Pharma, Biotechnologie

BERLIN - Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, zweifelt daran, dass die neuen Beschlüsse zur Corona-Bekämpfung ausreichend sind.

19.11.2021 - 10:10:31

Reichen die neuen Corona-Beschlüsse? Intensivmediziner skeptisch. Er mache sich große Sorgen wegen des ungebremsten Infektionsgeschehens und einer exponentiell steigenden Belastung der Intensivstationen, sagte Marx am Freitag im Deutschlandfunk. "Ich bin mir nicht sicher, ob die beschlossenen Maßnahmen wirklich ausreichen, dass wir die Pandemie hier erfolgreich bekämpfen", sagte Marx.

Es gebe keinen Grund zur Panik, die Lage sei aber sehr sehr beunruhigend, schätzte Marx die Lage auf Intensivstationen generell ein. In einigen Regionen sei die Lage äußerst angespannt und am Limit. In vielen Bereichen sei das normale planbare OP-Programm noch durchführbar, aber in Regionen wie Berlin, Bayern, Sachsen und Thüringen an vielen Orten nicht mehr. Kliniken schalteten zunehmend auf Notfallmodus. "Damit ist schon verbunden, dass das sehr hohe Niveau der allgemeinen Gesundheitsversorgung in unserem Land nicht in gewohnter Weise zur Verfügung steht", sagte Marx.

Die allermeisten Covid-Intensivpatienten sind Marx zufolge nicht geimpft. Es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen einer niedrigen Impfquote und hohen Fallzahlen an Covid-Patienten. Im Schnitt landeten 0,8 bis 1 Prozent von neu Infizierten in zehn bis zwölf Tagen auf einer Intensivstation.

Das von Bund und Ländern verabredete Drei-Stufen-Verfahren für Corona-Beschränkungen in Abhängigkeit der Rate von Klinikeinweisungen von Covid-Erkrankten begrüßte Marx. Ob das ausreiche, müsse man abwarten. Marx kritisierte aber das Auslaufen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Es gebe eine solche Lage. "Wir würden auch ein Medikament mit sehr hoher Wirkung und sehr hohen Nebenwirkungen nur im Notfall nehmen. Aber wenn es dann darauf ankommt, sind wir dann froh, dass wir die im Schrank haben", machte Marx deutlich.

Der Immunologe Michael Meyer-Hermann bezeichnete das Auslaufen der Notfall-Lage als "absurde Entscheidung". In den ARD-"Tagesthemen sagte der Experte vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung ferner, man wisse aus anderen Ländern, dass die 2G-Regel, also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene, nicht reiche, um den aktuellen Anstieg zu bremsen. Auch eine massive Impfkampagne helfe nicht, "um diese vierte Welle jetzt sofort zu brechen". Effekte seien erst im Januar oder Februar sichtbar. Dennoch bleibe das Impfen die einzige Chance, das Corona-Problem zu lösen. Entweder bekomme eine Person das Virus oder werde geimpft. Die zweite Option sei die bessere Wahl.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Merkel ruft zum Kampf für Demokratie auf - 'Alles Gute' für Scholz. Überall da, wo wissenschaftliche Erkenntnis geleugnet, Verschwörungstheorien und Hetze verbreitet würden, müsse Widerspruch laut werden, sagte sie am Donnerstagabend bei einem Großen Zapfenstreich zu ihren Ehren im Bendler-Block in Berlin. BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zur Verteidigung der Demokratie gegen Hass, Gewalt und Falschinformationen aufgerufen. (Wirtschaft, 02.12.2021 - 19:55) weiterlesen...

RKI: Vielleicht Hinweis auf Entspannung - vielleicht auch nicht. "Der starke Anstieg der 7-Tage-Inzidenz in den letzten Wochen hat sich in der vergangenen Woche nicht fortgesetzt", schreibt das RKI am Donnerstagabend in seinem Wochenbericht. Dies könne "einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein". Allerdings könnte die Entwicklung "regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein". BERLIN - Dem Robert Koch-Institut (RKI) fällt die Beurteilung zuletzt gesunkener Corona-Zahlen schwer. (Wirtschaft, 02.12.2021 - 19:54) weiterlesen...

Rio verlangt Corona-Impfnachweis auch in Bars, Restaurants und Hotels. Dies geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Dekret der Stadt hervor. Damit wird die Pflicht zum Vorzeigen eines Impfnachweises ausgeweitet. Genesene sind ausdrücklich nicht ausgenommen, auch sie müssen einen Nachweis haben. RIO DE JANEIRO - In Rio de Janeiro dürfen nur noch gegen das Coronavirus geimpfte Menschen Bars, Restaurants, Shoppingcenter sowie Schönheitssalons und Hotels betreten. (Boerse, 02.12.2021 - 19:46) weiterlesen...

RKI: Bislang vier nachgewiesene Omikron-Fälle in Deutschland. Bei diesen vier Fällen handele es sich um Reiserückkehrer aus Südafrika, schrieb das RKI in seinem Wochenbericht von Donnerstagabend. Südafrika hatte Mitte vergangener Woche über die Variante informiert. Die vier Menschen seien allesamt geimpft, keiner von ihnen musste bislang zur Behandlung ins Krankenhaus, wie das RKI mitteilte. Alle zeigten nur milde Symptome. Die Angaben beziehen sich laut RKI auf Vorabinformationen, die bis Mittwoch (1.12.) übermittelt wurden. BERLIN - Bislang sind in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vier Fälle der Omikron-Variante durch Genomsequenzierung bestätigt. (Boerse, 02.12.2021 - 19:45) weiterlesen...

Tschechien verkürzt Gültigkeit des Corona-Impfnachweises. Um den Status als Geimpfter zu behalten, soll ab dem Jahreswechsel eine Auffrischimpfung vor Ablauf der Frist erforderlich sein. Das kündigte der geschäftsführende Gesundheitsminister Adam Vojtech am Donnerstag in Prag an. In Tschechien gilt in vielen Bereichen wie Gaststätten und Hotels die 2G-Regel (Zutritt für Geimpfte oder Genesene). Die Menschen sollen per SMS benachrichtigt werden, sobald sie einen Anspruch auf die Booster-Impfung haben - je nach Altersgruppe fünf oder sechs Monate nach der Zweitimpfung. PRAG - Corona-Impfnachweise werden in Tschechien künftig nur noch neun Monate ab der vollständigen Immunisierung gültig sein. (Wirtschaft, 02.12.2021 - 19:44) weiterlesen...

Sanktionen von EU und USA wegen Migranten-Schleusung nach Belarus. Das US-Finanzministerium teilte am Donnerstag mit, die US-Strafmaßnahmen gegen 20 Personen und 12 Unternehmen und Institutionen seien eine "Reaktion auf die eklatante Missachtung internationaler Normen" durch die Regierung von Machthaber Alexander Lukaschenko. Auch Lukaschenkos Sohn Dmitri Lukaschenko steht nun auf der US-Sanktionsliste. WASHINGTON/BRÜSSEL - Die EU, die USA, Großbritannien und Kanada haben neue Sanktionen gegen Beteiligte an der Schleusung von Migranten nach Belarus beschlossen. (Boerse, 02.12.2021 - 19:36) weiterlesen...