Deutschland, Volkswirtschaft

BERLIN - Armut und Reichtum in Deutschland haben sich nach einer Studie in den vergangenen Jahren verfestigt.

05.11.2018 - 12:24:42

Studie: Armut und Reichtum in Deutschland verfestigen sich. Gut jeder Zwanzigste lebt demnach dauerhaft, das heißt über fünf Jahre unverändert, unter der Armutsgrenze. Das sei mehr als noch in den 90er Jahren oder zu Beginn dieses Jahrhunderts, teilte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung am Montag in Berlin mit. Gleichzeitig sei seit 2005 der Anteil der dauerhaft Reichen wieder gestiegen. Der Anteil der Haushalte mit mittleren Einkommen sei gesunken.

Die Lebenswelten von Armen, Mittelschicht und Reichen fielen immer weiter auseinander, sagte Studienautorin Dorothee Spannagel. Arme und Reiche lebten in eigenen Stadtvierteln und schickten ihre Kinder auf unterschiedliche Schulen. Immer schwieriger werde es, wie in einem Fahrstuhl von einer Schicht in die nächste aufzusteigen. "Der Fahrstuhl fährt weiter, aber es fahren weniger mit", sagte Spannagel. Das sei eine Gefahr für die Demokratie.

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Stiftung stützt sich auf die Haushaltseinkommen bis zum Jahr 2015 - dem Jahr, in dem der gesetzliche Mindestlohn eingeführt wurde. Die Armutsgrenze wird dabei für Alleinstehende bei 12 192 Euro pro Jahr gezogen - nach Abzug von Steuern und Sozialbeiträgen, aber inklusive Sozialtransfers wie Arbeitslosengeld.

Als reich gilt, wer als Single im Jahr über 40 639 Euro oder mehr verfügt. Dauerhaft fielen bis 2015 rund 3,4 Prozent der Bevölkerung in diese Kategorie, zehn Jahre zuvor waren es 2,8 Prozent gewesen. Bis 1995 lag der Anteil mit 3,3 Prozent höher, was Spannagel aber auf Sondereffekte nach der Wiedervereinigung zurückführt.

Der Verteilungsbericht des Instituts untersucht nur die Einkommen, nicht die Vermögen - auf sie warf der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung 2017 ein Schlaglicht. Die reichsten zehn Prozent der Haushalte besitzen demnach mehr als die Hälfte des gesamten Netto-Vermögens, die untere Hälfte ein Prozent. Beim monatlichen Einkommen komme bei den Ärmeren nur wenig vom langen wirtschaftlichen Aufschwung an, hieß es.

Es gibt dazu aber auch andere Auffassungen. Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft Köln etwa betont immer wieder, die Ungleichheit im Land nehme nicht zu. Es müsse aber mehr in Bildung investiert werden, um sozialen Aufstieg zu erleichtern.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Verdi ruft Eurowings-Beschäftigte zu Warnstreik in Düsseldorf auf. Die Flugbegleiter der Airlines Eurowings und LGW sollen in der Zeit von 4.30 Uhr bis 12.30 Uhr die Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft am Montagabend mit. Demnach beschäftigt Eurowings 500 der mehr als 1000 Kabinenbeschäftigten am Hauptstandort Düsseldorf. Die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) ist ebenfalls für Eurowings unterwegs. DÜSSELDORF - Im Tarifstreit mit der Lufthansa -Tochter Eurowings hat die Gewerkschaft Verdi das Kabinenpersonal am Düsseldorfer Flughafen für Dienstag zum Warnstreik aufgerufen. (Boerse, 19.11.2018 - 18:50) weiterlesen...

Hessen nimmt Kurs auf Schwarz-Grün - Zeitplan für Verhandlungen steht. In elf gemeinsamen Arbeitsgruppen sollen die verschiedenen politischen Themenfelder vorbereitet werden, kündigte der hessische CDU-Vorsitzende und Ministerpräsident Volker Bouffier am Montag in Wiesbaden an. Anschließend werde in der Hauptverhandlungsgruppe weiter beraten. WIESBADEN - Gut drei Wochen nach der Hessen-Wahl steht der Fahrplan für die Koalitionsverhandlungen von CDU und Grünen. (Wirtschaft, 19.11.2018 - 18:30) weiterlesen...

Proteste und Blockaden in Frankreich fortgesetzt. Im ganzen Land habe es rund 350 Aktionen gegeben, unter anderem wurden Erdöldepots blockiert, wie der Nachrichtensender BFMTV berichtete. Es waren aber deutlich weniger Demonstranten der "Gilets jaunes" ("gelbe Westen") auf den Straßen als noch am Wochenende. Der Sprecher des Innenministeriums sprach von rund 20 000 Menschen. Am Samstag waren es noch rund 290 000 gewesen. PARIS - Proteste und Straßenblockaden gegen steigende Spritpreise sind am Montag in Frankreich in eine neue Runde gegangen. (Boerse, 19.11.2018 - 18:27) weiterlesen...

Brände richten Milliardenschäden an - schon 80 Tote in Kalifornien. Allein im Norden des US-Bundesstaates starben nach Angaben der kalifornischen Brandschutzbehörde bisher 77 Menschen infolge des Feuers. LOS ANGELES/WASHINGTON - Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien haben Milliardenschäden angerichtet und inzwischen mindestens 80 Menschen das Leben gekostet. (Boerse, 19.11.2018 - 18:24) weiterlesen...

Linke will zehn Milliarden Euro im Jahr für öffentlichen Wohnungsbau. Jedes Jahr sollten zehn Milliarden Euro Bundesgeld investiert werden, erklärte die Fraktion am Montag. "Die Baupolitik der Bundesregierung versagt", kritisierte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Caren Lay. Durch Baukindergeld und Sonderabschreibungen werde Förderpolitik mit der Gießkanne betrieben. BERLIN - Die Linksfraktion im Bundestag hat ein Konzept vorgelegt, mit dem in vier Jahren rund 1,5 Millionen Neubauwohnungen mit günstigen Mieten entstehen sollen. (Boerse, 19.11.2018 - 18:20) weiterlesen...

Bitcoin fällt unter 5000 Dollar. Damit setzte sich der bereits in der vergangenen Woche zu beobachtende breite Ausverkauf an den Kryptobörsen fort. An den Märkten war von einer breit angelegten schlechten Stimmung gegenüber Digitalanlagen die Rede. FRANKFURT - Die Digitalwährung Bitcoin ist am Montag erstmals seit einem Jahr unter die 5000 Dollar-Marke gefallen. (Boerse, 19.11.2018 - 18:15) weiterlesen...