Regierungen, Deutschland

BERLIN - Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will das Homeoffice dauerhaft im deutschen Arbeitsalltag etablieren.

12.01.2022 - 06:00:30

Arbeitsminister Heil plant Rechtsanspruch auf Homeoffice. "Ich bin dafür, dass wir aus dem coronabedingten ungeplanten Großversuch zum Homeoffice grundlegende Konsequenzen für die Arbeitswelt ziehen", sagte Heil am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Heils Pläne sehen vor, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten von zu Hause aus ermöglichen müssen - es sei denn, betriebliche Gründe sprechen dagegen. "Wenn diese das ablehnen wollen, müssen betriebliche Gründe dagegen stehen - etwa weil man im Stahlwerk am Hochofen arbeitet und natürlich nicht von zu Hause aus arbeiten kann", erklärte Heil.

"Aber wenn der Arbeitgeber keine betrieblichen Gründe nennen kann, dann gilt der Rechtsanspruch, Homeoffice in Anspruch nehmen zu können. Das gibt endlich vielen Menschen die Möglichkeit, auch nach der Pandemie von zu Hause aus zu arbeiten. So schaffen wir eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf." Für viele Menschen bedeute mobiles Arbeiten "eine neue Freiheit", betonte Heil.

Seine Wahrnehmung sei aber auch, dass viele nicht dauerhaft, sondern nur gelegentlich von zu Hause aus arbeiten wollten. Auch dafür wolle er "mehr Flexibilität schaffen", sagte Heil.

Mit Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 hat sich die Praxis zum mobilen Arbeiten in Deutschland grundlegend verändert. Arbeitgeber, die das zuvor nicht freiwillig taten, sind seit November dazu verpflichtet, ihren Mitarbeitern die Arbeit von zu Hause aus anzubieten - wenn nicht betriebliche Gründe dagegen sprechen. Heil will diese Pflicht dauerhaft etablieren.

Gleichzeitig wies der Arbeitsminister aber auch auf "die Schattenseiten im Homeoffice" hin, die er unbedingt eingrenzen wolle. "Arbeit darf nicht krank machen. Auch im Homeoffice muss mal Feierabend sein." Auch das berücksichtige der Ordnungsrahmen, auf den sich seine Partei SPD mit Grünen und FDP verständigt habe.

Nach jüngsten Angaben des Münchner Ifo-Instituts waren laut einer Unternehmensumfrage im Dezember des vergangenen Jahres 27,9 Prozent der Beschäftigten zumindest zeitweise im Homeoffice tätig. Im August lag die Quote bei 23,8 Prozent.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Studie: Haushalte unterschiedlich stark von Inflation betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentlichte Untersuchung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Demnach stiegen die Preise im Dezember für Familien mit Kindern und mittlerem Einkommen sowie für kinderlose Paare mit mittlerem Einkommen um 5,5 Prozent. Der Durchschnittswert über alle Haushaltstypen lag bei 5,3 Prozent. DÜSSELDORF - Haushalte in Deutschland sind je nach Einkommen und Anzahl der Haushaltsmitglieder unterschiedlich stark von der Inflation betroffen. (Wirtschaft, 21.01.2022 - 12:42) weiterlesen...

Regierung will Deutschland auf hohe Corona-Zahlen vorbereiten. Neben einer Priorisierung der besonders sicheren PCR-Tests wird dafür auch eine weitere Konzentration der Kontaktnachverfolgung auf wichtige gesellschaftliche Bereiche erwogen, wie ein Sprecher von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Freitag in Berlin mit Blick auf die bevorstehende Ministerpräsidentenkonferenz sagte. Bund und Länder wollen an diesem Montag weitere Schritte im Kampf gegen die Corona-Pandemie beraten. BERLIN - Die Bundesregierung will Deutschland organisatorisch auf das rasante Wachstum der Omikron-Welle mit erwarteten Hunderttausenden Infizierten pro Tag vorbereiten. (Wirtschaft, 21.01.2022 - 12:34) weiterlesen...

Blinken und Lawrow beginnen Treffen mit Handschlag. Die beiden Chefdiplomaten begrüßten sich vor den Flaggen ihrer Staaten in einem Hotel am Genfersee mit Handschlag. Beide sagten zum Auftakt, dass sie keinen Durchbruch bei den Gesprächen erwarteten. Blinken und Lawrow haben im Anschluss an die für zwei Stunden angesetzten Gespräche getrennte Pressekonferenzen angekündigt. GENF - Inmitten schwerer Spannungen im Ukraine-Konflikt sind der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege Antony Blinken am Freitag zu Krisengesprächen in Genf zusammengekommen. (Wirtschaft, 21.01.2022 - 12:12) weiterlesen...

China erlaubt Siltronic-Übernahme durch Globalwafers unter Auflagen. PEKING/MÜNCHEN - Der taiwanesische Chip-Zulieferer Globalwafers hat für die geplante Übernahme von Siltronic grünes Licht aus China erhalten. Die chinesische Wettbewerbsaufsicht erteilte am Freitag unter Auflagen die Genehmigung für die Übernahme. Damit ist der Deal aber noch nicht in trockenen Tüchern. Denn noch steht die Entscheidung des Wirtschaftsministeriums in Deutschland aus. Hier hatte es zuletzt negative Signale gegeben. Liegt die Zustimmung nicht bis zum 31. Januar vor, platzt der Deal. China erlaubt Siltronic-Übernahme durch Globalwafers unter Auflagen (Boerse, 21.01.2022 - 12:08) weiterlesen...

Italien: Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Fälle über Schwelle von 2000. Stand Donnerstag registrierten die Behörden in den zurückliegenden sieben Tagen landesweit durchschnittlich 2011 Corona-Infektionen je 100 000 Einwohner, wie das Oberste Gesundheitsinstitut (ISS) am Freitag mitteilte. In der Vorwoche lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 1988 Fällen. Nach Ansicht der Experten stabilisiert sich der Wert damit etwas. ROM - In Italien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter leicht gestiegen. (Wirtschaft, 21.01.2022 - 12:02) weiterlesen...

EU-Label für Gas und Atomkraft: Umweltverbände pochen auf Transparenz. "Es geht hier um Transparenz bei wichtigen Entscheidungen über den Klima- und Umweltschutz. Andernfalls verspielt die amtierende Bundesregierung ihre Glaubwürdigkeit", heißt es in dem gemeinsamen Appell, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. BERLIN - Mehrere Umweltorganisationen haben an die Bundesregierung appelliert, ihre Stellungnahme an die EU-Kommission zur umstrittenen Einstufung von Gas und Atomkraft als nachhaltige Investitionen offenzulegen. (Boerse, 21.01.2022 - 11:47) weiterlesen...