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Ernährung, Regierungen

BERLIN - Der Deutsche Bauernverband sieht wegen der steigenden Wolfspopulation die Weidetierhaltung in Deutschland in Gefahr.

13.08.2021 - 16:15:29

Bauernverband fordert Regulierung des Wolfsbestandes. Die von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) vorgelegte jüngste Statistik zeichne das Ende der Weidehaltung vor, hieß es in einer am Freitag in Berlin veröffentlichten Mitteilung. Der Wolfsbestand müsse endlich reguliert werden. "Ansonsten wird die Haltung von Schafen, Ziegen, Pferden und Rindern auf der Weide zum Auslaufmodell", sagte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd und Umweltbeauftragter des Deutschen Bauernverbandes, Eberhard Hartelt.

Laut der jüngsten Statistik zu wolfsverursachten Schäden im Jahr 2020 der DBBW wurden 3959 Weidetiere in Deutschland von Wölfen getötet, darunter 3444 Schafe. Die Zahl der aufgrund eines Wolfsangriffs getöteten, verletzten oder vermissten Nutztiere stieg demzufolge um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Monitoringjahr 2019/20 wurden laut der Statistik in Deutschland 128 Wolfsfamilien, 39 Wolfspaare und 9 territoriale Einzeltiere nachgewiesen.

Die Expertinnen und Experten des DBBW weisen allerdings auch darauf hin, dass Wolfsrisse vor allem dort vorkommen, wo sich Schaf- und Ziegenhalter noch nicht auf die Anwesenheit von Wölfen eingestellt haben. In einigen Bundesländern wie Niedersachsen oder Schleswig-Holstein sei bei über 80 Prozent der Übergriffe kein oder nur ein eingeschränkter Herdenschutz vorhanden gewesen.

Mit der voranschreitenden Wiederverbreitung des Wolfes in Deutschland gab es in jüngster Zeit verstärkt Forderungen von Verbänden und Politikern nach einer Regulierung des Wolfsbestandes. Tier- und Umweltschützer wiesen im Gegenzug darauf hin, dass es auch bei Abschüssen von Wölfen noch zu Wolfsrissen kommen werde und nur bessere Weideschutzmaßnahmen helfen könnten. Der Wolf steht nach EU- und Bundesrecht unter Schutz und darf nicht bejagt werden.

@ dpa.de

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