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Regierungen, Deutschland

BERLIN - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts der nicht enden wollenden Corona-Pandemie Verständnis für wachsende Unzufriedenheit gezeigt, aber zugleich zu Zuversicht aufgerufen.

26.03.2021 - 12:43:30

Steinmeier gegen Resignation in Corona-Krise - 'Verstehe den Frust'. "Ich verstehe den Frust", sagte er am Freitag in Berlin. "Ja, der Tunnel ist länger, als wir gedacht und gehofft haben. Aber gerade jetzt im Angesicht der dritten Welle ist nicht die Zeit für Resignation, Verzweiflung oder Abrechnung." Steinmeier äußerte sich bei der Verleihung von Bundesverdienstkreuzen im Schloss Bellevue an fünf Frauen und einen Mann, die sich in der Corona-Pandemie ehrenamtlich engagiert haben.

Die vergangenen Monate hätten viel Verunsicherung mit sich gebracht, "große Sorgen, Frust und Unmut, auch das Gefühl von Ohnmacht", sagte der Bundespräsident. Alle seien corona-müde. Die allermeisten Menschen hätten viel Geduld gezeigt. "Wir haben Verständnis gezeigt für Dinge, die nicht so gut liefen. Wir hatten gehofft, dass auf die erste Viruswelle keine zweite folgt. Und wir hatten gehofft, dass uns eine dritte Welle erspart bliebe." Es sei anders gekommen - "und unser Vorrat an Geduld schwindet".

Alle hätten darauf vertraut, dass die Einschränkungen und Hygienemaßnahmen das Virus bändigen könnten, dass der Impfstoff schneller komme und die Warteschleife in der Impfhotline kürzer sei, sagte Steinmeier. "Doch wir scheinen uns im Kreis zu drehen, bewegen uns von einem Lockdown in seine Verlängerung. Jeder Fehler, jedes Versäumnis wiegt schwer. Enttäuschung, Gereiztheit, Misstrauen breiten sich aus. Und auch das Gefühl, dass Geduld und Disziplin nicht belohnt werden."

Steinmeier rief aber dazu auf, die Geduld nicht zu verlieren. "Der Kampf gegen das Coronavirus ist ein Marathonlauf, das letzte Drittel ist der härteste Teil der Strecke. Auf diesem Abschnitt dürfen wir nicht den Mut, nicht die Zuversicht, auch nicht das Selbstvertrauen verlieren", sagte er. "Wir wissen, was getan werden muss, um ins Ziel zu gelangen: Wir müssen impfen, schneller und umfassender als bisher, mit allen Mitteln, die wir haben, und mit mehr Pragmatismus als bisher."

@ dpa.de

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