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Regierungen, Deutschland

BERLIN - Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat Defizite im Schulunterricht der vergangenen Monate eingeräumt.

26.07.2020 - 08:17:28

Karliczek: Schule lief in der Corona-Krise 'eher mittelmäßig'. Beim digitalen Lernen zu Hause habe es enorme Unterschiede gegeben: "Es gab Schulen, an denen Lehrer während der Krise so gut wie gar keinen direkten Kontakt zu den Schülern hatten", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag".

Karliczek räumte ein, Deutschland sei seit Langem in der Schulbildung nur gutes Mittelmaß. Und auch in den Pandemiezeiten sei Schule im Großen und Ganzen "eher mittelmäßig" gelaufen. "Wir müssen besser werden - jetzt in der Corona-Zeit und vor allem danach. Wir brauchen einen neuen Aufbruch im Schulwesen", sagte die Ministerin.

Scharfe Kritik an der geplanten Rückkehr zum Regelunterricht nach den Sommerferien kommt von Elternvertretern. "Es ist völlig blauäugig, jetzt so zu tun, als sei Corona nach den Ferien einfach vorbei", sagte der Vorsitzende des Bundeselternrates, Stephan Wassmuth, der "Bild am Sonntag". Dass die Schulen jetzt wieder in den Regelbetrieb wechseln sollten, liege nur daran, dass es zu wenig Personal und zu wenige Räume gebe. "Wir brauchen endlich einen qualifizierten Fernunterricht, damit Eltern nicht wieder in die Rolle der Lehrer gedrängt werden."

Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, sieht die Schulen nicht für eine Rückkehr zum Normalbetrieb gerüstet. "Alle bisherigen Konzepte können nicht davon ablenken, dass die Schulen weder auf den Normalbetrieb noch auf den Fernunterricht gut vorbereitet sind. Hier wird der Öffentlichkeit Sand in die Augen gestreut", sagte er dem Blatt.

So sei es völlig unklar, wie die Hygienekonzepte der Länder umgesetzt werden sollten. "Die Isolierung von Lerngruppen wird spätestens in der Oberstufe mit ihrem Kurssystem nicht mehr funktionieren, die Lüftungskonzepte scheitern schon allein daran, dass nicht alle Klassenräume Fenster haben, die man öffnen kann."

@ dpa.de

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