Regierungen, Deutschland

BERLIN - Der Berliner Virologe Christian Drosten blickt sorgenvoll auf die neue Omikron-Variante des Coronavirus.

29.11.2021 - 05:37:27

Virologe Drosten 'ziemlich besorgt' über Omikron-Virusvariante. "Ich bin schon ziemlich besorgt im Moment", sagte Drosten am Sonntagabend im ZDF-"heute journal". Man wisse nicht allzuviel über die neue Variante. Berichte über milde Verläufe hätten noch nicht sehr viel Substanz angesichts von nur gut 1000 Fällen. Hier müsse man die klinischen Verläufe abwarten.

Man sehe aber, dass sie häufig bei jungen Leuten in Südafrika auftauche und auch Menschen betreffe, die eine Erkrankung schon hinter sich haben. Er habe die Sorge, dass man die erste wirkliche "Immunfluchtmutante" vor sich habe. Auch könne man noch nicht sagen, wie sich die Variante hierzulande verhalte, wo viele Menschen geimpft seien. "Keiner kann im Moment sagen, was da auf uns zukommt. Das Einzige, was man wirklich mit Sicherheit sagen kann ist: Es ist besser, wenn man geimpft ist. Es ist noch besser, wenn man geboostert ist", sagte Drosten. Die verfügbaren Impfstoffe würden gegen einen schweren Krankheitsverlauf wohl schützen.

Drosten sprach ferner von einer "etwas unwägbaren Situation" mit Blick auf 2G- oder 3G-Regeln in Deutschland. Man habe damit keine Erfahrung in einer Winterwelle. Die Situation könne auch kaum noch jemand modellieren. Drosten riet der Politik, genau auf die verschärften Regeln etwa in den Hotspots Sachsen, Bayern und Österreich zu achten. Hier sehe man langsam erste Effekte. Drosten verwies etwa auf einen rückläufigen R-Wert in Bayern in Richtung 1. Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt - und damit, wie schnell sich ein Virus ausbreitet. Man müsse aber auf 0,7 kommen, um absehbar die Fallzahlen so zu senken, dass es zur Entspannung auf Intensivstationen führe.

Als eine positive Nachricht wertete Drosten auch, dass der Anteil von Infizierten, die beatmet werden müssen, zurückgeht. Das zeige, dass Booster-Impfungen langsam greifen. Der Prozess sei aber schleppend. Es kämen aber weiter Leute auf die Intensivstation. "Und das ist schrecklich", sagte Drosten.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

EU-Label für Gas und Atomkraft: Umweltverbände pochen auf Transparenz. "Es geht hier um Transparenz bei wichtigen Entscheidungen über den Klima- und Umweltschutz. Andernfalls verspielt die amtierende Bundesregierung ihre Glaubwürdigkeit", heißt es in dem gemeinsamen Appell, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. BERLIN - Mehrere Umweltorganisationen haben an die Bundesregierung appelliert, ihre Stellungnahme an die EU-Kommission zur umstrittenen Einstufung von Gas und Atomkraft als nachhaltige Investitionen offenzulegen. (Boerse, 21.01.2022 - 11:47) weiterlesen...

Russland verlegt Luftabwehr S-400 nach Belarus. Zwei Divisionen seien im äußersten Osten des Landes auf Eisenbahnwagen verladen worden, teilte das Verteidigungsministerium am Freitag in Moskau mit. Über Tausende Kilometer soll es aus dem Gebiet Chabarowsk nach Belarus gebracht werden, wo in gut drei Wochen Militärübungen von Russland und Belarus beginnen. Das Manöver hat im Westen Besorgnis ausgelöst. MINSK/MOSKAU - Inmitten der schweren Spannungen im Ukraine-Konflikt verlegt Russland sein Luftabwehrsystem S-400 für ein Manöver ins Nachbarland Belarus. (Wirtschaft, 21.01.2022 - 11:40) weiterlesen...

RKI registriert 140 160 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 706,3. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 706,3 an. BERLIN - Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite 7-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 700 überschritten. (Boerse, 21.01.2022 - 11:34) weiterlesen...

Tschechien gehen EU-Pläne für Atomkraft nicht weit genug. Die liberalkonservative Regierung in Prag unter Ministerpräsident Petr Fiala habe mehrere Änderungsvorschläge an Brüssel übermittelt, berichtete die tschechische Wirtschaftszeitung "Hospodarske noviny" (Freitag). PRAG - Tschechien gehen die Pläne der EU-Kommission zur Einstufung von Atomkraft und Erdgas als klimafreundlich einem Bericht zufolge nicht weit genug. (Wirtschaft, 21.01.2022 - 11:20) weiterlesen...

Rekordwert in Polen: Mehr als 36 000 Corona-Neuinfektionen. Innerhalb von 24 Stunden kamen 36 665 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Im selben Zeitraum starben 248 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. WARSCHAU - Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat einen Rekordwert erreicht. (Wirtschaft, 21.01.2022 - 10:53) weiterlesen...

WDH/Lemke: EU-Pläne zu grünem Label für Atomkraft sind 'absolut falsch' (Im 4. (Boerse, 21.01.2022 - 10:39) weiterlesen...