Indikatoren, Deutschland

BERLIN - Arbeitsverdichtung, Unvereinbarkeit des Berufs mit Familie oder zu wenig Zeit und Nerv fürs Private: Beschäftigte im Gesundheitswesen sind am unzufriedensten mit ihrer Tätigkeit.

15.11.2017 - 12:56:23

Unzufriedene Beschäftigte im Gesundheitswesen. Ähnlich ergeht es Arbeitnehmern im Sozialwesen wie Alten- oder Jugendhilfe, im Gastgewerbe und Handel. Das geht aus dem DGB-Index Gute Arbeit 2017 hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Am zufriedensten sind Arbeitnehmer in der Ver- und Entsorgung, also in der Energie-, Wasser-, oder Abfallwirtschaft.

Fast die Hälfte (46 Prozent) der Arbeitnehmer halten die Entlohnung für ihre Leistung nicht in Ordnung. 54 Prozent sind im "hohen" oder gar "sehr hohem" Maß zufrieden mit Ihrem Einkommen. Zugleich gehen die allermeisten Befragten (82 Prozent) davon aus, dass ihre Alterssicherung kaum oder nicht ausreichen wird. Nur drei Prozent können sagen: "Ich werde sehr gut davon leben können."

Offenbar sorgt die gute Beschäftigungslage dafür, dass sich zur Zeit nur zehn Prozent der Arbeitnehmer echte Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. Im Umkehrschluss machen sich 90 Prozent kaum Gedanken, dass ihr Arbeitsplatz überflüssig oder wegrationalisiert werden könnte. Hier wurde speziell auch die Frage nach dem Einfluss der Digitalisierung berücksichtigt.

Ein gutes Viertel der Befragten muss nach der Studie "sehr häufig" (13 Prozent) oder "oft" (13 Prozent) am Wochenende arbeiten. 27 Prozent arbeiten oft oder sehr oft abends zwischen 18.00 und 23.00 Uhr. Immerhin neun Prozent arbeiten nachts zwischen 23.00 und 06.00 Uhr.

Laut der Techniker Krankenkasse zeigen Untersuchungen, dass Beschäftigte bei gleicher Tätigkeit zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich beansprucht werden. Die Frühschicht liegt demnach bei 100 Prozent Energieeinsatz, die Spätschicht bei 113 und die Nachtschicht bei 156 Prozent. "Wer also möchte, dass Beschäftigte trotzdem gesund bleiben, muss sich um eine wirksames betriebliches Gesundheitsmanagement kümmern", heißt es bei der TK.

Die Gewerkschaften machen seit längerem darauf aufmerksam, dass in der Dienstleistungsgesellschaft Wochenend- und Nachtarbeit zunimmt. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass gerade Arbeitnehmer im Gesundheits- und Sozialwesen, im Gastgewerbe und im Handel mit viel Wochenendarbeit am unzufriedensten sind.

Die ständige Erreichbarkeit ist in der multimedialen Welt ebenfalls ein Problem in der Arbeitswelt. Immerhin 22 Prozent geben an, dass ihr Arbeitgeber von ihnen verlangt, dass sie sehr häufig oder oft per Mail oder Telefon erreichbar sein sollen. Und 16 Prozent leisten außerhalb der normalen Arbeitszeit unbezahlte Arbeit.

50 Prozent der Befragten geben an, keinen Einfluss auf die Gestaltung ihrer Arbeitszeit zu haben. Umgekehrt haben 33 Prozent die Möglichkeit, "in hohem Maß" Einfluss zu nehmen auf die Gestaltung ihrer Arbeitszeit. 17 Prozent können demnach ihre Arbeitszeit "in sehr hohem Maß" mitgestalten. Gut zwei Drittel (67 Prozent) können ihre Arbeit weitgehend selbstständig planen und einteilen.

Mit der Wertschätzung ihrer Vorgesetzten sind 69 Prozent der Beschäftigten in "hohem Maß" oder gar in "sehr hohem Maß" zufrieden. 86 Prozent bekommen von ihren Kollegen im Notfall Unterstützung. Mit der Planung der Arbeit durch Vorgesetzte sind 63 Prozent zufrieden.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

USA: Michigan-Konsumklima wieder gesunken. Das Konsumklima der Universität von Michigan fiel im Vergleich zum Vormonat in einer ersten Schätzung um 1,5 Punkte auf 94,4 Zähler, wie die Universität am Freitag mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Anstieg gerechnet. MICHIGAN - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Januar entgegen den Markterwartungen erneut eingetrübt. (Wirtschaft, 19.01.2018 - 17:07) weiterlesen...

Großbritannien: Einzelhandel setzt deutlich weniger um. Nach Zahlen des Statistikamts ONS vom Freitag gingen die Erlöse gegenüber November um 1,5 Prozent zurück. Das ist der stärkste Rückgang seit eineinhalb Jahren. Analysten hatten mit einem Minus gerechnet, allerdings nur in Höhe von 1,0 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahresmonat lagen die Umsätze 1,4 Prozent höher. Das war weniger als der erwartete Anstieg um 2,6 Prozent. LONDON - Der britische Einzelhandel hat im Dezember deutlich weniger umgesetzt. (Wirtschaft, 19.01.2018 - 10:55) weiterlesen...

Deutschland: Erzeugerpreise steigen 2017 um 2,6 Prozent. Dies zeigen Daten des Statistischen Bundesamts vom Freitag. Demnach haben sich die Produzentenpreise im vergangenen Jahr um durchschnittlich 2,6 Prozent erhöht. Das war der erste Anstieg seit dem Jahr 2012. In den Jahren zuvor waren die Preise, die Hersteller für ihre Waren erhalten, jeweils rückläufig gewesen. WIESBADEN - Nicht nur der Preisdruck auf Verbraucherebene ist im vergangenen Jahr in Deutschland gestiegen, sondern auch auf Ebene der Unternehmen. (Wirtschaft, 19.01.2018 - 08:24) weiterlesen...

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf tiefstem Stand seit 45 Jahren. Demnach habe es einen Rückgang um 41 000 auf 220 000 geben. Ein ähnlich niedriger Wert war zuletzt 1973 ermittelt worden. Der Rückgang war außerdem der stärkste seit Dezember 2008. WASHINGTON - In den USA entwickelt sich der Arbeitsmarkt immer robuster: Wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte, fiel die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche auf den niedrigsten Stand seit 45 Jahren. (Wirtschaft, 18.01.2018 - 15:35) weiterlesen...

USA: Baubeginne fallen deutlich. Die Zahl der neu begonnenen Bauten fiel deutlich, während die Genehmigungen für Neubauten faktisch stagnierten. Dies geht aus Zahlen des Handelsministeriums vom Donnerstag hervor. WASHINGTON - Die US-Bauwirtschaft hat sich im Dezember schwach entwickelt. (Wirtschaft, 18.01.2018 - 14:58) weiterlesen...

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend deutlich gefallen. Sie habe um 41 000 auf 220 000 Anträge nachgegeben, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten mit einem schwächeren Rückgang auf 249 000 Anträge gerechnet. WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend stark gefallen. (Wirtschaft, 18.01.2018 - 14:49) weiterlesen...