Regierungen, Deutschland

BERLIN - Die Arbeitgeber haben die Jamaika-Unterhändler davor gewarnt, so weiter zu machen wie die große Koalition von Union und SPD.

07.11.2017 - 05:34:25

Arbeitgeber warnen Jamaika-Partner vor einem 'Weiter so'. "Jamaika darf sich nicht darauf beschränken, die Wiedervorlage der letzten Regierung abzuarbeiten", sagte Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer der Deutschen Presse-Agentur. Einige Sondierer von CDU, CSU, FDP und Grünen erweckten aber genau diesen Eindruck. Als Beispiele nannte er Forderungen aus den Wahlprogrammen nach der Begrenzung befristeter Arbeitsverträge, weiteren Einschränkungen der Zeitarbeit oder ein einseitiges Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeitarbeit.

"Mir fehlt bisher die große Linie, eine Mission, die das Projekt Jamaika antreibt", sagte Kramer. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spreche von nachhaltiger Sozialpolitik. "Das ist gut, erfordert aber die richtigen Weichenstellungen, um Wachstum, Wohlstand und sozialen Ausgleich auch nach 2030 zu sichern", mahnte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

In der digitalisierten Arbeitswelt 4.0 sei mehr Beweglichkeit nötig. "Wir brauchen bessere Möglichkeiten, die Arbeitszeit über die Woche hinweg flexibel zu verteilen. Es geht nicht um eine Ausdehnung der Wochenarbeitszeit. Aber der starre Achtstundentag für alle im Gleichschritt ist passé", argumentierte der BDA-Chef. "Aber die Politik hält fest an einem Arbeitszeitgesetz aus der Stechuhrzeit des letzten Jahrhunderts. Das behindert Wachstum und Beschäftigung. Gute, sichere Jobs müssen flexibel sein."

Dass es in Deutschland derzeit wirtschaftlich so gut laufe, "darf uns nicht die Sinne vernebeln. In der Championsleague die Spitze zu erreichen ist eine Sache, aber sich auf Dauer dort zu halten, das erfordert immer wieder neue Anstrengungen und Mut zu Veränderungen", sagte Kramer. "Der Koalitionsvertrag muss für Aufbruch stehen, für den Willen, die Chancen der Digitalisierung zu ergreifen und den demografischen Wandel zu bewältigen."

@ dpa.de

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