Regierungen, Deutschland

BERLIN - Aufgrund der angespannten Situation in den Corona-Laboren empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) einen zurückhaltenderen Einsatz von PCR-Tests.

03.12.2021 - 06:34:30

Bislang vier erwiesene Omikron-Fälle - PCR-Tests priorisieren. "In einigen Regionen befinden sich Labore an den Grenzen ihrer Auslastung. Daher ist eine Priorisierung des Einsatzes von PCR-Tests gemäß der Nationalen Teststrategie aktuell geboten", schreibt das RKI in seinem Wochenbericht von Donnerstagabend. So sollten PCR-Testungen "unter dem Aspekt der regional verfügbaren PCR-Kapazitäten entsprechend kritisch geprüft werden".

PCR-Tests, die für einen sicheren Nachweis einer Infektion notwendig sind, sollten beispielsweise nur noch begrenzt dafür eingesetzt werden, die Quarantäne- und Isolationszeit bei Kontaktpersonen und Infizierten zu verkürzen. "Für depriorisierte Anlässe (gemäß Teststrategie) sollten bei gebotener Indikation hochwertige Antigenschnelltests eingesetzt werden." Solche Schnelltests können vor Ort ausgewertet werden und brauchen kein Labor.

Es gibt die Befürchtung, dass überlastete Labore Infektionen nicht zeitnah melden können und dadurch die offizielle Statistik verzerrt wird. Zudem gehen Fachleute davon aus, dass einige Gesundheitsämter wegen der vielen Corona-Fälle derzeit nicht mit dem Melden von Nachweisen nachkommen.

Dem RKI fällt auch deshalb die Beurteilung der zuletzt gesunkenen Corona-Zahlen schwer. "Der starke Anstieg der 7-Tage-Inzidenz in den letzten Wochen hat sich in der vergangenen Woche nicht fortgesetzt", heißt es im Wochenbericht. Dies könne "einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein". Allerdings könnte die Entwicklung "regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein".

Die 7-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Infektionen pro 100 000 Einwohner und Woche gemeldet werden. Sie war zuletzt an drei aufeinanderfolgenden Tagen gesunken, von 452,4 am Montag auf 439,2 am Donnerstag. Insbesondere bei Menschen ab 80 Jahren ist die Zahl der Klinikeinweisungen zuletzt rasant angestiegen, von acht Fällen pro 100 000 Einwohner und Woche Ende September auf 43 Fälle Mitte November.

Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle haben Bund und Länder am Donnerstag eine Reihe von Maßnahmen mit Folgen für Millionen Bürger beschlossen. Ungeimpften wird im Weihnachtsgeschäft der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt. Auch Apotheken und Pflegefachkräfte sollen Impfungen übernehmen können

Bislang sind in Deutschland nach RKI-Angaben vier Fälle der Omikron-Variante durch Genomsequenzierung bestätigt. Bei diesen vier Fällen handele es sich um Reiserückkehrer aus Südafrika. Das Land hatte Mitte vergangener Woche über die Variante informiert. Die vier Menschen seien allesamt geimpft, keiner von ihnen musste bislang zur Behandlung ins Krankenhaus, wie das RKI mitteilte. Alle zeigten nur milde Symptome. Die Angaben beziehen sich laut RKI auf Vorabinformationen, die bis Mittwoch (1.12.) übermittelt wurden.

Bei acht weiteren Fällen in Deutschland bestehe ein Verdacht auf Omikron, diese würden aktuell durch Genomsequenzierung - also dem Auslesen des Virenerbguts - überprüft. Experten gehen jedoch von einem bereits darüber hinausgehenden Vorkommen aus. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sieht Anzeichen dafür, dass die Omikron-Variante schon in wenigen Monaten der dominierende Typ in Europa sein könnte.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Umfrage: Mehrheit der Deutschen gegen Waffenlieferungen an Ukraine. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov schlossen sich 59 Prozent der Befragten der Haltung der Bundesregierung an, dem Land keine Waffen zur Verteidigung gegen einen möglichen Angriff Russlands zur Verfügung zu stellen. Nur 20 Prozent sprachen sich für Waffenlieferungen aus. 21 Prozent machten keine Angaben. BERLIN - Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist gegen die Lieferung deutscher Waffen an die Ukraine. (Wirtschaft, 27.01.2022 - 06:34) weiterlesen...

Pseudonym erlaubt? BGH urteilt zu Klarnamenpflicht bei Facebook. Wie sich bei der Verhandlung im Dezember gezeigt hatte, dürften die Karlsruher Richter den Passus zur sogenannten Klarnamenpflicht in den Nutzungsbedingungen des Netzwerks in den beiden Fällen, um die es geht, für unwirksam halten. Weil sich die Rechtslage mittlerweile geändert hat, dürfte sich das Urteil nicht ohne weiteres verallgemeinern lassen. (Az. KARLSRUHE - Im Rechtsstreit um die Nutzung von Pseudonymen bei Facebook will der Bundesgerichtshof (BGH) am Donnerstag (10.00 Uhr) sein Urteil verkünden. (Boerse, 27.01.2022 - 06:34) weiterlesen...

Dänemark und England lassen trotz Omikron die Masken fallen. In England sind am Donnerstag erneut die Masken gefallen, in Dänemark soll es in der kommenden Woche soweit sein. Beide Regierungen verlassen sich darauf, dass Omikron die meisten Infizierten von schweren Verläufen verschont. KOPENHAGEN/LONDON - Trotz Zehntausender Neuinfektionen pro Tag wollen Dänemark und England künftig fast ohne Corona-Maßnahmen auskommen. (Wirtschaft, 27.01.2022 - 06:34) weiterlesen...

Ruhe vor dem Sturm für Johnson. Berichten zufolge blieb Johnson am Mittwoch noch bis tief in die Nacht im Parlament - angeblich um bei den Abgeordneten seiner Fraktion um Unterstützung zu werben. LONDON - Es könnten die letzten Stunden oder Tage für Boris Johnson als britischer Premierminister sein: Die Zeit bis zur Veröffentlichung des internen Berichts zu mutmaßlichen Lockdown-Verstößen bei Feiern im Regierungssitz 10 Downing Street muss sich für den Tory-Parteichef wie die Ruhe vor dem Sturm anfühlen. (Wirtschaft, 27.01.2022 - 06:34) weiterlesen...

Russland prüft Antworten von Nato und USA auf Sicherheits-Forderungen. Der russische Vize-Außenminister Alexander Gruschko hielt sich am Mittwochabend bedeckt und erklärte lediglich: "Wir lesen. Studieren." Die Nato-Staaten hätten die Vorschläge Moskaus schließlich "fast anderthalb Monate lang" geprüft. In Paris kamen Vertreter Russlands, der Ukraine, Frankreichs und Deutschlands zu mehr als achtstündigen Gesprächen zusammen. Konkrete Ergebnisse im Ukraine-Konflikt brachte das Treffen nicht. Die USA warnten Russland erneut vor "massiven Konsequenzen" im Fall eines Einmarschs in die benachbarte Ukraine. WASHINGTON/BRÜSSEL/MOSKAU - Nach der Übermittlung von Vorschlägen der Nato-Staaten für eine Verbesserung der Beziehungen zu Russland wird mit Spannung auf die Reaktion des Kremls gewartet. (Wirtschaft, 27.01.2022 - 06:34) weiterlesen...

Hans: Kritik an Corona-Politik wächst, Zusammenhalt weiter groß. "Viele Menschen sind nach dieser langen Zeit der Einschränkungen einfach pandemiemüde und wünschen sich das Leben vor Corona zurück. Dass die Kritik an einzelnen Maßnahmen oder der Corona-Strategie als Ganzem zunimmt, ist deshalb auch völlig nachvollziehbar und damit müssen die politischen Entscheidungsträger auch leben: Denn es gab und gibt in dieser Situation auch nie die eine perfekte Lösung, die für niemanden Nachteile hat", sagte Hans der "Rheinischen Post" (Donnerstag). BERLIN - Zwei Jahre nach dem ersten bestätigten Corona-Fall in Deutschland sieht der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) eine wachsende Kritik an der Corona-Politik, den Zusammenhalt in der Gesellschaft hält er aber nicht für gefährdet. (Wirtschaft, 27.01.2022 - 06:00) weiterlesen...