Regierungen, Deutschland

BERLIN - Bundesweit haben Menschen in zahlreichen Städten am Montagabend erneut gegen die Corona-Politik und eine mögliche Impfpflicht protestiert.

11.01.2022 - 06:05:29

Tausende demonstrieren gegen Corona-Politik. Die Demonstrationen verliefen zum großen Teil friedlich, wie die Polizei in den verschiedenen Städten mitteilte. In Bautzen wurden allerdings mindestens drei Polizisten verletzt. Die Beamten seien mit Pflastersteinen und Flaschen beworfen worden. Insgesamt seien rund 500 Menschen durch die Stadt gezogen. Davon seien rund 150 bis 200 gewaltbereite Hooligans und Menschen aus dem radikal rechten Milieu gewesen.

Größere Versammlungen gab es etwa in Rostock, Schwerin, Cottbus, Halle, Nürnberg, Bamberg, Augsburg und Magdeburg. In Mecklenburg-Vorpommern protestierten etwa 15 000 Menschen an 20 Orten, in Thüringen etwa 17 300. Auch in Sachsen-Anhalt und Brandenburg erhielten die Versammlungen teils großen Zulauf. In Rostock setzte die Polizei Pfefferspray ein, weil Demonstranten versuchten, Absperrungen zu durchbrechen.

In Köln gingen am Montagabend etwa 1500 Demonstranten auf die Straßen, in Lübeck bei zwei Versammlungen knapp 1300, in Wittenberg in Sachsen-Anhalt fast 1800. Derweil übersprang die Sieben-Tage-Inzidenz in Lübeck die Marke 1000 - die Hansestadt hat derzeit die dritthöchste Inzidenz im bundesweiten Vergleich der Landkreise.

Bei einem unangemeldeten Protestzug zogen in Cottbus etwa 3000 Menschen durch die Innenstadt. Auch einige Personen aus der rechtsextremen Szene seien unter den Teilnehmenden gewesen, berichtete ein Polizeisprecher. Die Polizei in Brandenburg nahm bei nicht angemeldeten Versammlungen Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz auf.

In Potsdam hatte die Polizei eine Versammlung von Kritikern der Corona-Politik vorab wegen einer unmittelbaren Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung untersagt - am Montagabend demonstrierten dennoch Hunderte Menschen in der Innenstadt. Auch in Berlin wurde an mehreren Orten demonstriert, zu größeren Störungen oder Zusammenstößen kam es nach Angaben der Polizei zunächst nicht.

Eine der größten Demonstrationen mit etwa 3900 Teilnehmern fand in Nürnberg statt. In Bamberg kamen rund 2400 Menschen, in Augsburg 2000. In der schwäbischen Stadt wird nun laut Polizei wegen eines Hitlergrußes ermittelt. In Schweinfurt habe eine 51-Jährige einem Polizisten ins Bein gebissen.

In Fulda in Hessen waren nach Polizeiangaben bis zu tausend Menschen unangemeldet unterwegs, auch in Wangen im Allgäu sowie in Regensburg versammelten sich etwa tausend Menschen. Im hessischen Bad Nauheim stellte die Polizei die Personalien von drei Frauen fest, die Aufkleber mit dem Konterfei des Bundesgesundheitsministers als Totenkopf verteilten, wie das Polizeipräsidium Mittelhessen mitteilte.

In Sachsen wurde unter anderem in Dresden, Zwickau, Görlitz, Chemnitz und Freiberg gegen die Corona-Politik demonstriert. In Freiberg versammelten sich nach ersten Schätzungen etwa 700 Menschen, die immer wieder der Polizei ausgewichen seien, sagte ein Polizeisprecher. Als die Beamten an einem Ort eine Sperre mit Fahrzeugen bildeten, habe es einen Durchbruch von etwa 100 Personen gegeben. Dabei sei ein Polizeifahrzeug beschädigt worden. Es sei gesteigertes Gewaltpotential zu bemerken, sagte der Sprecher.

Hier und da formierte sich auch Gegenprotest - so etwa in Leipzig, wo sich knapp 300 Menschen an dem Platz versammelten, den sonst die Maßnahmen-Gegner nutzen. Aus Bayern wurden mehrere Demos gemeldet, die sich für die Corona-Schutzimpfung stark machten. "Corona macht krank. Querdenken macht Dumm", war in Bayreuth auf Transparenten zu lesen.

@ dpa.de

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