Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Biontech, US09075V1026

BERLIN / AMSTERDAM - Kurz vor der wahrscheinlichen Zulassung des ersten Corona-Impfstoffes für Kinder und Jugendliche gibt es Streit über Nutzen und Risiken - auch mit Blick auf die Schulen.

26.05.2021 - 17:01:34

Streit über Impfungen für Kinder - Impfstoff-Zulassung wohl Freitag. Die Bundesregierung stellte am Mittwoch klar, dass Impfungen nicht zur Voraussetzung für die Teilnahme am Unterricht werden. Über die konkrete Organisation und benötigte Impfdosen wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder an diesem Donnerstag bei einem erneuten "Impfgipfel" beraten. Für Diskussionen sorgten Signale der Ständigen Impfkommission (Stiko), möglicherweise vorerst keine generelle Impf-Empfehlung für Kinder auszusprechen.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA will voraussichtlich an diesem Freitagnachmittag über die Zulassung des Impfstoffs von Biontech /Pfizer für Kinder ab 12 Jahre entscheiden. Der zuständige Experten-Ausschuss werde dann zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen, teilte die EMA in Amsterdam mit. Anschließend soll das Ergebnis bekannt gegeben werden. Eine Zulassung gilt als wahrscheinlich. Bisher ist das Präparat ab 16 Jahren in der EU zugelassen. In den USA und Kanada darf das Mittel bereits bei Kindern angewendet werden. Nach Herstellerangaben zeigen Studien gute Wirksamkeit und Verträglichkeit auch bei Kindern.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte bei RTL/ntv: "Der Impfstoff wäre dann, wenn die Europäische Arzneimittelagentur das macht, ein zugelassener Impfstoff auch für diese Altersgruppe." Schon vor Beginn der Sommerferien solle den ersten Kindern ein Impfangebot gemacht werden. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern streben an, allen Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren bis Ende August ein Impfangebot zu machen. Der Bund will den Ländern laut einem Beschluss von Anfang Mai auch zusätzlichen Impfstoff dafür bereitstellen.

Die Stiko hatte schon deutlich gemacht, sich auch nach der Zulassung eigene Klärungen vorzubehalten. Kommissionsmitglied Rüdiger von Kries sagte am Dienstagabend im RBB, momentan wisse man kaum etwas über die Nebenwirkungen von Corona-Impfungen bei Kindern. "Bei unklarem Risiko kann ich zur Zeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird." Herdenimmunität dürfe nicht das primäre Ziel für Impfungen von Kindern sein, sagte der Münchener Professor für Kinderepidemiologie. Man mache sie, um Kindern schwere Krankheiten zu ersparen, ohne dass sie ein Risiko eingingen. Man könne Herdenimmunität viel besser erreichen, wenn man sich um die Millionen erwachsenen Menschen kümmere, die noch nicht geimpft seien.

Spahn erläuterte bei RTL/ntv, die EMA bewerte Studiendaten zu Kindern und mache eine Nutzen-Risiko-Abwägung. Die Stiko gebe zusätzliche Empfehlungen. "Im Lichte dieser Empfehlung können dann die Eltern mit ihren Kindern, den Ärztinnen und Ärzten die konkreten Entscheidungen treffen, ob jemand geimpft wird oder nicht." Dies sei "eine individuelle Entscheidung". Der Minister sagte im ZDF, er bekomme auch viele Briefe von Familien mit dem Wunsch nach Impfungen für Kinder. Es sei aber "absolut klar", dass es keine Bedingung geben könne zwischen einer Teilnahme am Unterricht und Geimpft-sein.

Die neue Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) sagte, die Zusage gelte: "Es wird keine Impfpflicht gegen Corona geben - nicht für Erwachsene und auch nicht für Kinder und Jugendliche." Niemand dürfe vom Präsenzunterricht ausgeschlossen werden, weil er nicht geimpft ist. Sie halte es für wichtig, noch im Sommer jedem Jugendlichen ein Impfangebot zu machen. SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas, geht davon aus, dass die Stiko eine Liste von Krankheiten erstellt, bei denen sie die Impfung empfiehlt. Kinder mit diesen Krankheiten müssten dann zuerst geimpft werden, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Auch ohne generelle Stiko-Empfehlung bleibe eine Impfung für Jugendliche im Rahmen der Zulassung aber möglich.

Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte wandte sich dagegen, Impfungen in Schulen vorzunehmen. Als erstes seien Kinderarzt-Praxen gefragt. "Wir müssen ja trotzdem Aufklärungsgespräche mit Eltern organisieren. Zudem möchte man einen Zwischenfall wie einen Schock, auch wenn er nur sehr selten vorkommt, nicht gerade in der Schule erleben", sagte Verbands-Sprecher und Kinderarzt Axel Gerschlauer der "Rheinischen Post" (Mittwoch). Der FDP-Familienpolitiker Grigorios Aggelidis sagte, er könne Vorsicht der Stiko nachvollziehen. Dennoch sei es wichtig, Kinder in die Impfkampagne einzubeziehen. Familien litten besonders unter Einschränkungen. "Wir müssen sie unterstützen, so schnell wie möglich wieder einen normaleren Alltag zu haben."

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte Spahns Vorgehen und warnte, die Risikobewertung der unabhängigen Stiko zu ignorieren. "Bei der Vergabe von Vakzinen müssen nur wissenschaftliche Fakten gelten", sagte Vorstand Eugen Brysch den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag).

@ dpa.de

Weitere Meldungen

GESAMT-ROUNDUP: G7 kontert Chinas 'Neue Seidenstraße' mit Milliarden-Initiative. Das Vorhaben soll eine Alternative zu dem 2013 von China gestarteten Projekt "Neue Seidenstraße" sein, mit dem das autoritär regierte Land neue Handelswege nach Europa, Afrika, Lateinamerika und in Asien erschließt. Die Initiative mit dem Titel "Build Back Better World" (eine bessere Welt wiederaufbauen) soll nach US-Angaben am Sonntag in der Abschlusserklärung des G7-Gipfels in der südenglischen Urlaubsregion Cornwall verankert werden. CARBIS BAY - Die G7-Gruppe führender Industrieländer will China mit einer Milliarden-Initiative zum Aufbau von Infrastruktur Konkurrenz machen. (Boerse, 12.06.2021 - 18:33) weiterlesen...

Zweiter Impfstoff für Betriebsärzte - Laschet greift SPD an. BERLIN - Die Betriebsärzte sollen für Corona-Impfungen nun auch das Vakzin von Johnson & Johnson als zweites Präparat erhalten. In der Woche ab 21. Juni sollen 192 000 Dosen davon geliefert werden, wie es am Samstag vom Bundesgesundheitsministerium hieß. Hinzu kommen dann 602 550 Dosen von Biontech , so dass insgesamt 794 550 Dosen zusammenkommen. Die Zahl der Neuinfektionen ging weiter zurück. Im Koalitionsstreit um möglicherweise minderwertige Corona-Schutzmasken nahm unterdessen CDU-Chef Armin Laschet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Schutz und griff die SPD an. Zweiter Impfstoff für Betriebsärzte - Laschet greift SPD an (Boerse, 12.06.2021 - 16:05) weiterlesen...

Betriebsärzte bekommen zweiten Corona-Impfstoff. BERLIN - Für die Corona-Impfungen über Betriebsärzte soll erstmals das Präparat von Johnson & Johnson als zweiter Impfstoff zur Verfügung stehen. In der Woche ab 21. Juni sollen 192 000 Dosen davon geliefert werden, wie es am Samstag vom Bundesgesundheitsministerium hieß. Hinzu kommen dann 602 550 Dosen von Biontech , so dass insgesamt 794 550 Dosen zusammenkommen. Zum Start hatten die Betriebsärzte in der ersten Woche ab 7. Juni zunächst 702 000 Dosen von Biontech bekommen, in der kommenden Woche ab 14. Juni sollen es 602 550 sein. Betriebsärzte bekommen zweiten Corona-Impfstoff (Boerse, 12.06.2021 - 14:40) weiterlesen...

VERMISCHTES: Studie: Biontech/Pfizer-Impfstoff schützt auch vor Varianten NEW YORK - Der Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer schützt einer neuen Studie zufolge auch vor der zuerst in Indien aufgetretenen Corona-Variante Delta (B.1.617.2). Auch vor mehreren anderen Varianten wie beispielsweise der zuerst in Nigeria aufgetretenen Mutante B.1.525 schütze der Impfstoff, schreiben die Wissenschaftler um Pei Yong Shi von der University of Texas in Galveston im Fachjournal "Nature". (Boerse, 11.06.2021 - 10:21) weiterlesen...

Entwicklungsminister Müller will von G7 Milliarden für Impflogistik. Die sieben Industriestaaten wollen bei ihrem Gipfel im englischen Cornwall ab Freitag eine Spende von mindestens einer Milliarde Impfdosen zusagen, wie die britische Regierung ankündigte. "Die Impfdosen müssen aber auch zu den Menschen kommen", sagte Müller der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). BERLIN - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die G7-Staaten dazu aufgefordert, 16 Milliarden Euro für die Impflogistik in ärmeren Ländern bereitzustellen. (Wirtschaft, 11.06.2021 - 05:42) weiterlesen...

Biden: USA knüpfen Impfstoffspenden nicht an Bedingungen. IVES - US-Präsident Joe Biden hat die Unterstützung der globalen Impfkampagne zur Beendigung der Corona-Pandemie als humanitäre Pflicht bezeichnet. Die Vereinigten Staaten knüpften die Spende von Hunderten Millionen Impfdosen an arme Länder nicht an Bedingungen, sagte Biden am Donnerstag im Küstenort St. Ives im englischen Cornwall. "Unsere Impfstoffspenden beinhalten keinen Druck für Gefälligkeiten oder mögliche Zugeständnisse. Wir tun das, um Leben zu retten. Um diese Pandemie zu beenden." Biden stellte für Freitag eine Ankündigung der G7-Staaten zur Unterstützung der globalen Impfkampagne in Aussicht. ST. (Boerse, 10.06.2021 - 20:41) weiterlesen...