Regierungen, Deutschland

BERLIN - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will in dem von Jugendarbeitslosigkeit geplagten Tunesien die berufliche Ausbildung in deutschen Betrieben voranbringen.

10.10.2018 - 06:33:24

Minister Müller schließt in Tunesien Ausbildungsvereinbarungen. Dies sei ein Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des nordafrikanischen Landes, biete aber auch Chancen für die Betriebe und Deutschland, wie Müller in Berlin vor seiner Abreise am Mittwoch erklärte. Geplant ist die Unterzeichnung von Kooperationsabkommen mit sieben Unternehmen.

"Tunesien ist Reformpartnerland. In einer besonderen Partnerschaft wollen wir dort die demokratischen Strukturen unterstützen: good governance (gute Regierungsführung), aber dann auch den wirtschaftlichen Fortschritt stabilisieren", sagte Müller. "In den letzten Jahren gab es dort ermutigende Zeichen." So hätten sich 270 deutsche Unternehmen dort engagiert und 60 000 Arbeitsplätze in Tunesien geschaffen.

"Diese Länder haben ein sehr junges Durchschnittsalter. Millionen von Jugendlichen, die keine Perspektive, die keine Arbeit haben und der Schlüssel dazu ist Ausbildung. In unserem Sinne zum Handwerker, nicht zum Universitätsabsolventen", sagte Müller. Er nannte die Bereiche Energie, Strom, Elektrik und Bau als Kooperationspartner.

Er sehe die berufliche Ausbildung zum Handwerker in Tunesien und später in Marokko auch als eine Brücke. "Wir könnten fünf Jahre weiter in einer Situation sein, wo wir über die Brücke tunesische Fachkräfte in Deutschland beschäftigen können, die dann aber nach einem festen Zeitpunkt, ich denke an fünf Jahre - Rotationsprinzip - zurückgehen und eigene Betriebe im eigenen Land aufbauen", sagte Müller.

Wenn die Jugend zuhause Arbeit habe, kämen die Menschen nicht als Migranten über das Meer nach Europa. "Das Thema wird uns die nächsten 50 Jahre beschäftigen. Wenn ich allein an Ägypten denke. 25 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Von den 25 Millionen haben zwei Drittel keinen festen Arbeitsplatz und keine entsprechende Ausbildung", sagte Müller. Europa sei sozusagen in Sichtweite. "Deshalb tun wir gut daran, in diese Länder zu gehen, unser Wissen und unsere Technologie einzubringen und in Ausbildung zu investieren."

Tunesien gilt als Hoffnungsland, weil es als einziges Land der Region nach dem sogenannten "Arabischen Frühling" den Wandel zu einer funktionierenden Demokratie geschafft hat. Allerdings leidet das kleine nordafrikanische Land unter einer hohen Jugendarbeitslosigkeit und kämpft weiterhin mit wirtschaftlichen Problemen. Immer mehr junge Tunesier versuchen, illegal nach Europa zu gelangen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Wirtschaftsberater Kudlow: Trump und Xi treffen sich bei G20-Gipfel. WASHINGTON - US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping wollen sich in wenigen Wochen am Rande des G20-Gipfels in Argentinien treffen - inmitten des erbitterten Handelsstreits beider Länder. Das kündigte Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow am Dienstag in Washington an. Details nannte er nicht. Die führenden Wirtschaftsnationen kommen am 30. November und 1. Dezember in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires zum G20-Gipfel zusammen. Wirtschaftsberater Kudlow: Trump und Xi treffen sich bei G20-Gipfel (Wirtschaft, 23.10.2018 - 19:58) weiterlesen...

Khashoggi: Spanien lehnt Stopp der Waffenexporte für Saudi-Arabien ab. Zwei entsprechende Anträge von linken sowie von regionalen Parteien wurden am Dienstag bei Abstimmungen im Verteidigungsausschuss des Congreso de los Diputados abgewiesen. Gegen einen Stopp stimmten unter anderem die Vertreter der regierenden Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) von Ministerpräsident Pedro Sánchez, aber auch die Politiker der stärksten Oppositionskraft, der konservativen Volkspartei (PP). MADRID - Das Parlament in Madrid hat nach dem gewaltsamen Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi einen Stopp spanischer Waffenexporte nach Saudi-Arabien abgelehnt. (Wirtschaft, 23.10.2018 - 18:31) weiterlesen...

Arbeitsplätze contra Klimaschutz im Rheinischen Braunkohle-Revier. Die Gewerkschaft IG BCE und der Braunkohleverband Debriv warnten im Fall eines vorzeitigen Ausstiegs vor dem Wegfall von Arbeitsplätzen. Das Aktionsbündnis Ende Gelände begann am Dienstag mit dem Bau seines Protestcamps für einen sofortigen Kohleausstieg und gegen Rodungen im Hambacher Forst. Auch der Umweltverband BUND sieht keinen zwingenden Grund, den Wald zu roden. BERGHEIM - Einen Tag vor dem Treffen der Kohlekommission im Rheinischen Revier haben sich Befürworter und Gegner eines schnellen Kohleausstiegs positioniert. (Boerse, 23.10.2018 - 18:08) weiterlesen...

Bundesinstitut prüft Gesundheitsrisiko durch Mikroplastik. Für eine entsprechende Beurteilung lägen dem BfR im Moment keine belastbaren Daten vor, teilte das Institut am Dienstag mit. Dass österreichische Forscher in menschlichen Stuhlproben Mikroplastik gefunden haben, überrascht das BfR aber nicht. BERLIN - Nach den Funden von Mikroplastik in Stuhlproben hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) klargemacht, dass eine gesundheitliche Bewertung zur Aufnahme solcher Partikel über die Nahrung derzeit nicht möglich ist. (Wirtschaft, 23.10.2018 - 17:16) weiterlesen...

Dürrefolgen: Binnenschiffer fordern Krisenmechanismus. Denkbar seien Hilfen analog zur Forst- und Landwirtschaft, teilte der Bundesverband der Binnenschifffahrt (BDB) am Dienstag in Duisburg mit. Bei extremen Veränderungen der Wasserstände und existenzbedrohenden Auswirkungen sollten Hilfszahlungen fließen. Wegen der Dürre in ihrer Existenz bedrohte Landwirte erhielten vom Bund zwischen 150 bis 170 Millionen Euro an Hilfen. In der Schifffahrt blieben Betroffene jedoch auf dürrebedingten Ausfällen sitzen. DUISBURG - Die Binnenschiffer in Deutschland haben wegen der anhaltenden Dürre einen Krisenmechanismus für ihre Branche gefordert. (Boerse, 23.10.2018 - 17:06) weiterlesen...

Deutschland plant rund 10 Milliarden Euro mehr für EU-Haushalt. Diese Haltung wurde am Dienstag bekräftigt, nachdem Angaben im neuen Monatsbericht des Ministeriums für etwas Verwirrung gesorgt und den Eindruck erweckt hatten, Scholz plane mit einem Ausgabenplus für den EU-Haushalt von bis zu 15 Milliarden Euro. BERLIN - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) rechnet mit rund zehn Milliarden Euro an Mehrausgaben für den EU-Haushalt ab 2021, weitergehende Vorschläge der EU-Kommission werden aber abgelehnt. (Wirtschaft, 23.10.2018 - 16:29) weiterlesen...