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Lebensmittelverband Deutschland e. V.

Berlin - Der heute ver?ffentliche Foodwatch-Report unter dem rei?erischen Titel "Junkfluencer" wirft Lebensmittelherstellern vor, mit Hilfe von Influencern gezielt Werbung an Kinder zu richten, dabei Eltern wissentlich zu umgehen und damit einer unausgewogenen Ern?hrung Vorschub zu leisten.

17.02.2021 - 17:37:26

Junkfluencer: Werbung findet nicht im rechtsfreien Raum statt - das gilt auch f?r Influencer-Marketing

Berlin - Der heute ver?ffentliche Foodwatch-Report unter dem rei?erischen Titel "Junkfluencer" wirft Lebensmittelherstellern vor, mit Hilfe von Influencern gezielt Werbung an Kinder zu richten, dabei Eltern wissentlich zu umgehen und damit einer unausgewogenen Ern?hrung Vorschub zu leisten.

Dazu stellt der Lebensmittverband Deutschland fest:

- F?r Werbung in alle Medienkan?len gibt es in Deutschland Regeln - insbesondere, wenn sie sich an Kinder richtet. - Social-Media-Kan?le unterliegen zus?tzlichen Beschr?nkungen, auch durch die Plattformen selbst. So gilt etwa bei Instagram und Tiktok laut Nutzungsbedingungen das Mindestalter von 13 Jahren. Facebook hat strenge Werberichtlinien, nach denen keine Produkte gegen?ber Minderj?hrigen beworben werden d?rfen, die "unangemessen, illegal oder unsicher sind bzw. die die ausgew?hlten Altersgruppen ausnutzen, irref?hren oder unzul?ssigen Druck auf sie aus?ben." Die Nutzung von YouTube ist erst ab 16 Jahren gestattet, au?er sie geschieht im Rahmen eines Familienkontos unter elterliche Aufsicht, dann ab 13 Jahren. - Bei Ern?hrung und Medienkonsum von Kindern haben Eltern eine wichtige Vorbildfunktion und die zentrale erzieherische Verantwortung. Alle ?ber die gesetzlichen und freiwilligen Auflagen hinausgehenden Einschr?nkungen obliegen in erster Linie ihnen. Dazu geh?rt auch, Kindern beizubringen, dass nicht jeder Wunsch oder jedes Bed?rfnis sofort erf?llt werden kann. - Der Social-Media-Konsum von Kinder und Jugendlichen f?llt in den Verantwortungsbereich der Eltern. Daneben ist es auch Aufgabe der Schulen, dass Kinder und Jugendliche entsprechend ihrer Altersstufe Medienkompetenz entwickeln und lernen, auf dieser Grundlage eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen.

Der Foodwatch-Report ist methodisch unausgewogen, denn es wird nur ein kleiner Ausschnitt der gesamten Influencer-Kommunikation untersucht - jener Teil, den Foodwatch als kritikw?rdig ansieht. Diese Produkte werden vorwiegend anhand von Markennamen identifiziert, aber Produkte ohne Markennamen wie Gem?se, Obst sowie selbst gekochte oder gebackene Speisen, die einen gro?en Teil der Influencer-Kommunikation darstellen, werden eben so wenig ber?cksichtigt, wie Marken, die f?r besonders abwechslungsreiche, kalorienarme Ern?hrungsstile stehen. Auch Werbung f?r nachhaltige Produkte sowie pflanzliche Alternativen wird ausgeklammert.

Damit im Zusammenhang steht ein weiterer Fehler, bei dem Korrelation und Kausalit?t verwechselt werden: Geworben wird vorwiegend f?r Markenprodukte, weil diese in der Regel eine h?here Gewinnmarge bieten. F?r Obst oder Gem?se wird nicht weniger geworben, weil sie eine geringe Marge haben (wie Foodwatch behauptet), sondern weil sie in der Regel keine Markenprodukte sind.

Ein Gro?teil der Beitr?ge von Influencern im Zusammenhang mit Lebensmitteln entsteht h?ufig ohne Zutun der Unternehmen. Sie k?nnen es in diesen F?llen weder verhindern, noch beeinflussen, dass ihre Produkte - im guten, wie im schlechten Sinne - in Social Media aufgegriffen werden. Die Kooperation von Influencern und Unternehmen beruht oft auf langj?hrigen, vertrauensvollen Beziehungen. Influencer als kritiklose Werbemarionetten darzustellen, wird ihrer Arbeit nicht gerecht.

"Dass Influencer mit Werbung ihren Lebensunterhalt bestreiten ist ein zehn Jahre alter Hut, offenbar gehen Foodwatch die Themen aus", sagt Christoph Minhoff, Hauptgesch?ftsf?hrer des Lebensmittelverbands Deutschland. "Es ist aufschlussreich, was f?r krude Feindbilder hier bem?ht werden und das, obwohl Foodwatch selbst mit emotional aufgeladene Kampagnen im Social Web um Spender wirbt."

Werbung findet nicht im rechtsfreien, ungeregelten Raum statt

Werbung ist in Deutschland durch eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen detailliert geregelt. So ist z. B. jede irref?hrende und unwahre Werbung verboten. Ebenso m?ssen Werbema?nahmen als solche erkennbar sein. Schleichwerbung ist nicht erlaubt. Social-Media-Kan?le wie YouTube, Instagram oder Tiktok unterliegen in Deutschland - wie alle anderen Medien auch - unter anderem der Kontrolle durch die Landesmedienanstalten. Diese ?berwachen vor allem den Jugendschutz und die Einhaltung der Werberegelungen, insbesondere das Gebot der Trennung von redaktionellen Beitr?gen und Werbung sowie die richtige Kennzeichnung. Bezahlte Kooperationen m?ssen als solche gekennzeichnet werden und werden dies auch.

Welche Regelungen gelten f?r die Lebensmittelwerbung?

?ber die gesetzlichen Regelungen hinaus ?bernimmt die Lebensmittelwirtschaft aktiv Verantwortung. Im Jahr 2009 hat die Lebensmittelwirtschaft mit den im Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e. V. (ZAW) zusammengeschlossenen Organisationen gemeinsame Verhaltensregeln f?r die kommerzielle Kommunikation f?r Lebensmittel aufgestellt ( https://www.werberat.de/lebensmittel ). Demnach ist in der Markt-Kommunikation der Lebensmittelwirtschaft alles zu unterlassen, was als Aufforderung zu einer ?berm??igen und einseitigen Ern?hrung verstanden werden k?nnte. Dies betrifft jede Form von Werbung, online wie offline.

Au?erdem haben Verbraucher durch den Deutschen Werberat die M?glichkeit, sich auch dann gegen Inhalte jeglicher Art von Werbung wehren zu k?nnen, wenn Anzeigen oder Spots nach dem Empfinden des Verbrauchers nicht akzeptabel sind. Wer eine Werbema?nahme als anst??ig empfindet, kann sich an den Werberat wenden.

F?r an Kinder gerichtete Werbung gelten besondere Regeln

Bei der Gestaltung und Durchf?hrung von Werbema?nahmen gilt in Bezug auf die besonders sch?tzenswerte Gruppe der Kinder und Jugendlichen ein noch strengerer Ma?stab. So ist z. B. der direkte Kaufappell gegen?ber Kindern unzul?ssig. Damit sind Aufforderungen an Kinder wie "Kauf dir das!" oder "Hol dir das!" und jede Form der Ausnutzung von gesch?ftlicher Unerfahrenheit und Leichtgl?ubigkeit untersagt.

?ber das gesetzliche Verbot der direkten Kaufaufforderung hinaus, darf an Kinder gerichtete Werbung, gem?? der Regeln des Deutschen Werberates, auch keine direkten Aufforderungen zum Konsum enthalten wie z. B. "Probier' doch mal!". Die Regelungen des Werberates besagen au?erdem, dass Werbung auch keine direkte Aufforderung an Kinder enthalten darf, ihre Eltern, sonstige Erwachsene oder andere Kinder zum Kauf des beworbenen Produkts zu bewegen.

Dar?ber hinaus haben sich auf EU-Ebene eine Reihe von Unternehmen im Rahmen des sogenannten EU-Pledge weitergehende Werbebeschr?nkungen auferlegt. Die Hersteller haben sich im Rahmen dieser Initiative beispielsweise freiwillig verpflichtet, die Werbung an Kinder unter zw?lf Jahren zu beschr?nken. Ein Produkt darf nur dann gegen?ber Kindern unter zw?lf Jahren beworben werden, wenn es alle N?hrwertkriterien des EU-Pledge f?r die entsprechende Produktkategorie einh?lt. Einige Unternehmen verpflichten sich zudem, generell keine Werbung an Kinder unter sechs Jahren bzw. an Kinder unter zw?lf Jahren zu richten.

Gem?? der AGBs von Instagram und TikTok ist diese Altersgruppe grunds?tzlich von der Nutzung der Plattformen ausgeschlossen, eine Nutzung ist erst ab 13 Jahren gestattet. Sollten Kinder im Alter unter 13 dennoch die Plattformen nutzen, so liegt dies in der Verantwortung der Erziehungsberechtigten.

Werbung und Medien sind unverzichtbar

Werbung f?r Waren und Dienstleistungen ist ein unverzichtbares Element des Wettbewerbs, ohne das das System der sozialen Marktwirtschaft nicht funktionsf?hig w?re. Es ist Zweck und Ziel aller Werbema?nahmen, ein Produkt oder eine Marke gegen?ber Wettbewerbern hervorzuheben und Kaufimpulse zu setzen. Werbung informiert dabei ?ber vorhandene sowie neue Angebote und soll dem Verbraucher damit die Suche nach Produkten, Preisen und Bezugswegen erleichtern. Wer als Hersteller f?r seine Erzeugnisse wirbt, st?tzt und erweitert den Bekanntheitsgrad seiner Marken, definiert das Image seines Produkts und macht Kunden auf die Pr?senz und die Vorteile eines Produkts aufmerksam. Verbraucher profitieren durch Werbung vom Wettbewerb, der f?r Produktvielfalt, Produktinnovation und f?r Preisregulierung durch den Markt sorgt.

Selbstverpflichtungen wirken

Dass Selbstverpflichtungen wirken, zeigt auch die Selbstverpflichtung der Wirtschaft im Rahmen der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie. Diese hat bereits zu deutlich messbaren Ver?nderungen bei der Zusammensetzung von Produkten gef?hrt, wie der erste Zwischenbericht des Max-Rubner-Instituts (MRI) belegt. Das MRI schlussfolgert in seinem Bericht, dass signifikante Verringerungen der Zucker- und Energiegehalte im Vergleich zu den Basiserhebungen in allen untersuchten Produktgruppen zu verzeichnen sind. Gerade bei den Produkten mit Kinderoptik sind in der Folgeerhebung 2019 deutliche Verringerungen bei den Zucker- und Energiegehalten zu beobachten, die sowohl statistisch signifikant als auch aus ern?hrungsphysiologischer Sicht relevant sind. Spezielle Auswertungen zeigen, dass Joghurtzubereitungen mit Kinderoptik den niedrigsten Zuckergehalt gegen?ber fast allen anderen Untergruppen der Joghurtzubereitungen aufweisen. Dies ist auch f?r die marktrelevanten Produkte zu beobachten. Bei ges??ten Quarkzubereitungen sind deutliche Reduktionen in den Zucker- und Energiegehalten bei den Produkten mit Kinderoptik feststellbar

Der Prozess der Reformulierung ist keineswegs abgeschlossen, sondern l?uft weiter. Die Reduktion ist aber mit der Reformulierung von Rezepturen, mit aufw?ndigen technisch-organisatorischen Umstellungen und einer Heranf?hrung der Verbraucher an Ver?nderungen bei Geschmack, Aussehen und Textur verbunden. Nur wenn die ver?nderten Rezepturen von den Verbrauchern dauerhaft akzeptiert werden, kann die Strategie nachhaltig erfolgreich sein.

Lebensmittelverband Deutschland e. V.

Der Lebensmittelverband Deutschland e. V. ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm geh?ren Verb?nde und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette "von Acker bis Teller", aus Landwirtschaft, Handwerk, Industrie, Handel und Gastronomie an. Daneben geh?ren zu seinen Mitgliedern auch private Untersuchungslaboratorien, Anwaltskanzleien und Einzelpersonen.

Pressekontakt:

F?r weitere Informationen: Lebensmittelverband Deutschland e. V. Christoph Minhoff Hauptgesch?ftsf?hrer Claire-Waldoff-Stra?e 7, 10117 Berlin Tel. +49 30 206143-135 mailto:minhoff@lebensmittelverband.de

?ffentlichkeitsarbeit Oliver Numrich Tel. +49 30 206143-127 mailto:numrich@lebensmittelverband.de http://www.lebensmittelverband.de twitter.com/lmverband facebook.com/unserelebensmittel instagram.com/unserelebensmittel

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/12796/4841159 Lebensmittelverband Deutschland e. V.

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