Haushalt, Steuern

BERLIN - Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hat eine Aufstockung der Medizinstudienplätze um zehn Prozent verlangt.

01.01.2017 - 14:26:23

Ärztekammer-Chef: Brauchen zehn Prozent mehr Medizinstudienplätze. Er begründete das im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur mit "zwei ganz gravierenden Änderungen, die immer unterschätzt werden". Zum einen seien "heutige Generationen nicht mehr so widerspruchsfrei bereit, jede Form von Arbeit zu jeder Zeit und unter jeder Belastung zu machen. Und die haben recht", erklärte er. "Dieses sich gegenseitig Ausbeuten oder sich selber Ausbeuten" lasse nach. Zum anderen werde der Arztberuf zunehmend zu einem Frauenberuf. "Frauen haben sehr viel klarere Vorstellungen, was Arbeitszeiten angeht", fügte er hinzu.

"Und so stellen wir fest, dass die durchschnittliche Arbeitsleistung, die pro Kopf im System angeboten wird, sinkt. Und deswegen brauchen wir mehr Köpfe, um die gleiche Arbeit zu machen", erläuterte Montgomery.

Die Zahl der Studienplätze müsse also um etwa 1000 Plätze erhöht werden. Und das müsste bei der Reform "Masterplan Medizinstudium 2020" berücksichtigt werden, mahnte der Ärztekammer-Präsident. Pro Jahr schließen nach Angaben der Kultusministerkonferenz rund 10 000 Medizinstudenten ihr Studium ab.

Auch das rein auf der Abiturnote basierende System der Studienzulassung solle überprüft werden, forderte Montgomery. "Wir brauchen nicht nur hoch lernfähige, wissenschaftlich orientierte, potenzielle Nobelpreisträger, sondern wir brauchen auch gute Ärzte, die sich durch soziale Kompetenz auszeichnen und auch bereit sind, aufs Land zu gehen."

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) erneuerte ihre Forderung nach einer Landarztquote. "Gerade in einer älter werdenden Gesellschaft brauchen wir eine gute und wohnortnahe Versorgung mit Hausärzten", sagte sie der dpa. Nach ihren Plänen sollen bis zu fünf Prozent der Medizinstudienplätze in Bayern für Studierende vorgehalten werden, die später als Hausarzt in unterversorgten Regionen arbeiten wollen.

@ dpa.de

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