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BERLIN - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will nach einem überraschend bekannt gemachten Mangel an Corona-Impfstoffen für 2,2 Milliarden Euro Impfstoffe nachkaufen.

15.12.2021 - 18:42:26

Bund will nach Impfstoff-Alarm für 2,2 Milliarden Euro Dosen nachkaufen. Davon sollen 80 Millionen Dosen von Biontech über EU-Verträge sowie 12 Millionen Dosen direkt beschafft werden, wie sein Ministerium nach Einverständnis des Bundestags-Haushaltsausschusses am Mittwoch mitteilte. Zuvor hatte eine Inventur ergeben, dass in den ersten drei Monaten 2022 deutlich weniger Präparate ausgeliefert werden könnten als jetzt jede Woche gespritzt werden.

noch nicht als verwendet gemeldet. In den beiden Wochen vom 20. und vom 27. Dezember sollen insgesamt 22 Millionen Dosen nachkommen.

Zu den Aussichten für 2022 hielt sich das Ministerium noch bedeckt. Vom wichtigsten Lieferanten Biontech sollen - nach bisheriger Planung

- in der ersten Jahreshälfte jeden Monat 12 Millionen Dosen kommen,

aufgeteilt auf Erwachsenen- und Kinderimpfstoff. Ex-Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sagte im TV-Sender Phoenix, er gehe davon aus, dass von den Lieferungen im alten Jahr "noch etwas ist, was Anfang nächsten Jahres auch genutzt werden kann". Wenn es hohe Impfbereitschaft gebe, müsse mit den Unternehmen geredet werden.

Tatsächlich läuft die lange stockende Impfkampagne auf Rekordtempo von zuletzt mehr als sechs Millionen Impfungen in einer Woche. Um ein ähnliches Niveau zu halten, könnte mehr Nachschub erforderlich sein. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, nannte die Nachricht von Impfstoffmangel ein "fatales Signal". Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte Lauterbach auf, die Fakten sofort auf den Tisch zu legen.

Neuer Streit kochte umgehend hoch. "Statt verantwortungsvoll vorzusorgen, hinterlässt die Vorgängerregierung leere Vorratslager", sagte FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nannte den von Lauterbach festgestellten Mangel im ZDF "schwer irritierend". Die Vorgänger hätten da offensichtlich "nicht klar Schiff gemacht".

Für die Union sprang der neue gesundheitspolitische Sprecher Tino Sorge (CDU) in die Bresche. "Karl Lauterbach ruft Feuer, um dann Feuerwehr zu spielen - obwohl er weiß, dass es gar nicht brennt", schrieb er in einem Schreiben an seine Fraktionskollegen. Dies sei "ein durchsichtiges politisches Manöver, um die SPD von der Großen Koalition abzusetzen".

Im ersten Quartal 2022 seien bereits mehr als 16 Millionen Dosen von Biontech und Moderna pro Monat zu erwarten, erläuterte Sorge. Dies sei genug, um bei gut zwölf Millionen ungeimpften Erwachsenen noch Erst- und Zweitimpfungen machen zu können. Dass auch kurzfristig mehr Nachschub zu organisieren ist, hatte Spahn im Dezember noch selbst gezeigt - etwa mit vorgezogenen Lieferungen der Hersteller oder der Übernahme von Dosen, die andere EU-Staaten gerade nicht nutzen können.

@ dpa.de

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