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Vermischtes, Wissenschaftliches Institut der AOK

Berlin - AOK-versicherte Erwerbst?tige, die im Fr?hjahr 2020 wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden mussten, wiesen auch nach der station?ren Behandlung lange krankheitsbedingte Fehlzeiten in ihren Betrieben auf.

13.10.2020 - 13:07:31

Erwerbst?tige Covid-19-Patienten mit Krankenhausbehandlung: Lange Fehlzeiten auch im Anschluss an den Klinikaufenthalt. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Berlin - AOK-versicherte Erwerbst?tige, die im Fr?hjahr 2020 wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden mussten, wiesen auch nach der station?ren Behandlung lange krankheitsbedingte Fehlzeiten in ihren Betrieben auf. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). So lag der Krankenstand der betroffenen Besch?ftigten in den ersten zehn Wochen nach ihrem Krankenhausaufenthalt mit 6,1 Prozent deutlich h?her als bei der nicht infizierten Vergleichsgruppe mit gleicher Alters- und Geschlechtsstruktur (2,8 Prozent). Zwischen dem 1. M?rz und dem 21. April 2020 mussten von den insgesamt 27.300 AOK-versicherten Besch?ftigten wegen einer nachgewiesenen SARS-CoV-2-Infektion mehr als 3.700 Personen (13,6 Prozent) station?r behandelt werden. "Die Daten zeigen, dass in der ersten Infektionswelle im Fr?hjahr 2020 nur verh?ltnism??ig wenige arbeitsunf?hige Erwerbst?tige aufgrund einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden mussten. War jedoch ein Krankenhausaufenthalt notwendig, ergaben sich auch weitere schwere gesundheitliche Beeintr?chtigungen, die ?ber die akute Erkrankung hinausgingen", sagt Helmut Schr?der, stellvertretender Gesch?ftsf?hrer des WIdO. Die gravierenden Auswirkungen der Erkrankung zeigen sich auch in der hohen Sterblichkeitsrate der station?r behandelten Besch?ftigten, die im Beobachtungszeitraum bei 3,3 Prozent lag. "Angesichts der Tatsache, dass hier AOK-versicherte Erwerbst?tige mit einem durchschnittlichen Lebensalter von 47 Jahren betroffen sind, ist die hohe Sterberate durchaus besorgniserregend", so Schr?der.

Unter den mehr als 10,1 Millionen AOK-versicherten Besch?ftigten, die zwischen dem 1. M?rz und dem 30. Juni 2020 durchg?ngig versichert waren, fehlten im Beobachtungszeitraum vom 1. M?rz bis 21. April mehr als 27.300 AOK-Mitglieder wegen einer best?tigten SARS-CoV-2-Infektion (ICD-10 GM: U07.1) im Betrieb. Dies entspricht 270 Covid-19-Erkrankten je 100.000 AOK-versicherte Besch?ftigte. Beobachtet man ausgehend von der Krankschreibung das AU-Geschehen in den nachfolgenden zehn Wochen, lag der Krankenstand f?r diese Gruppe bei 3,5 Prozent. In der Gruppe der AOK-Mitglieder ohne Covid-19-Erkrankung war dagegen im Vergleichszeitraum ein Krankenstand von nur 2,6 Prozent zu verzeichnen. F?r einen fairen Vergleich zwischen Besch?ftigten mit und ohne Covid-19-Erkrankung wurden Alters- und Geschlechtsunterschiede zwischen den jeweiligen Vergleichsgruppen in der gesamten Analyse rechnerisch ausgeglichen.

Fast jeder siebte Erwerbst?tige mit Covid-19 musste ins Krankenhaus

Bei fast jedem siebten AOK-versicherten Besch?ftigten, der vom Arzt wegen einer Covid-19-Erkrankung als arbeitsunf?hig erkl?rt wurde, machte ein besonders schwerer Verlauf der SARS-CoV-2-Infektion einen Krankenhausaufenthalt notwendig (13,6 Prozent). In den jeweils auf die station?re Behandlung folgenden zehn Wochen waren diese Besch?ftigten an 6,1 Prozent der Tage arbeitsunf?hig. Bei der alters- und geschlechtsbereinigten Vergleichsgruppe ohne Covid-19-Erkrankung lag der Krankenstand nur bei 2,8 Prozent. Auch die Dauer der Arbeitsunf?higkeit unterscheidet sich zwischen den beiden Gruppen deutlich: Innerhalb von zehn Wochen fehlten die von Covid-19 betroffenen Mitarbeiter nach der Krankenhausentlassung im Durchschnitt 13,5 Tage pro Fall, die nach Alter und Geschlecht vergleichbare Gruppe dagegen nur 9,4 Tage.

Obwohl die Erwerbst?tigen, die im Krankenhaus wegen Covid-19 behandelt werden mussten, mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren vergleichsweise jung waren, war die Sterberate hoch: 3,3 Prozent der Erwerbst?tigen, die wegen einer besonders schweren Covid-19-Erkrankung station?r behandelt werden mussten, verstarben w?hrend des Krankenhausaufenthalts oder im Nachbeobachtungszeitraum. In der Vergleichsgruppe, die zwar die gleiche Alters- und Geschlechtsstruktur aufweist, aber nicht von einer SARS-CoV-2 Infektion betroffen war, verstarben lediglich 0,08 Prozent. "Dies wirft ein Schlaglicht auf das hohe Risiko der Covid-19-Erkrankung, von der bisher nur vergleichsweise wenige Besch?ftigte betroffen waren", so Helmut Schr?der aus der WIdO-Gesch?ftsf?hrung.

Fehlzeiten nach Klinikaufenthalt vor allem wegen Atemwegserkrankungen

Urs?chlich f?r die Fehlzeiten bei den Erwerbst?tigen, die zuvor wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt wurden, waren vor allem Infektions- und Atemwegserkrankungen, psychische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Stoffwechsel-Erkrankungen: Aufgrund von Infektionen oder Atemwegserkrankungen, die vermutlich im Covid-19-Zusammenhang stehen, fehlten diese Besch?ftigten in den ersten zehn Wochen nach dem station?ren Aufenthalt gut siebenmal so lange wie die Vergleichsgruppe ohne SARS-CoV-2-Infektion, aufgrund von psychischen, Herz-Kreislauf- oder Stoffwechsel-Erkrankungen etwa dreimal so lange. Unter den Atemwegserkrankungen sticht dabei auf Ebene der Einzeldiagnosen nicht ?berraschend vor allem die Lungenentz?ndung ("Pneumonie", ICD-GM: J18) hervor: Im Vergleich zu den Erwerbst?tigen, die nicht von Covid-19 betroffen waren, f?hrte sie bei den Besch?ftigten mit SARS-CoV-2-Infektion zu 130-mal so vielen Arbeitsunf?higkeitstagen.

Bei den psychischen Erkrankungen kam es aufgrund der Diagnose "Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsst?rungen" (ICD-GM: F43) zu gut dreimal so vielen Arbeitsunf?higkeitstagen. Zus?tzlich fallen die Einzeldiagnosen "Unwohlsein und Erm?dung" (ICD-GM: R53) sowie "St?rungen der Atmung" (ICD-GM: R06) durch 12- bzw. 17-mal so hohe Fehlzeiten im Vergleich zu den Besch?ftigten ohne Covid-19-Erkrankung auf. "Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Ursachen der krankheitsbedingten Fehltage, die nach einem station?ren Aufenthalt wegen einer Covid-19-Infektion auftreten, vor allem in Beschwerden der Atmungsorgane zu suchen sind, aber auch psychische Probleme eine Rolle spielen", sagt Helmut Schr?der.

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