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Regierungen, Spanien

BERLIN / BRÜSSEL - Umweltschützer haben davor gewarnt, das von der EU-Kommission vorgeschlagene schärfere EU-Ziel im Klimaschutz durch "Rechentricks" aufzuweichen.

16.09.2020 - 14:14:25

Warnung vor 'Rechentricks' beim neuen EU-Klimaziel. "Wichtig ist nun zunächst einmal, dass da wo mindestens 55 Prozent drauf steht, auch tatsächlich mindestens 55 Prozent drin ist", sagte etwa der Chef der Organisation Germanwatch, Christoph Bals. "Weder ein billiges Freikaufen noch Rechentricks dürfen das verhindern." Hintergrund ist die Befürchtung, dass anders als bisher nun Treibhausgas-Senken wie Wälder oder Moore, die der Atmosphäre CO2 entziehen, eingerechnet werden könnten, und die tatsächliche Minderung des CO2-Ausstoßes so großgerechnet wird.

Ein Sprecher von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sagte dazu, er warne vor "vorschnellen Schlüssen". Man wolle zunächst die Details, die am Donnerstag veröffentlicht werden sollten, prüfen. Generell sei Aufforstung oder die Renaturierung von Mooren ein wichtiges Thema, das bisher abgetrennt von der sonstigen Klimapolitik diskutiert worden sei. Wenn man 2050 Klimaneutralität erreichen wollte, also unterm Strich keine zusätzlichen Treibhausgase mehr, brauche man diesen Ausgleich aber, er müsse daher integriert werden. Man dürfe aber nicht so tun, als seien die Wälder und Moore alle neu. "Aber wie sehen auch niemanden, der so tun will."

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Mittwoch "mindestens 55 Prozent" Treibhausgas-Minderung bis 2030 im Vergleich zu 1990 vorgeschlagen bisher lag das Ziel bei 40 Prozent.

@ dpa.de

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