Transport, Verkehr

BERLIN - Angesichts zahlreicher schwerer Verkehrsunfälle durch Handynutzung am Steuer hat die Prüfgesellschaft Dekra dringend mehr Aufmerksamkeit für diese Gefahr gefordert.

23.08.2022 - 14:01:30

Dekra: Handynutzung von Autofahrern vor Unfällen statistisch erfassen. Die Polizei müsse die Ablenkung von Autofahrern durch Handys als Unfallursache in der Statistik endlich erfassen, sagte der Leiter der Berliner Dekra-Niederlassung, Volker Postel, am Dienstag.

Das Lesen und Schreiben von Nachrichten auf dem Handy sei weltweit ein erhebliches Problem bei Autofahrern, das belegten Studien, sagte Postel. Jeder kenne die Versuchung, nur mal eben kurz auf das Smartphone zu sehen. "Aber dieses nur mal eben kurz kann bereits tödliche Konsequenzen haben."

Die Polizei stelle oft nach Unfällen deutliche Anzeichen dafür fest, dass der Fahrer ein Handy benutzte. "Spätestens dann, wenn wir in dem Fahrzeug ein Handy lose finden, können wir ziemlich sicher sein, dass es beim Unfall nicht in einer Freisprecheinrichtung oder Tasche war, sondern in der Hand des Nutzers." Die Polizei sollte zumindest die offensichtlichen Fälle statistisch erfassen.

Sorge bereitet der Dekra vor allem die jungen Männer im Alter von 15 bis 24 Jahren als Verkehrsteilnehmer. Bei den Verkehrstoten dieser Altersgruppe fanden sich fast viermal so viele Männer wie Frauen. Die 18- bis 20-jährigen Männer seien laut Statistik sogar die am meisten gefährdete Gruppe bei tödlichen Verkehrsunfällen.

Die besonderen Risikofaktoren sind fehlende Erfahrung beim Auto- oder Motorradfahren, schlechte Beherrschung des Fahrzeugs und eine erhöhte Risikobereitschaft durch Selbstüberschätzung. Dazu kommen Ablenkung durch Handynutzung oder Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Smartphone, Drogen oder Alkohol seien "ein toxischer Cocktail, der zu desaströsen Entwicklungen führt", sagte Postel.

Er forderte, dass das Fahren in Begleitung eines Erwachsenen schon ab 16 Jahren möglich sein soll. Dadurch könnten junge Menschen sehr viel lernen. Auch die Bundesregierung will das einführen. Das begleitete Fahren ab 17 Jahren gibt es seit 2011 dauerhaft. Wichtig seien auch die konsequente Kontrolle und Bestrafung gefährlichen Verhaltens am Steuer sowie ein absolutes Alkoholverbot für Fahranfänger.

@ dpa.de

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