Biontech, US09075V1026

BERLIN - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die Bund-Länder-Beschlüsse zur Eindämmung des Coronavirus verteidigt, zugleich aber härtere Schritte nicht ausgeschlossen.

22.12.2021 - 06:09:30

'Keine roten Linien': Lauterbach schließt Lockdown nicht aus. Die für die Zeit nach Weihnachten beschlossenen Einschränkungen des privaten und öffentlichen Lebens würden Wirkung erzielen, zeigte sich der SPD-Politiker am Dienstagabend in den ARD-"Tagesthemen" sicher. "Aber wir schließen nichts aus.

erhalten.

Scholz strebt als "Zwischenziel" eine Impfquote von 80 Prozent an. "Und wenn wir das erreicht haben, müssen wir das nächste Ziel in den Blick nehmen", sagte er. Er befürwortete auch erneut eine allgemeine Impfpflicht, über die im neuen Jahr der Bundestag abstimmen soll.

Expertenrat warnt vor "explosionsartigen Verbreitung" von Omikron

Grundlage für die Beratungen war ein Vorstoß des Expertenrats der Bundesregierung, der "gut geplante und gut kommunizierte Kontaktbeschränkungen" gefordert hatte. Nach seiner Einschätzung kann Omikron auch zweifach Geimpfte sowie Genesene leicht anstecken. "Dies kann zu einer explosionsartigen Verbreitung führen."

Die Expertinnen und Experten warnten vor einer "neuen Dimension" der Pandemie. Kliniken stünden vor starker Überlastung. Ein Teil der Bevölkerung könnte wegen Krankheit oder Quarantäne auch als Beschäftigte ausfallen. Gefährdet sei das Funktionieren von Versorgungs- und Sicherheitssystemen.

Kliniken: "Möglicherweise nicht ausreichend"

Der Saarbrücker Modellierer Thorsten Lehr sagte dem Sender ntv, abhängig von den Maßnahmen könnten die Inzidenzen Anfang des Jahres um 1000 liegen. "Da sehen wir wirklich eine relativ starke Wand auf uns zukommen." Vorerst sank die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zum Vortag am Dienstag etwas - von 316,0 auf 306,4 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern. Binnen eines Tages gab es offiziell 23 428 Neuinfektionen und 462 Todesfälle.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft nannte die beschlossenen Kontaktbeschränkungen "notwendig, möglicherweise aber nicht ausreichend". Deshalb sei es notwendig, dass die Lage weiterhin täglich beobachtet und analysiert werde, sagte der Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Gegebenenfalls muss dann kurzfristig nachgesteuert werden."

Scholz: "Wir sind alle mürbe"

Scholz appellierte an den Zusammenhalt der Bürger: "Diese Pandemie strengt uns alle an. Wir alle sind mürbe und der Pandemie müde. Das hilft aber nichts. Wir müssen abermals zusammenstehen und auch in vielen Fällen eben Distanz halten."

@ dpa.de