Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Regierungen, Deutschland

BERLIN - Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus haben sich SPD und Grüne ein extrem enges Rennen um Platz eins geliefert.

26.09.2021 - 21:35:00

Wahlkrimi zwischen Grünen und SPD bei Berliner Abgeordnetenhauswahl. In der ersten Hochrechnung des RBB am Sonntagabend lagen beide Parteien fast gleichauf: die Grünen bei 22,5 Prozent, die SPD bei 21,9 Prozent.

BERLIN - Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus haben sich SPD und Grüne ein extrem enges Rennen um Platz eins geliefert. In ersten Hochrechnungen für den RBB und das ZDF lagen beide Parteien am Sonntagabend praktisch gleichauf zwischen 22 und 23 Prozent. Für die Grünen wären dies Zugewinne von mehr als sieben Prozentpunkten, während die SPD ihr Wahlergebnis von 2016 in etwa halten könnte. Die Stimmabgabe in der Hauptstadt war jedoch von Pannen und Verzögerungen überschattet. Und praktisch alle wichtigen politischen Fragen blieben bis tief in den Abend offen.

Klar schien, dass in Berlin erstmals eine Frau die Regierung führen wird - nicht aber, wer das Amt der Regierenden Bürgermeisterin übernimmt: SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey oder ihre grüne Konkurrentin Bettina Jarasch. Amtsinhaber Michael Müller (SPD) gibt den Posten ab, um in den Bundestag zu wechseln.

Grünen-Spitzenkandidatin Jarasch zeigte sich begeistert über die ersten Zahlen. Sie sei zugleich "glücklich, dankbar und demütig". Die Grünen hätten eine Aufholjagd ohne gleichen hingelegt - denn in Umfragen vor der Wahl hatte die Partei meist deutlich hinter der SPD gelegen. Jarasch bekräftigte ihren Anspruch auf das Amt der Regierungschefin.

Aber auch Giffey betonte, die SPD wolle stärkste Kraft werden, und noch sei nichts entschieden. Man habe die SPD im Bund und im Land aus dem Umfragetief geholt. Berlins Innensenator und SPD-Vize Andreas Geisel sagte: "Wer zuletzt lacht, lacht am besten." Die SPD werde am Ende vorn liegen.

Beide Parteien regieren bisher miteinander und der Linken. Nicht völlig ausgeschlossen schien, dass es künftig für ein rot-grünes Zweierbündnis reicht. Eine Fortsetzung des regierenden rot-rot-grünen Bündnisses ist wohl in jedem Fall möglich, denn die Linken erreichten laut Hochrechnungen zwischen 13,6 und 14,1 Prozent der Stimmen. Spitzenkandidat Klaus Lederer sprach von einem soliden Ergebnis und zeigte sich weitgehend zufrieden.

Denkbar waren aber auch andere Dreierbündnisse. CDU-Spitzenkandidat Kai Wegner sagte, seine Partei sei angetreten, um Rot-Rot-Grün zu beenden, und die Zahlen könnten das vielleicht auch noch hergeben. Die CDU erreichte aber wohl wieder eines der schlechtesten Ergebnisse der Nachkriegszeit: laut Hochrechnungen zwischen 15,4 und 16,7 Prozent.

Die FDP kam in den Hochrechnungen auf 7,6 Prozent bis 7,9 Prozent und schnitt damit geringfügig besser ab 2016. FDP-Spitzenkandidat Sebastian Czaja bekräftigte die Bereitschaft, mit allen Parteien bis auf Linke und AfD zu sprechen. Die AfD stürzte laut Hochrechnung regelrecht ab auf 6,6 bis 6,8 Prozent - etwa die Hälfte des Werts vor fünf Jahren. Spitzenkandidatin Kristin Brinker sagte, man müsse das endgültige Ergebnis abwarten. Im Wahlkampf hätten viele Bürger Interesse an den AfD-Themen gezeigt.

In der Hauptstadt war der Sonntag ein Superwahltag. Die Berlinerinnen und Berliner konnten neben dem Abgeordnetenhaus auch den neuen Bundestag und zwölf neue Bezirksparlamente wählen. Außerdem stimmten sie bei einem Volksentscheid darüber ab, ob große Wohnungskonzerne enteignet werden sollen.

Doch lief bei der Stimmabgabe bei weitem nicht alles rund. Teils fehlten Wahlzettel, der Berlin-Marathon sorgte ebenfalls für Verzögerungen, so dass einige Wahllokale länger offen blieben. Während schon die ersten Prognosen zu den Wahlergebnissen kursierten, stimmten Berlinerinnen und Berliner in einigen Wahllokalen noch bis kurz vor 20 Uhr ab. Teilweise ergaben sich Wartezeiten von mehr als zwei Stunden.

Der Wahlkampf war geprägt von den Themen Mieten und Wohnen, Verkehr, Klimaschutz, Bildung und Corona. Wahlberechtigt waren 2,45 Millionen Menschen.

2016 hatte die SPD die Wahl zum Abgeordnetenhaus mit 21,6 Prozent der Zweitstimmen gewonnen - ihrem schlechtesten Ergebnis in Berlin seit 1946. Die CDU erreichte damals 17,6 Prozent. Die Linke kam vor fünf Jahren auf 15,6 Prozent, die Grünen auf 15,2 Prozent. Die AfD war mit 14,2 Prozent erstmals in das Abgeordnetenhaus eingezogen, die FDP schaffte 6,7 Prozent.

Das Berliner Landesparlament besteht aus mindestens 130 Abgeordneten, aktuell sind es durch Überhang- und Ausgleichsmandate 160.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Holetschek: Wir steuern in Pflege auf 'humanitäre Katastrophe' zu. "Wenn wir die Abrechnungsmodalitäten an die erste Stelle setzen, es aber niemanden gibt, der sich um die Menschen kümmert, haben wir ein riesiges Problem", sagte der CSU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). BERLIN - Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), hat vor einer "humanitären Katastrophe" in der Alten- und Krankenpflege gewarnt. (Boerse, 17.10.2021 - 14:46) weiterlesen...

Sechs Monate im All: Chinas historische Weltraummission. Landesweit wurde der Start der Rakete vom Typ "Langer Marsch 2F" im Fernsehen übertragen und von den Staatszeitungen mit patriotischem Stolz kommentiert. Die im Parteibesitz befindliche Zeitung "Global Times" war nicht müde zu betonen, dass sämtliche Astronauten der dreiköpfigen Crew Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas sind. Sie verkörpern den Stolz einer Nation, die nach den Sternen greifen möchte. JIUQUAN - Auf die Minute genau hob Chinas jüngste Weltraummission in der Nacht auf Samstag am Rande der Wüste Gobi ab. (Wirtschaft, 17.10.2021 - 14:46) weiterlesen...

Stichwahl in Italien - Ringen um Bürgermeisterposten in Rom. Am Sonntagmorgen öffneten die Wahllokale. Die Menschen können bis Montagnachmittag (15.00 Uhr) ihre Stimmen abgeben. Auch die Bürger in der Hauptstadt Rom und den norditalienischen Städten Turin und Triest sollten ein weiteres Mal an die Wahlurnen. ROM - Rund fünf Millionen Wahlberechtigte in Italien sind zur zweitägigen Stichwahl in 65 Kommunen aufgerufen worden. (Wirtschaft, 17.10.2021 - 14:45) weiterlesen...

Corona-Todeszahl in Russland erreicht neuen Höchststand. Das ist ein Höchststand seit Beginn der Pandemie. Am Samstag meldeten die Behörden 1002 Todesfälle innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Zugleich gab es mehr als 33 200 Neuinfektionen binnen eines Tages. Auch das ist ein Negativrekord. Seit Wochen spitzt sich die Corona-Lage im flächenmäßig größten Land der Erde dramatisch zu. MOSKAU - In Russland hat die Zahl der Corona-Toten erstmals die Marke von 1000 pro Tag überschritten. (Wirtschaft, 17.10.2021 - 14:34) weiterlesen...

RKI: Corona-Inzidenz bei 72,7 - Kinderärzte fordern mehr Impfungen. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 70,8 gelegen, vor einer Woche bei 66,1 (Vormonat: 74,7). Am höchsten war die 7-Tage-Inzidenz in Thüringen (135,6), gefolgt von Sachsen (113,8) und Bayern (109), am niedrigsten in Schleswig-Holstein (27,9). BERLIN/MÜNCHEN - Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist den fünften Tag in Folge gestiegen: Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 72,7 an. (Wirtschaft, 17.10.2021 - 14:31) weiterlesen...

EU-Arbeitskommissar setzt Hoffnungen in mögliche Scholz-Regierung. Wenn eine sozialdemokratisch geführte Regierung in Deutschland keinen neuen Wind für neue Sozialmaßnahmen mit sich bringe, würde er "die Welt nicht mehr verstehen", sagte der Sozialdemokrat der Deutschen Presse-Agentur. Schmit hat den SPD-Kanzlerkandidaten eigenen Angaben zufolge zuletzt im Juli getroffen. BRÜSSEL - EU-Arbeitskommissar Nicolas Schmit erhofft sich von einer möglichen Regierung unter Olaf Scholz neuen Schwung für einen europaweit fairen Mindestlohn und andere Sozialprojekte. (Wirtschaft, 17.10.2021 - 14:31) weiterlesen...