Regierungen, Deutschland

BERLIN - Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat SPD, Grünen und FDP vor dem Beginn ihrer Koalitionsverhandlungen ein mangelndes Interesse für Außenpolitik vorgeworfen.

20.10.2021 - 19:08:27

Laschet wirft Ampel mangelndes Interesse an Außenpolitik vor. "Es scheint sich in diesem Ampel-Bündnis niemand für die Außenpolitik zu interessieren", sagte Laschet der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag). "Es melden sich Leute zu Wort, die wollen Finanzminister oder Klimaminister werden. Internationale Fragen stehen hinten an", kritisierte er.

Gerade in Verbindung mit der Klimapolitik brauche man eine starke Außenpolitik, "die dieses Thema auch auf der ganzen Welt strategisch angeht", sagte Laschet. "Das hätte es mit der Union gegeben." SPD, Grüne und FDP beginnen am Donnerstag ihre Verhandlungen zur Bildung der ersten Ampel-Koalition auf Bundesebene.

Es sei richtig gewesen, nach der Wahl die Option einer Regierungsbeteiligung der Union offen zu halten, so Laschet. "Es gab nach dem Wahltag auch die erkennbare Offenheit von Grünen und FDP, mit der CDU zu sondieren. Ich glaube nach wie vor, dass das Jamaika-Projekt für das Land interessanter und vor allem besser gewesen wäre als die Ampel." Das sei dann durch Fehler auf Seiten der Union erschwert worden. "Dass wir mit Indiskretionen schon in kleinstem Kreis leben mussten, hat das Vertrauen in die Union nicht gestärkt."

Nach der Wahl hatten Grüne und FDP in separaten Gesprächen mit der Union die mögliche Bildung eines sogenannten Jamaika-Bündnisses sondiert. Danach hatten Grüne und FDP sich beschwert, dass angebliche Gesprächsinhalte an Medien durchgestochen wurden. Auf die Interview-Frage, ob die Indiskretionen aus der CSU kamen, erwiderte Laschet: "Aus welcher der beteiligten Parteien und von wem da etwas kam, werden wir wohl nie erfahren. Die CDU war jedenfalls fest entschlossen, ein Zukunftsbündnis mit FDP und Grünen möglich zu machen."

@ dpa.de

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