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Regierungen, Medizintechnik

BERLIN - Der leichte Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland vorige Woche scheint vor allem auf Corona-Infektionen bei jungen Erwachsenen zurückzugehen.

14.07.2021 - 13:58:29

Inzidenz-Anstieg in Deutschland vor allem bei jungen Erwachsenen. Während sich die Fälle pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen in fast allen Altersgruppen über mehrere Wochen hinweg ungefähr konstant oder rückläufig entwickeln, haben sie bei den 20- bis 29-Jährigen vor allem in der vergangenen Woche zugenommen. Das geht aus dem Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagabend hervor. Demnach wird auch eine leichte Zunahme von aus dem Ausland eingeschleppten Ansteckungen beobachtet.

Am deutlichsten ist die Inzidenz-Zunahme bei den 20- bis 24-Jährigen, mit einem Anstieg von 10 auf 19 binnen zwei Wochen. Zum Vergleich: Bei Senioren zwischen 75 und 84 Jahren stagnierte der Wert im gleichen Zeitraum bei 1. Bei den jüngeren Schulkindern (5 bis 14 Jahren) ist die Entwicklung leicht rückläufig, was mutmaßlich auch mit den Sommerferien in einigen Bundesländern zu tun haben könnte. Eine leichte Zunahme ist hingegen auch bei den Jugendlichen ab 15 zu beobachten.

RKI-Chef Lothar Wieler sagte am Dienstag, die deutlich ansteckendere Delta-Variante des Virus habe sich vor allem in der ungeimpften Bevölkerung rasch verbreitet. Wegen des deutlich geringeren Risikos für schwere Verläufe von Covid-19 zählten jüngere gesunde Erwachsene in Deutschland nicht zu den Vorranggruppen für die Vergabe von Impfterminen. Wie hoch die Impfquote bei 20- bis 29-Jährigen ist, geht aus RKI-Daten nicht hervor. Menschen unter 60 Jahren sind jedoch mit rund 42 Prozent noch deutlich seltener vollständig geimpft als die Älteren mit fast 72 Prozent. Diese Quote bei Minderjährigen gibt das RKI mit 1,6 Prozent an, mindestens eine Dosis haben rund fünf Prozent.

Mit Blick auf Krankenhausbehandlungen von Covid-19-Patienten schreibt das RKI, der "zuletzt allgemein abnehmende Trend" setze sich zurzeit nicht fort. Es müsse beachtet werden, dass Infizierte häufig erst ein bis zwei Wochen nach der Diagnose in die Klinik kämen und daher Nachübermittlungen zu erwarten seien. Die bisherigen Daten, die das RKI zu Corona-Krankenhausbehandlungen ausweist, sind laut Lagebericht unvollständig. Künftig sollen Kliniken jedoch Daten zu dem Thema direkt ans RKI melden, der Aspekt soll mehr Bedeutung bei der Bewertung der Lage bekommen.

Auch im Sommer 2020 begannen die Infektionszahlen laut RKI-Daten zunächst bei Menschen zwischen 15 und Ende 30 zu steigen, bevor sich das Virus nach und nach auch in höheren Altersgruppen ausbreitete. Damals war allerdings noch niemand geimpft. Dadurch erscheint eine Entwicklung genau wie damals unwahrscheinlich. Allerdings sind die Älteren nicht komplett außen vor. Experten erwarten, dass es bei der Delta-Variante häufiger zu Ansteckungen trotz Impfung kommen kann - und ebenso zur Weitergabe des Virus durch Geimpfte.

Seit mehr als einer Woche ist die Sieben-Tage-Inzidenz jeden Tag angestiegen. Nach RKI-Angaben von Mittwochmorgen lag sie bei 7,1 - am Vortag betrug der Wert 6,5, beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 1548 Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche hatte der Wert bei 985 Ansteckungen gelegen.

@ dpa.de

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