k?nnen entsprechende Bew?ltigungsstrategien angewendet werden, kann die R?ckfallquote reduziert werden.

Sollten Stress- und ?berforderungssymptome bei Kindern und Jugendlichen ?ber l?ngere Zeit bestehen oder im Laufe der Zeit deutlich zunehmen, kann es sinnvoll sein, einen Experten zu Rate zu ziehen. Neben klassischen werden auch alternative Fachtherapien und Entspannungsverfahren bei den Oberberg Fachkliniken angewandt. "Wir machen die Erfahrung, dass vorhandene Kompetenzen junger Menschen durch kreative Angebote wie Kunst- und Gestalttherapie, Entspannungsverfahren und Tiergest?tzte Therapien gest?rkt werden k?nnen, was sich positiv auf die Handlungsf?higkeit im Alltag auswirkt", so Dr. med. Ewa Cionek-Szpak. Au?erdem haben die Patienten die M?glichkeit auf individuell abgestimmten Schulunterricht, so dass der Anschluss an den Stoff der Schulklasse nicht verloren geht.

?ber die Oberberg Gruppe: Die Oberberg Gruppe mit Hauptsitz in Berlin ist eine vor mehr als 30 Jahren gegr?ndete Klinikgruppe mit verschiedenen Kliniken im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie an unterschiedlichen Standorten verteilt ?ber ganz Deutschland. In den Kliniken der Oberberg Gruppe werden Erwachsene, Jugendliche und Kinder in individuellen, intensiven und innovativen Therapiesettings behandelt. Dar?ber hinaus existiert ein deutschlandweites Netzwerk aus Oberberg Tageskliniken, korrespondierenden Therapeuten und Selbsthilfegruppen.

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